S+B dämpft die Er­war­tung

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Trotz hö­he­rem Um­satz weist der Stahl­kon­zern Schmolz+Bi­cken­bach für das Start­quar­tal ein 10% nied­ri­ge­res Be­triebs­er­geb­nis vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­ti­on (Ebit­da) aus. Auf Stu­fe Ebit re­sul­tier­te ein Rück­gang von ei­nem Drit­tel. CEO Cle­mens Il­ler sprach an ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz von ei­nem «sehr in­ten­si­ven Preis­wett­be­werb» in der Bran­che. Er rech­ne nicht da­mit, dass sich das Pro­blem in den nächs­ten Mo­na­ten ent­schär­fe. Die Mass­nah­men zur Kos­ten- und Ef­fi­zi­enz­ver­bes­se­rung müss­ten vor­an­ge­trie­ben wer­den.

Ein zwei­ter Grund für die Ver­schlech­te­rung der Er­trags­zah­len in den ers­ten drei Mo­na­ten war der «Fran­ken­schock» im Ja­nu­ar. Er hat­te ei­nen An­stieg der Wäh­rungs­ver­lus­te von 8,5 Mio. € zur Fol­ge. Er­war­tet wor­den wa­ren 7 Mio. €. Für die zwei zu 80% ex­port­ori­en­tier­ten Wer­ke in Em­men­brü­cke ist ein Strauss von Mass­nah­men be­schlos­sen wor­den, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu be­wah­ren: un­ter an­de­rem zwei Ar­beits­stun­den mehr pro Wo­che, vor­läu­fi­ger Ein­stel­lungs­stopp, Ver­schie­bung von In­ves­ti­tio­nen und Neu­ver­hand­lung von Ein­kaufs­kon­di­tio­nen.

Un­ter dem Strich ver­buch­te Schmolz+Bi­cken­bach wie er­war­tet ei­nen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­ver­lust. Der schwei­ze­risch-deut­sche Her­stel­ler von Spe­zi­al­stahl-Lang­pro­duk­ten hat­te En­de März an­ge­kün­digt, die Dis­tri­bu­ti­on mit ei­nem Um­satz von 600 Mio. € an die fran­zö­si­sche Jac­quet Me­tal Ser­vices zu ver­äus­sern. Der Ver­kauf des mar­gen­schwa­chen und vie­le Mit­tel bin­den­den Ge­schäfts soll im drit­ten Quar­tal ab­ge­wi­ckelt wer­den und wird dem Un­ter­neh­men ei­nen Net­to­er­lös von 88,6 Mio. € ein­brin­gen. Der Ver­kauf er­höht die Ebit­da-Mar­ge um ei­nen Pro­zent­punkt und ver­rin­gert die Ab­hän­gig­keit vom Markt Deutsch­land.

Die Trans­ak­ti­on be­ein­träch­tig­te auch die Bi­lanz per En­de März. Al­ler­dings nur vor­über­ge­hend: Wäh­rend die Wert­be­rich­ti­gung um­ge­hend nach Ver­trags­un­ter­zeich­nung zu ver­bu­chen war, blei­ben die Ver­mö­gens­wer­te bis zur Ab­wick­lung in der Bi­lanz.

Der Ak­ti­en­markt re­agier­te mit Ab­ga­ben auf den Quar­tals­be­richt. Die di­vi­den­den­lo­sen Ti­tel no­tie­ren mitt­ler­wei­le 44% un­ter dem Stand von vor ei­nem Jahr. Zu den nicht er­füll­ten Er­war­tun­gen kam ein Aus­blick, der noch ver­hal­te­ner aus­fiel als im März. In der Zwi­schen­zeit hat der Stahl­welt­ver­band die Pro­gno­se für den Ver­brauch deut­lich ge­senkt, vor al­lem für Asi­en. Schon 2014 war das tat­säch­li­che Wachs­tum un­ter den Er­war­tun­gen zu­rück­ge­blie­ben. Der Zeit­punkt, um mit Schmolz+Bi­cken­bach auf ei­ne Er­ho­lung des Stahl­markts zu set­zen, ist in ziem­lich wei­ter Fer­ne.

«Wir sind der füh­ren­de An­bie­ter von Bat­te­rie-Ener­gie-Spei­cher­sys­te­men mit Kraft- und Ener­gie­zel­len.»

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