Was ei­ne Ver­dop­pe­lung des SMI be­deu­tet

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - GM

Burk­hard Varn­holt war die Auf­merk­sam­keit ge­wiss, als er am «FuW Fund Ex­perts Fo­rum» ei­ne Ver­dop­pe­lung oder gar Ver­drei­fa­chung des SMI in den nächs­ten fünf Jah­ren in Aus­sicht stell­te, so­fern die Zin­sen nied­rig blei­ben. Doch was wür­de ei­ne sol­che Kurs­ent­wick­lung für den be­reits stolz be­wer­te­ten hei­mi­schen Ak­ti­en­markt be­deu­ten?

Da Schwei­zer Un­ter­neh­men re­kord­ho­he Mar­gen er­wirt­schaf­ten, dürf­te die wei­te­re Ge­winn­ent­wick­lung un­ge­fähr dem Um­satz­wachs­tum ent­spre­chen, das vom Wirt­schafts­ver­lauf vor­ge­ge­ben wird. Rech­net man an­ge­sichts der ver­hal­te­nen Kon­junk­tur­aus­sich­ten und des ge­rin­gen In­fla­ti­ons­drucks mit ei­ner jähr­li­chen Ge­winn­zu­nah­me von 5%, wür­de ei­ne Ver­drei­fa­chung des SMI das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von ge­gen­wär­tig 19,5 auf knapp 46 im Jahr 2020 ka­ta­pul­tie­ren. Bei ei­ner Ver­dop­pe­lung be­trü­ge das KGV 30,55 und ent­sprä­che ex­akt dem Wert, den der S&P 500 im März 2000 er­reich­te. droht den Ak­ti­en­märk­ten kei­ne Ge­fahr, so­lan­ge die Zin­sen nied­rig blei­ben. Das ist zu­min­dest die Leh­re aus ver­gan­ge­nen Bör­sen­zy­klen, als die Bais­se erst ein­setz­te, nach­dem die Zen­tral­ban­ken den Kampf ge­gen die In­fla­ti­on auf­ge­nom­men und die Zin­sen in den re­strik­ti­ven Be­reich an­ge­ho­ben hat­ten.

Doch das muss nicht im­mer so sein. Der Markt kann ein­bre­chen, «wenn die Prei­se ei­ner An­la­ge ge­nü­gend hoch stei­gen, auch wenn das Fed auf sei­ner Sei­te steht», gibt Grant­ham zu be­den­ken. Auch Ro­gers warnt, die Kri­se be­gin­ne nicht dort, wo al­le hin­schau­en: «Der Aus­lö­ser kann ein mar­gi­na­les Er­eig­nis sein.»

Warn­schuss vom Bond­markt

In der Tat ist bis heu­te un­klar, was die Tech­no­lo­giebla­se im März 2000 zum Plat­zen brach­te. Das Fed hob zwar ab Ju­ni 1999 die Zin­sen an, doch wirk­lich re­strik­tiv – bei­spiels­wei­se ge­mes­sen am no­mi­na­len Wirt­schafts­wachs­tum – war die Geld­po­li­tik auch da­mals nicht.

Ei­nen Warn­schuss feu­er­te in den letz­ten Wo­chen der Bond­markt ab, der grund­los ins Strau­cheln ge­riet. So brach die zehn­jäh­ri­ge deut­sche Bun­des­an­lei­he in zwölf Han­dels­ta­gen 6,5% ein – für den Ob­li­ga­tio­nen­markt ein mitt­le­res Erd­be­ben, das auch Ex­per­ten nicht zu­frie­den­stel­lend er­klä­ren kön­nen. Die Tur­bu­len­zen zei­gen, wie we­nig es für ei­ne Schub­um­kehr braucht, wenn die Be­wer­tun­gen hoch und die An­le­ger zu ein­sei­tig po­si­tio­niert sind.

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