LLB-Ak­ti­en ste­hen im Bann der Zin­sen

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Die Liech­ten­stei­ni­sche Lan­des­bank (LLB) ist die Staats­bank des Fürs­ten­tums Liech­ten­stein. Von der Struk­tur und den Märk­ten her ist sie am ehes­ten ver­gleich­bar mit der St. Gal­ler Kan­to­nal­bank, de­ren di­rek­te Kon­kur­ren­tin sie auch ist, ins­be­son­de­re über die LLB-Toch­ter Bank Linth.

Die LLB hat in den letz­ten Jah­ren un­ter ih­rem CEO Ro­land Matt die Haus­auf­ga­ben ge­macht. Das Ge­schäft wur­de fo­kus­siert, Sy­ner­gi­en mit der Bank Linth wur­den aus­ge­schöpft, das US-Steu­er­the­ma in Liech­ten­stein und mit Swis­s­part­ners ge­re­gelt, Rück­stel­lun­gen für die US-Ri­si­ken der LLB Schweiz ver­bucht, die Bank in Ös­ter­reich ren­ta­bi­li­siert, auch dank der Schlies­sung von Ge­schäfts­stel­len. Schlies­sun­gen und Ver­käu­fe be­tra­fen auch LLB Schweiz. Ver­äus­sert wur­den aus­ser­dem der Ver­mö­gens­ver­wal­ter Swis­s­part­ners so­wie das Treu­hand­ge­schäft.

Doch ge­mach­te Haus­auf­ga­ben al­lein be­wir­ken kei­ne Kurs­fan­ta­sie. Das Pro­blem der LLB-Ak­tie liegt in der aus­ge­präg­ten Zins­sen­si­ti­vi­tät der Bank. «Die po­si­ti­ve He­bel­wir­kung bei stei­gen­den Zin­sen ist bei LLB von al­len Ban­ken in un­se­rem Re­se­ar­ch­u­ni­ver­sum am stärks­ten», sagt Ana­lyst Andre­as Brun von der Zürcher Kan­to­nal­bank. Im ge­gen- wär­ti­gen Zins­um­feld wirkt der He­bel al­ler­dings ne­ga­tiv, weil die Wert­min­de­run­gen der Zins­ab­si­che­rung er­folgs­wirk­sam ver­bucht wer­den müs­sen und Er­trag aus dem In­ter­ban­ken­ge­schäft weg­ge­fal­len ist. So­lan­ge die Zin­sen un­ter oder na­he bei null sind, bleibt das Er­geb­nis der LLB un­ter Druck. Die Er­war­tung an­hal­tend tie­fer Zin­sen spie­gelt sich im tie­fen Kurs-Buch­wer­tVer­hält­nis der LLB von 0,65 (es liegt für die ko­tier­ten Kan­to­nal­ban­ken durch­schnitt­lich bei 1,2). Im Er­trag des Pri­va­te Ban­king ist auch kei­ne schar­fe Trend­wen­de zu er­war­ten, ob­wohl es dem Un­ter­neh­men ab kom­men­den Jahr ge­lin­gen dürf­te, den Ver­mö­gens­ab­fluss zu brem­sen und auf den Wachs­tums­märk­ten zu­zu­le­gen.

Was aber ein­deu­tig für die LLB spricht, ist ih­re ho­he Di­vi­den­den­ren­di­te von 4%, die gut ge­si­chert ist. Wer aus die­sem Blick­win­kel in­ves­tiert, darf LLB ge­trost kau­fen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu LLB im Online-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/LLB

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