Qui­jo­te­rie

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Mi­guel de Cer­van­tes be­schrieb sei­nen wir­ren Hel­den Don Qui­jo­te als «ha­ger am Lei­be, dürr im Ge­sich­te». Die­se Sta­tue in Já­vea, an der Cos­ta Blan­ca, folgt der Vor­ga­be. Ei­ner sieht dem «Rit­ter von der trau­ri­gen Gestalt» ver­blüf­fend ähn­lich: Pablo Igle­si­as, der Chef von Po­de­mos. Nächs­ten Sonn­tag

wird sich zei­gen, wie weit sei­ne links­ra­di­ka­le Be­we­gung Spa­ni­ens Par­tei­en­land­schaft um­pflügt. In 13 Re­gio­nen wird das Par­la­ment neu be­stellt. In An­da­lu­si­en, der volk­reichs­ten der ins­ge­samt 17 Co­mu­ni­da­des Au­tó­no­mas, wur­de im März ge­wählt: Die seit je vor­herr­schen­den So­zia­lis­ten büss­ten Stim­men ein, hiel­ten sich aber vorn; die in Ma­drid re­gie­ren­den Kon­ser­va­ti­ven ver­lo­ren er­heb­lich, Po­de­mos kam auf 15% und Platz drei, die eben­falls neue (Mit­te-)Par­tei Ci­u­dad­a­nos auf Platz vier. Wenn die fri­schen Kräf­te ad­diert ein Vier­tel der Stim­men er­rei­chen, kann das die Alt­par­tei­en zu Ko­ali­tio­nen zwin­gen. Die re­gio­na­len Wah­len sind ein Vor­lauf für die na­tio­na­len ge­gen En­de des Jah­res. Igle­si­as wird es kaum so weit brin­gen wie sein Bru­der im Geis­te Al­exis Tsi­pras, der in At­hen als Pre­mier fuhr­werkt. Bes­ser so. «Don Qui­jo­te» ist der vi­el­leicht ers­te Ro­man über­haupt; die­se li­te­ra­ri­sche Gat­tung steht für den Sieg der Fan­ta­sie über die Wirk­lich­keit.

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