Er­ho­lung be­stä­tigt sich

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - GILDAS HITA DE NERCY,

Seit dem Er­rei­chen ih­rer Tiefst 2009 schei­nen eu­ro­päi­sche Wan­del­an­lei­hen klar auf Er­ho­lungs­kurs. Zwi­schen 2003 und 2009 sank ihr An­la­ge­vo­lu­men von 153 Mrd. € auf 47 Mrd. Seit 2009 wuchs das Seg­ment je­doch wie­der jähr­lich auf heu­te rund 78 Mrd. €. Nicht zu­letzt liegt das an der der­zeit güns­ti­gen Kon­stel­la­ti­on an den Fi­nanz­märk­ten: Ren­di­ten und Spreads sind tief, Ak­ti­en sind im Auf­wärts­trend.

Dar­über hin­aus hat die «Des­in­ter­me­dia­ti­on» der Ban­ken zahl­rei­chen Ers­te­mit­ten­ten Zu­gang zu den Märk­ten ver­schafft, die für klas­si­sche An­lei­hen ei­nen hö­he­ren Cou­pon bie­ten müs­sen. Dem­ent­spre­chend wuchs der Pri­mär­markt zwi­schen 2012 und 2014 um rund 50 Mrd. €. Seit An­fang des Jah­res sind wei­te­re 9 Mrd. € hin­zu­ge­kom­men. 2015 dürf­te ein Re­kord­jahr wer­den, da we­ni­ger Cou­pons aus­ge­zahlt wer­den müs­sen. Geht die Ent­wick­lung so wei­ter und wird sie wo­mög­lich noch durch ei­nen An­stieg der Zin­sen be­stützt, könn­ten in zwei bis drei Jah­ren die zu­letzt 2003 ver­zeich­ne­ten Höchst wie­der er­reicht wer­den.

Die Nach­fra­ge ist nach wie vor hoch, vor al­lem, weil die In­ves­ti- tio­nen durch die re­gu­la­ri­schen An­for­de­run­gen (Ba­sel III für Ban­ken und ab Ja­nu­ar 2016 Sol­vency II für Ver­si­che­rer) hoch blei­ben dürf­ten. Nach un­se­ren Schät­zun­gen sind seit Jah­res­be­ginn na­he­zu 5 Mrd. € in eu­ro­päi­sche Wan­del­an­lei­hen ge­flos­sen. Die Be­wer­tung der An­la­ge­klas­se wird durch das Gleich­ge­wicht von An­ge­bot und Nach­fra­ge ge­stützt. Das Net­to­an­ge­bot der Rück­nah­men und Rück­käu­fe ist mit 4 Mrd. € et­was ge­rin­ger als die Nach­fra­ge.

Seit Jah­res­be­ginn ist der Re­fe­ren­z­in­dex ECI Eu­ro­pe 8,8% ge­stie­gen. Un­ter­stützt wur­de er da­bei von den zy­kli­schen Wer­ten – der Tech­no­lo­gie­sek­tor steu­er­te 1,36% bei, Im­mo­bi­li­en +2,2%, Erd­öl­wer­te +0,94%. Auch de­fen­si­ve Wachs­tums­wer­te leis­te­ten ei­nen Bei­trag zur Wert­ent­wick­lung, so trug et­wa der Ge­sund­heits­sek­tor +0,82% bei.

Zu­sam­men­fas­send lässt sich sa­gen, dass die Ba­sis­wer­te der Wan­del­an­lei­hen im eu­ro­päi­schen Er­ho­lungs­zy­klus gut po­si­tio­niert sind: Der Schwer­punkt liegt deut­lich auf zy­kli­schen Sek­to­ren, und ihr Ge­winn­wachs­tum je Ak­tie ist hö­her das beim Sto­xx Eu­ro­pe 600.

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