Das Schöns­te kommt noch

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Was ha­ben Jim Ro­gers, Je­re­my Grant­ham so­wie die Ban­ken Reich­muth und Ju­li­us Bär ge­mein­sam? Sie al­le er­war­ten ei­ne Bla­sen­bil­dung an den Ak­ti­en­märk­ten, und sie al­le emp­feh­len, teil­wei­se in Ab­kehr ih­rer An­la­ge­phi­lo­so­phie, dar­an teil­zu­neh­men (vgl. Sei­te 19). In der Tat ste­hen die Ster­ne güns­tig für ei­ne Auf­wärts­be­schleu­ni­gung. Ein En­de des An­la­ge­not­stands ist nicht ab­seh­bar, und die Pri­vat­an­le­ger ste­hen wei­ter­hin ab­seits.

Für ei­ne Spe­ku­la­ti­ons­bla­se braucht es zwei Zu­ta­ten: ei­ne zu ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik und der Glau­be der In­ves­to­ren, ein neu­es Zeit­al­ter sei an­ge­bro­chen. Meist be­zieht sich Letz­te­res auf dau­er­haft ho­he Wachs­tums­ra­ten von Wirt­schaft und Un­ter­neh­mens­ge­win­nen. Doch dies­mal ist es wirk­lich an­ders, denn die lo­cke­re Geld­po­li­tik ist zu­gleich Ge­gen­stand des «This ti­me is dif­fe­rent». Von den No­ten­ban­ken um den Er­trag auf An­lei­hen und Spar­gut­ha­ben ge­bracht, su­chen im­mer mehr In­ves­to­ren ihr Heil in ris­kan­te­ren An­la­ge­for­men – dar­un­ter auch Ak­ti­en. Di­vi­den­den sei­en die neu­en Zin­sen, hört man al­lent­hal­ben. Das ist na­tür­lich Un­sinn, doch so­lan­ge die In­ves­to­ren dar­an glau­ben, sind sol­che Bon­mots mehr als gut ge­nug, die Kur­se hö­her zu trei­ben – zu­mal noch ge­nü­gend Pul­ver in Form von Li­qui­di­tät tro­cken liegt.

Der süs­ses­te Teil der Bör­sen­hausse steht al­so mög­li­cher­wei­se noch be­vor. Doch es ist auch der schwie­rigs­te, weil ir­gend­wann die Zeit kommt, adieu zu sa­gen. Was die Bla­se der­einst zum Plat­zen bringt, weiss nie­mand. Meist ist der Grund nicht ein­mal im Nach­hin­ein klar. Ei­nen Warn­schuss feu­er­te kürz­lich der An­lei­hen­markt ab, der in we­ni­gen Ta­gen mehr oder we­ni­ger grund­los ein­brach. Wenn die Be­wer­tun­gen hoch und die An­le­ger zu ein­sei­tig po­si­tio­niert sind, braucht es für ei­ne Schub­um­kehr nur we­nig.

Re­dak­tor zum The­ma Ak­ti­en­märk­te

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