Die Grün­de für die Öl­ral­ly

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JE­RE­MY BA­KER,

Roh­öl hat seit dem Tief im Ja­nu­ar ei­ne star­ke Hausse er­lebt, wes­we­gen über die Grün­de der Ral­ly viel spe­ku­liert wur­de. Die meis­ten Kom­men­ta­to­ren fo­kus­sie­ren sich auf den Ef­fekt des Dol­lars statt auf Än­de­run­gen bei An­ge­bot und Nach­fra­ge. Um die Ral­ly bes­ser zu ver­ste­hen, muss man er­ken­nen, war­um die Öl­prei­se ver­gan­ge­nen Som­mer kol­la­biert sind.

Das «Oil and Gas Jour­nal» iden­ti­fi­ziert vier Schocks, die den Preis von Brent-Öl von 2008 bis En­de 2014 be­ein­flusst ha­ben: Schocks für das Nicht-Opec-Öl­an­ge­bot, Schocks für das Opec-An­ge­bot, Schocks für die Öl­nach­fra­ge so­wie an­de­re Schocks bzw. den Ef­fekt von Spe­ku­la­tio­nen und Stim­mungs­schwan­kun­gen. Da­bei spielt in­ter­es­san­ter­wei­se der Wert des Dol­lars kei­ne Rol­le.

Da­ge­gen kom­men laut Moo­dy’s 50% des Preis­kol­lap­ses vom Über­an­ge­bot, 35% von ei­nem Man­gel an Nach­fra­ge und 15% vom Wert des Dol­lars. Laut «Oil and Gas Jour­nal» wur­den in der ers­ten Hälf­te 2014 po­si­tiv wir­ken­de Spe­ku­la­tio­nen gross­teils durch den ne­ga­ti­ven Ef­fekt der fun­da­men­ta- len Fak­to­ren wett­ge­macht. Zum Som­mer hin schwan­den die po­si­ti­ven spe­ku­la­ti­ven Kräf­te, aber gleich­zei­tig prä­sen­tier­te sich die Nach­fra­gesi­tua­ti­on we­ni­ger ne­ga­tiv. Hät­te sich die spe­ku­la­ti­ve Si­tua­ti­on nicht so sehr ins Ne­ga­ti­ve ge­kehrt, wä­ren die Prei­se wohl nicht so stark kol­la­biert. Wie heu­te spielt der Dol­lar ei­ne un­wich­ti­ge­re Rol­le, als ihm oft zu­ge­schrie­ben wird. Aus der ne­ga­ti­ven Kor­re­la­ti­on von Öl­preis und Dol­lar ist es schwie­rig, ei­ne Kau­sa­li­tät her­zu­lei­ten.

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