An Vor­sor­ge gut ver­dient

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Wie reich­lich die Ver­si­che­rer an der ob­li­ga­to­ri­schen be­ruf­li­chen Vor­sor­ge der Schweiz mit­pro­fi­tie­ren dür­fen, ist mit ei­nem Ver­teil­schlüs­sel ge­setz­lich ge­re­gelt. Der Ge­winn­an­teil der As­se­ku­ranz­un­ter­neh­men darf höchs­tens ein Zehn­tel al­ler Brut­to­er­trä­ge des re­gu­lier­ten BVG-Ge­schäfts aus­ma­chen.

Er­gän­zend stel­len die Ver­si­che­rer in­des Durch­füh­rungs­kos­ten in Rech­nung. In der Sum­me sind den ko­tier­ten An­bie­tern von KMU-Pen­si­ons­lö­sun­gen letz­tes Jahr 13 bis 16% des Pen­si­ons­brut­to­er­geb­nis­ses ge­blie­ben (vgl. Ta­bel­le).

Für Kon­zern­ge­winn wich­tig

Der Ge­winn­an­teil al­lein ent­spricht 6 bis 7 Pro­zent­punk­ten. Das BVG-Seg­ment ist be­son­ders für Swiss Li­fe ge­wich­tig. Der Markt­füh­rer im BVG-Ver­si­che­rungs­ge­schäft er­zielt dar­aus ein Sechs­tel des Kon­zern­be­triebs­ge­winns. Für Hel­ve­tia und Ba­loi­se steht der An­teil auf rund 8% des Kon­zern­to­tals.

Die eben­falls der BVG-Rech­nung an­ge­las­te­ten Ad­mi­nis­tra­ti­ons­kos­ten de­cken zwi­schen 4 und 8% der kon­zern­wei­ten Be­triebs­kos­ten. Da­zu ad­die­ren sich noch Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­kos­ten. Die De­ckungs­bei­trä­ge des Pen­si­ons­ge­schäfts stüt­zen so­mit mehr­fach die Ren­ta­bi­li­tät der An­bie­ter.

Die Kos­ten­über­wäl­zung ist le­gi­tim. Al­ler­dings über­stei­gen die pro Kopf be­rech­ne­ten Ad­mi­nis­tra­ti­ons­kos­ten der As­se­ku­ranz, trotz be­reits er­reich­ter Ver­bes­se­run­gen, wei­ter­hin den Kos­ten­satz der Pen­si­ons­kas­sen­bran­che. Die As­se­ku­ranz be­grün­det die Kos­ten­hö­he mit dem häu­fi­ge­ren Wech­sel an­ge­schlos­se­ner KMU-Kun­den ( Ver­trä­ge sind zu­meist auf drei bis fünf Jah­re ab­ge­schlos­sen) und vie­len Kle­inst­an­schlüs­sen. Im Hel­ve­tia-Port­fo­lio zäh­len die BVG-ver­si­cher­ten Be­trie­be durch­schnitt­lich zehn Mit­ar­bei­ten­de.

Schär­fe­re Re­geln nach­tei­lig

Die Nach­fra­ge nach den Vor­sor­ge­ga­ran­ti­en der Ver­si­che­rer blei­be enorm, sag­te Do­nald De­sax, Seg­ments­ver­ant­wort­li­cher von Hel­ve­tia, an ei­nem Me­di­en­an­lass: «Ver­ant­wort­li­che und Be­schäf­tig­te vie­ler KMU möch­ten die kniff­li­gen In­vest­ment­be­lan­ge und Ri­si­ken ab­wäl­zen.» Be­trie­ben, die zu­sam­men mit den Be­schäf­tig­ten mit dem Vor­sor­ge­geld ex­pli­zit an An­la­ge­ri­si­ken und -chan­cen par­ti­zi­pie­ren wol­len, wird von den Ver­si­che­rern der An­schluss an Sam­mel­pen­si­ons­kas­sen of­fen­ge­hal­ten.

Den KMU sind folg­lich un­ter­schied­lich ge­präg­te Vor­sor­ge­lö­sun­gen zu­gäng­lich. De­sax stellt sich des­halb ge­gen ei­ne Ver­schär­fung der Re­gu­lie­rung des von der As­se­ku­ranz ga­ran­tier­ten BVGGe­schäfts. Im Rah­men des Re­form­plans Al­ters­vor­sor­ge 2020 der Lan­des­re­gie­rung wird ei­ne Ver­schie­bung des höchst­mög­li­chen Ge­winn­an­teils (Le­gal Quo­te) von 10 auf noch 8% des Jah­res­brut­to­er­trags er­wo­gen, da die Ver­si­che­rer in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren je­weils we­ni­ger als 8% für sich be­an­sprucht hät­ten. Ge­mäss De­sax wür­de die Ein­schrän­kung des Ver­tei­lungs­spiel­raums die An­la­ge des BVG-Vor­sor­ge­gel­des be­ein­träch­ti­gen – zum Nach­teil der vor­sor­ge­ver­si­cher­ten Be­völ­ke­rung.

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