Zur Per­son

Finanz und Wirtschaft - - MEN - TR INTERVIEW: THORS­TEN RIEDL

Ur­sprüng­lich hat Kirk S. La­ney den CEOPos­ten von AMS im Früh­jahr 2013 nur in­te­ri­mis­tisch über­nom­men, als sein Vor­gän­ger ge­hen muss­te. Jetzt bleibt La­ney doch län­ger. Der 58-jäh­ri­ge Ame­ri­ka­ner ar­bei­tet seit 35 Jah­ren in der Chip­in­dus­trie. Er star­te­te sei­ne Kar­rie­re nach dem Phy­sik­stu­di­um bei Te­xas In­stru­ments. Durch Ab­spal­tung des Ge­schäfts mit Op­tik­sen­so­ren führ­te er sein ei­ge­nes Un­ter­neh­men, TAOS. AMS hat die Fir­ma vor vier Jah­ren ge­kauft. Er ar­bei­tet teils in den USA, teils am Stamm­sitz in Ös­ter­reich. Den Rest der Zeit ver­bringt er bei Kun­den. Die Asia­ten schau­en ganz be­son­ders auf den Preis, vie­le ma­chen noch Ver­lust im Smart­pho­ne-Ge­schäft. AMS kann mit ih­nen zu­sam­men­ar­bei­ten, denn be­stimm­te un­se­rer Fer­ti­gungs­an­la­gen sind be­reits ab­ge­schrie­ben. So­lan­ge wir mit ei­ner Be­triebs­ge­winn­mar­ge von 25% da­bei sind, tun wir es. So hal­ten wir uns ei­nen Fuss in der Tür – und Ri­va­len draus­sen. Mit­nich­ten. Auch im In­dus­tri­al-Ge­schäft so­wie bei Me­di­cal and Au­to­mo­ti­ve ha­ben wir span­nen­de Pro­duk­te in der Pi­pe­line: ob Sen­so­ren für Ro­bo­ter, hoch­auf­lö­sen­de Com­pu­ter­to­mo­gra­fen oder Tech­nik für selbst­fah­ren­de Au­tos. Der Me­di­zin­be­reich soll ab En­de 2016 stär­ker zu­le­gen, das Au­to­mo­ti­ve-Ge­schäft ab 2017/18 von ei­nem ein- auf ein zwei­stel­li­ges Um­satz­wachs­tum um­schal­ten. Seit Herbst ar­bei­tet Tho­mas Stock­mei­er als Ver­ant­wort­li­cher für das Ta­ges­ge­schäft im Vor­stand. Ich ha­be nun die Frei­heit, mich um stra­te­gi­sche Be­lan­ge zu küm­mern, al­len vor­an um die op­ti­schen Pro­duk­te, die in al­len un­se­ren Seg­men­ten ei­ne Rol­le spie­len wer­den. Im Jahr 2019 wol­len wir erst­mals ei­nen Um­satz von 1 Mrd. € er­zie­len. Min­des­tens 30% da­von soll­te aus den neu­en op­ti­schen Kom­po­nen­ten stam­men. Und die­ser Um­satz­an­teil könn­te bis zu 50% un­se­res Be­triebs­ge­winns vor Ab­schrei­bung, Zin­sen und Steu­ern (Ebit­da) er­wirt­schaf­ten. Wir ste­hen kurz da­vor, Kun­den für die­se neu­en Pro­duk­te zu ge­win­nen. Weil es sol­che Sen­so­ren in der Art noch nicht gibt, ha­ben wir kon­zern­weit das Mit­tel­frist­ziel, die Brut­to­mar­ge auf 60% und die Be­triebs­ge­winn­mar­ge auf Stu­fe Ebit um wei­te­re 5% an­zu­he­ben. Wenn Sie bei Fu­sio­nen an ei­nen Zu­sam­men­schluss in der Grös­sen­ord­nung von Dia­log Se­mi­con­duc­tor den­ken, den wir ver­gan­ge­nen Som­mer ab­ge­sagt ha­ben: nein. Ge­plant sind zur Zeit klei­ne­re Zu­käu­fe, um Sen­sor­tech­no­lo­gi­en zu stär­ken, Fer­ti­gungs­ka­pa­zi­tä­ten zu er­wei­tern oder auch Per­so­nal zu ge­win­nen. Ak­tu­ell su­chen wir mehr als 200 neue zu den be­ste­hen­den 1700 Mit­ar­bei­tern, vor al­lem Ana­log- und Soft­ware­ent­wick­ler. Wir kau­fen wei­ter Ak­ti­en zu­rück, zum ei­nen für Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, zum an­de­ren als mög­li­che Wäh­rung für Ak­qui­si­tio­nen. Zu­dem schüt­ten wir 25% des

«Mit dem Ver­wal­tung­rat dis­ku­tie­ren wir, un­se­re Aus­schüt­tungs­quo­te von ak­tu­ell 25% zu er­hö­hen.»

Net­to­ge­winns als Di­vi­den­de aus. Mit dem Ver­wal­tungs­rat dis­ku­tie­ren wir ak­tu­ell, die­sen An­teil zu er­hö­hen. So­lan­ge ich Wert ge­ne­rie­re, ste­he ich dem Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung. Es war nicht mein Plan, die­se Po­si­ti­on zu über­neh­men. Aber ich füh­le mich jetzt sehr wohl, be­son­ders da ich an der stra­te­gi­schen Wei­ter­ent­wick­lung ar­bei­ten kann.

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