Er­folg­ver­heis­sen­de Ti­tel aus der Schweiz

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AK

In der Schweiz ha­ben sich die Small und die Mid Caps in den ver­gan­ge­nen sechs Mo­na­ten ge­gen 4 Pro­zent­punk­te oder fast zwei Drit­tel bes­ser ent­wi­ckelt als der In­dex für die gross­ka­pi­ta­li­sier­ten Wer­te. «Der Mo­men­t­umfak­tor spricht zur­zeit wei­ter für ein En­ga­ge­ment in den klei­ne­ren Schwei­zer Wer­ten», meint Andre­as Kapp­ler, Fonds­ma­na­ger bei Swis­scan­to.

Lang­fris­tig ge­se­hen ge­winnt der An­le­ger mit den klei­ne­ren Ti­teln so­wie­so mehr als mit den gros­sen: Wie Pa­na­gio­tis Spi­lio­pou­los, Lei­ter Re­se­arch bei Von­to­bel, aus­führt, ha­ben die Schwei­zer Small Caps über ei­nen Zei­t­raum von fünf­zehn Jah­ren im Schnitt et­wa dop­pelt so viel Ren­di­te ge­bracht wie die Blue Chips. Al­ler­dings sind die Schwan­kun­gen bei den Klei­nen weit hö­her, in der Ge­winn- und der Kurs­ent­wick­lung. Die Leh­re be­sagt nach Spi­lio­pou­los: Wenn sich die Wirt­schaft er­holt, soll­te der An­le­ger auf Small und Mid Caps set­zen. Wenn sie sich ab­kühlt oder die kon­junk­tu­rel­len Aus­sich­ten dif­fus er­schei­nen, sind Lar­ge Caps zu be­vor­zu­gen, eben weil die Ge­winn­ent­wick­lung der Gros­sen deut­lich sta­bi­ler und bes­ser vor­aus­seh­bar ist.

Ak­tu­ell wür­de das heis­sen: Wer dar­an glaubt, dass Eu­ro­pa aus dem Tal­kes­sel kommt und das im ers­ten Quar­tal über­zeu­gen­de BIP-Wachs­tum ei­ne Fort­set­zung fin­den wird, soll­te ver­stärkt eu­ro­päi­sche, auch schwei­ze­ri­sche Small und Mid Caps kau­fen.

In die­se Ker­be schlägt auch Mar­tin Sch­lat­ter, Lei­ter Ak­ti­en beim un­ab­hän­gi­gen Fonds­an­bie­ter Swiss Rock. Er ver­weist dar­auf, dass vie­le In­ves­to­ren ei­ne Stra­te­gie fah­ren, in der sie auf top­so­li­de Ti­tel mit ho­hen Di­vi­den­den und tie­fer Vo­la­ti­li­tät set­zen – mit En­ga­ge­ments in solch de­fen­si­ven Stan­dard­wer­ten ver­su­chen sie, die feh­len­den Ren­di­ten bei den Fest­ver­zins­li­chen zu kom­pen­sie­ren. Die­ses Ver­hal­ten ha­be ge­ra­de die Schwei­zer Blue Chips aus dem Phar­ma- und dem Nah­rungs­mit­tel­sek­tor teu­er wer­den las­sen.

At­trak­tiv be­wer­tet und in­ter­es­san­ter sind nach Sch­lat­ters An­sicht die Small Caps, «vor al­lem sol­che aus dem In­dus­trie­sek­tor». Da sind vie­le In­ves­to­ren zu­rückhal- tend, weil sie noch nicht recht dar­an glau­ben, dass die­se Un­ter­neh­men im Zu­ge ei­ner wirt­schaft­li­chen Er­ho­lung ein kräf­ti­ge­res Ge­winn­wachs­tum er­zie­len.

Im Ein­klang da­mit sieht Sch­lat­ter im Ge­winn­trend der Un­ter­neh­men resp. im Mass, in dem die Ana­lys­ten Ge­winn­re­vi­sio­nen nach oben vor­neh­men, be­son­ders wich­ti­ge Aus­wahl­kri­te­ri­en für die An­la­gen. Ein an­de­res sei das Ver­hält­nis von nach­hal­tig er­wirt­schaf­te­tem Cash­flow zum Un­ter­neh­mens­wert. Ge­mes­sen an die­sen Kri­te­ri­en hält er zur­zeit die Ak­ti­en des Elek­tro­in­stal­la­teurs Burk­hal­ter, der im April aber­mals ein­drucks­vol­le Jah­res­zah­len aus­wies, für span­nend. Die Pa­pie­re des Au­to­zu­lie­fe­rers Au­to­ne­um über­zeu­gen ihn mit ei­nem güns­ti­gen Cash­flow-Un­ter­neh­mens­wert-Ver­hält­nis.

Dies­be­züg­lich auf ei­nem der letz­ten Rän­ge lie­gen die Ti­tel von Lindt & Sprüng­li. Als eher teu­er wer­tet Sch­lat­ter auch die Ak­ti­en von Ems-Che­mie, zu­mal der Spe­zi­al­che­mie­kon­zern zu­letzt mit sei­nen Zah­len den Markt eher ent­täuscht hat.

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