Tran­so­ce­an zieht Schluss­strich

Finanz und Wirtschaft - - MEN - MG

Tran­so­ce­an hat im Fall der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko mit dem Plain­tiff’s Stee­ring Com­mit­tee (PSC), das zwei ver­schie­de­ne Klä­ger­grup­pen ver­tritt, und mit dem Öl- und Gas­mul­ti BP zwei se­pa­ra­te Ver­glei­che ge­trof­fen. Mit den bei­den Ei­ni­gun­gen wer­den im We­sent­li­chen al­le noch of­fe­nen An­sprü­che ge­gen den Tief­see­bohr­kon­zern aus der Öl­ka­ta­stro­phe ge­schlich­tet.

Zum Un­fall kam es, nach­dem sich im April 2010 auf der Bohr­platt­form «Deep­wa­ter Ho­ri­zon» ei­ne Ex­plo­si­on er­eig­net hat­te. Sie kos­te­te elf Ar­bei­ter das Le­ben und ver­ur­sach­te die gröss­te Öl­pest in der Ge­schich­te der USA.

Zah­lung von 212 Mio. $

Ge­mäss dem Ver­gleich mit dem PSC zahlt Tran­so­ce­an an zwei Klä­ger­grup­pen ins­ge­samt 212 Mio. $. Da­zu kom­men An­walts­kos­ten, die al­ler­dings vom Be­zirks­ge­richt von Loui­sia­na noch fest­ge­legt wer­den müs­sen. Die­ses Ge­richt muss der Ei­ni­gung auch noch zu­stim­men. Ei­ne vom Ge­richt be­stimm­te Per­son wird die Ent­schä­di­gun­gen den ein­zel­nen Klä­gern zu­wei­sen.

Die ei­ne Klä­ger­grup­pe um­fasst pri­va­te Klä­ger und lo­ka­le Be­hör­den, die Tran­so­ce­an mög­li­cher­wei­se un­ter See­recht auf Scha­den­zah­lun­gen ver­kla­gen könn­ten. Die zwei­te Klä­ger­grup­pe be­steht aus pri­va­ten Klä­gern, die sich mit BP be­reits auf die Be­glei­chung von wirt­schaft­li­chen Schä­den ge­ei­nigt ha­ben. Für ei­nen Teil die­ser Kos­ten hat BP wie­der­um Tran­so­ce­an ein­ge­klagt.

Der zwei­te Ver­gleich be­trifft BP, den Mie­ter der ver­un­fall­ten Bohr­platt­form von Tran­so­ce­an. Die­se Ei­ni­gung ist nicht von der Ge­neh­mi­gung ei­nes Ge­richts ab­hän­gig. Die Ver­ein­ba­rung sieht die Be­glei­chung von Tran­so­ce­an ent­stan­de­nen Schä­den durch BP und um­ge­kehrt vor. BP gibt zu­dem ih­re An­sprü­che auf Tran­so­ce­an zu­ste­hen­de Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen in der Hö­he von 538 Mio. $ auf. Für dem Tief­see­bohr­kon­zern ent­stan­de­ne Rechts­kos­ten zahlt der Mul­ti schliess­lich 125 Mio. $.

Vor­teil­haf­te Ver­glei­che

Für Tran­so­ce­an fal­len die bei­den Ver­gleich sehr vor­teil­haft aus. An das PSC muss der Tief­see­bohr­kon­zern deut­lich we­ni­ger zah­len als der Öl­feld­dienst­leis­ter Hal­li­bur­ton, der den Ze­ment für die feh­ler­haf­te Boh­rung im Golf von Me­xi­ko ge­lie­fert hat­te. Von BP er­hält Tran­so­ce­an so­gar noch Geld. An­fang 2013 hat­te das Schwei­zer Un­ter­neh­men mit ame­ri­ka­ni­schen Wur­zeln dem US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um eben­falls auf­grund ei­nes Ver­gleichs 1,4 Mrd. $ be­zah­len müs­sen.

Ob­wohl Tran­so­ce­an mit den bei­den jüngs­ten Ver­glei­chen nach fünf Jah­ren ei­nen Schluss­strich un­ter die Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko zie­hen kann, sind die Ak­ti­en wei­ter­hin kein Kauf. Denn die Auf­trags­flau­te im Off­s­horeBohr­ge­schäft – ver­ur­sacht durch den nied­ri­gen Öl­preis und die Über­ka­pa­zi­tä­ten im Markt – hält hart­nä­ckig an. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Tran­so­ce­an im Online-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/RIGN

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