Fonds­ma­na­ger wer­den et­was vor­sich­ti­ger

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - SR

Die jüngs­ten Tur­bu­len­zen an den Fi­nanz­märk­ten ha­ben sich in den Po­si­tio­nie­run­gen der Fonds­ma­na­ger be­merk­bar ge­macht. Wie die ak­tu­ells­te Fonds­ma­na­gerum­fra­ge von Bank of Ame­ri­ca (BofA) Mer­rill Lynch zeigt, ha­ben die pro­fes­sio­nel­len An­le­ger ih­re Ex­trem­po­si­tio­nen zu­letzt et­was ge­stutzt und die Ri­si­ken in ih­ren Port­fo­li­os leicht re­du­ziert. Die Ak­ti­en- und An­lei­hen­quo­ten wur­den im Mo­nats­ver­gleich ver­rin­gert, der Bar­geld­an­teil im Ge­gen­zug er­höht. Der Dol­lar, der zu­letzt zur Schwä­che neig­te, und we­nig über­zeu­gen­de USWirt­schafts­zah­len lies­sen die An­le­ger Kon­sum­ti­tel ab­stos­sen. Ener­gie­wer­te, die im April noch ge­mie­den wur­den, er­leb­ten in­des ei­nen Po­pu­la­ri­täts­schub. In­ter­es­san­ter­wei­se hat die Be­liebt­heit von USAk­ti­en stark ge­lit­ten und ist so tief wie letzt­mals im No­vem­ber 2007, ob­wohl der S&P 500 die­se Wo­che ge­ra­de ein neu­es All­zeit­hoch er­klom­men hat.

Trotz der Ri­si­ko­re­duk­ti­on set­zen die Fonds­ma­na­ger nach wie vor auf ei­ne an­hal­ten­de glo­ba­le Wirt­schafts­ex­pan­si­on: Net­to 70% er­war­ten ein stär­ke­res Wachs­tum in den kom­men­den zwölf Mo­na­ten, nur ge­ra­de 11% sind ge­gen­tei­li­ger Mei­nung. So passt ins Bild, dass die Ex­per­ten im Mo­nats­ver­gleich ih­re Po­si­tio­nen in Roh­stof­fen, ja­pa­ni­schen und eu­ro­päi­schen Ak­ti­en auf­ge­stockt ha­ben. In­ner­halb Eu­ro­pas gab es ei­ne be­mer­kens­wer­te Ver­schie­bung: Noch im April war Gross­bri­tan­ni­en der un­be­lieb­tes­te Ak­ti­en­markt auf dem Al­ten Kon­ti­nent. Nach dem über­ra­schend kla­ren Wahl­sieg der To­ries hat die Stim­mung al­ler­dings ge­dreht (vgl. Grafik): Von ei­ner kla­ren Un­ter­ge­wich­tung stock­ten die pro­fes­sio­nel­len An­le­ger ih­ren An­teil an bri­ti­schen Di­vi­den­den­ti­teln auf ein leich­tes Über­ge­wicht auf. Deutsch­land steht un­ver­än­dert hoch in der Gunst der An­le­ger, ge­folgt von Spa­ni­en und Ita­li­en. Der Schwei­zer Ak­ti­en­markt bil­det wie im Vor­mo­nat das Schluss­licht.

Der jüngs­te An­stieg des Öl­prei­ses hat da­zu ge­führt, dass die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen auf ein Zehn­mo­nats­hoch schnell­ten. Nicht ganz über­ra­schend nach den hef­ti­gen Be­we­gun­gen am An­lei­hen­markt er­war­ten net­to 77% der Ant­wor­ten­den hö­he­re lang­fris­ti­ge Zin­sen in­ner­halb der nächs­ten zwölf Mo­na­te. Et­was über­ra­schend an­ge­sichts die­ser Wachs­tumsund In­fla­ti­ons­aus­sich­ten ha­ben sich die Er­war­tun­gen an die US-Geld­po­li­tik nach hin­ten ver­scho­ben: Mehr als die Hälf­te er­war­tet den ers­ten Zins­schritt frü­hes­tens im vier­ten Quar­tal 2015.

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