Va­len­tin Cha­pe­ro im VR weckt Er­war­tun­gen

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GH

Gold­bach ist in Be­we­gung. An ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung am 25. Ju­ni soll Va­len­tin Cha­pe­ro in den Ver­wal­tungs­rat (VR) ge­wählt wer­den. Das be­an­tragt der Gold­bach-VR. Cha­pe­ro ist Mit­be­grün­der und Part­ner des Be­tei­li­gungs­ve­hi­kels Ve­rai­son. Bis 2011 war er CEO des Hör­ge­rä­te­her­stel­lers So­no­va. Mit­te April hat Ve­rai­son ei­ne Be­tei­li­gung von 16,3% an Gold­bach ge­mel­det. Die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft hat das von Uni­ted In­ter­net ge­hal­te­ne Ak­ti­en­pa­ket er­wor­ben und wur­de da­mit der zweit­gröss­te Ak­tio­när der Gold­bach Grup­pe.

In letz­ter Zeit tauch­ten am Markt im­mer wie­der Ge­rüch­te auf, wo­nach der gröss­te Ak­tio­när Beat Cur­ti sei­ne Ti­tel ver­kau­fen wol­le. Doch die­se Ver­kaufs­ge­rüch­te de­men­tiert Cur­ti im Interview.

Das Kern­ge­schäft der Gold­bach-Grup­pe ist das Ver­mit­teln von Wer­bung in pri­va­ten elek­tro­ni­schen, mo­bi­len und in­ter­ak­ti­ven Me­di­en. Den wei­t­aus gröss­ten Bei­trag leis­tet TV-Wer­bung. Gold­bach ist der ein­zi­ge Ver­mark­ter von Schwei­zer Wer­be­fens­tern pri­va­ter deut­scher TV-Sen­der wie et­wa RTL, Sat.1 oder ProSie­ben.

Jah­re­lang ver­such­te die Grup­pe im öst­li­chen Teil Eu­ro­pas Fuss zu fas­sen. Die Ex­pan­si­on ist aber ge­schei­tert. Ver­gan­ge­nes Jahr hat sich Gold­bach aus Russ­land und Ru­mä­ni­en zu­rück­ge­zo­gen und das Agen­tur­ge­schäft in Po­len ge­schlos­sen. Zu­dem wur­de der Aus­tritt aus der Markt­re­gi­on Adria­tic (Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en, Ser­bi­en) be­schlos­sen. Da­mit soll die Ber­ei­ni­gung des Ge­schäfts­port­fo­li­os ge­mäss dem Ma­nage­ment ab­ge­schlos­sen sein.

2014 war das ers­te Jahr un­ter der neu­en Lei­tung von CEO Mi­chi Frank und CFO Lu­kas Leu­en­ber­ger. Der Um­satz nahm im ver­gan­ge­nen Jahr auf 464 Mio. Fr. leicht zu (1,2%), der Ebit da­ge­gen fiel 20% auf 24 Mio. Fr. Der den Gold­bach Ak­tio­nä­ren zu­re­chen­ba­re Ge­winn be­trug 2,5 Mio. Fr. (–4,8%).

In Zu­kunft will sich Gold­bach auf die Re­gi­on DACH in­klu­si­ve Po­len fo­kus­sie­ren. Das Un­ter­neh­men will or­ga­nisch und nicht mehr ak­qui­si­to­risch wach­sen. Mit dem Ein­stieg in den deut­schen Markt hofft das Ma­nage­ment auf pro­fi­ta­bles Wachs­tum. Im Ok­to­ber wur­de die Toch­ter Gold­bach Ger­ma­ny in Mün­chen ge­grün­det. Ab 2016 soll da­mit Geld ver­dient wer­den.

At­trak­tiv wa­ren die Ti­tel bis­her we­gen der ho­hen Di­vi­den­den­ren­di­te. Der­zeit be­trägt sie 3,9%. Mit Cha­pe­ro im VR dürf­te das Un­ter­neh­men wie­der an Fahrt ge­win­nen, will er doch aus dem Un­ter­neh­men ei­ne zwei­te APG ma­chen, wie er und sein Part­ner Gre­gor Gre­ber kürz­lich in ei­nem Interview mit der FuW sag­ten. Da­von könn­ten auch die Ak­tio­nä­re pro­fi­tie­ren. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Gold­bach im Online-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/GBMN

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