Gu­te Chan­cen für CH-Zu­lie­fe­rer

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - CB

Ver­bes­sert sich die La­ge der Au­to­mo­bil­in­dus­trie, kommt dies in der ei­nen oder an­dern Form auch den Zu­lie­fe­rern zu­gu­te. Die Bran­che der Kom­po­nen­ten- und Tei­le­fer­ti­ger er­bringt bis zu 80% der Wert­schöp­fung ei­nes Au­to­mo­bils. Wer­den mehr Per­so­nen­wa­gen und leich­te Nutz­fahr­zeu­ge ab­ge­setzt, kann sie mehr lie­fern. Ihr Um­satz steigt.

Das ver­gan­ge­ne Jahr war für die welt­wei­te Zu­lie­fer­in­dus­trie ein Re­kord­jahr. Ei­ner Stu­die von Ro­land Ber­ger und La­zard zu­fol­ge war die durch­schnitt­li­che Mar­ge auf Ba­sis des be­rei­nig­ten Be­triebs­ge­winns (Ebit, 7,5%) nie hö­her. Für die Ren­di­te auf das ein­ge­setz­te Ka­pi­tal (ROCE, 14%) gilt das­sel­be. Auch die ko­tier­ten Ver­tre­ter aus der Schweiz ha­ben über­wie­gend gut abgeschnitten. Na­ment­lich Au­to­ne­um, Fein­tool, EmsChe­mie und Georg Fi­scher (mit GF Au­to­mo­ti­ve) müs­sen sich im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich nicht ver­ste­cken.

Haupt­trei­ber hin­ter den gu­ten Zah­len der Bran­che ist das Wachs­tum der welt­wei­ten Au­to­mo­bil­pro­duk­ti­on. Doch für den ein­zel­nen Zu­lie­fe­rer kor­re­lie­ren Um­satz und Pro­fi­ta­bi­li­tät nicht au­to­ma­tisch: Je nach Heim­markt, Un­ter­neh­mens­grös­se, Pro­dukt­klas­se und Ge­schäfts­mo­dell sind die Vor­aus­set­zun­gen mehr oder we­ni­ger güns­tig.

Die meis­ten Zu­lie­fe­rer, die mit an­hal­tend ho­her Mar­ge wach­sen, zeich­nen sich ge­mäss Ro­land Ber­ger/La­zard durch fünf Ker­nei­gen­schaf­ten aus. Sie set­zen zum ei­nen auf tech­no­lo­gi­sche Dif­fe­ren­zie­rung und auf Ak­ti­vi­tä­ten, die über­durch­schnitt­li­ches Wachs­tum und eben­sol­che Mar­gen ver­spre­chen. Mit Ein­schrän­kun­gen beim Mar­gen­po­ten­zi­al trifft das auf die hie­si­gen Ver­tre­ter rund­um zu. Sie gel­ten als In­no­va­to­ren, be­die­nen wich­ti­ge Trends im Au­to­mo­bil­bau – vor al­lem das The­ma CO2-Re­duk­ti­on – und hel­fen in der Re­gel auch, Kos­ten zu spa­ren.

Wei­te­re Er­folgs­merk­ma­le sind an­ti­zy­kli­sche Ef­fi­zi­enz­ver­bes­se­run­gen so­wie leis­tungs­fä­hi­ge Pro­zes­se und Struk­tu­ren in ei­nem glo­ba­li­sier­ten Rah­men. Auch das trifft auf Au­to­ne­um, Fein­tool, Ems und GF Au­to­mo­ti­ve zu. Nur ei­nem Kri­te­ri­um ge­nü­gen die Schwei­zer kaum: Kräf­tig aus­ge­baut wird das Pro­duk­ti­ons- und En­gi­nee­ring-Pro­fil aus­ser­halb der Tri­a­de­märk­te (Eu­ro­pa, Nord­ame­ri­ka, Chi­na) ein­zig von Au­to­ne­um.

Ein Un­ter­neh­men muss nicht al­le Merk­ma­le auf­wei­sen, um Er­folg zu ha­ben. Eben­so klar ist aber auch, dass die gröss­ten ko­tier­ten Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rer der Schweiz über et­li­che Ker­nei­gen­schaf­ten der Bran­chen­bes­ten ver­fü­gen. Als An­halts­punkt für die Fä­hig­keit, im (har­ten) Wett­be­werb zu be­ste­hen und zu ge­dei­hen, stimmt dies zu­ver­sicht­lich. Auch aus An­le­ger­sicht.

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