Evo­nik wür­de Cla­ri­ant ger­ne über­neh­men

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Die Hin­wei­se meh­ren sich, dass der deut­sche Spe­zi­al­che­mie­kon­zern Evo­nik tat­säch­lich wil­lens ist, Cla­ri­ant zu über­neh­men. Evo­nik ist laut ei­ge­nem Be­kun­den auf der Pirsch und will sich vor al­lem in den Be­rei­chen Nah­rung, Ca­re Che­mi­cals und Ka­ta­ly­sa­to­ren ver­stär­ken – in Ge­schäf­ten, die un­ter an­de­rem auch Cla­ri­ant be­treibt.

«Fi­nanz und Wirt­schaft» weiss aus zwei Qu­el­len, dass Cla­ri­ant ein Wunsch­ziel der aus der frü­he­ren De­gus­sa her­vor­ge­gan­ge­nen Ge­sell­schaft ist. Ei­ne der Qu­el­len er­gänzt al­ler­dings, mo­men­tan lau­fe nichts. Das wür­de zu ei­ner Nach­richt des Fi­nanz­blogs Be­ta­vil­le pas­sen, wo­nach das Au­gen­merk von Evo­nik wie­der mehr in Rich­tung des nie­der­län­di­schen Bran­chen­nach­barn DSM geht. Das muss kein Wi­der­spruch zum In­ter­es­se an Cla­ri­ant sein.

Bei Evo­nik är­gert man sich ge­mäss den Qu­el­len dar­über, dass Ha­riolf Kott­mann, der star­ke CEO von Cla­ri­ant, ei­gen­mäch­tig sagt: «Wir wol­len nicht über­nom­men wer­den, und in der Bran­che ist das be­kannt.» Das gibt je­dem An­nä­he­rungs­ver­such von vorn­her­ein ei­ne feind­li­che No­te. Gä­be es in der Che­mie nicht ei­ne Art Gen­tle­men’s Agree­ment, das feind­li­che Über­nah­men als un­schick­lich ein­stuft, wä­re das nicht wei­ter schlimm. Doch in die Rüp­pelecke ge­drängt zu wer­den, könn­te Evo­nik miss­fal­len. Be­vor ein Ent­scheid dar­über fällt, ob die Sache mit Cla­ri­ant durch­ge­zo­gen wird oder nicht, liegt es des­halb na­he, den Blick schwei­fen zu las­sen.

Cla­ri­ant ist auf der Kan­di­da­ten­lis­te von Evo­nik kaum al­lein. Auch DSM wird schon län­ger als Über­nah­me­ziel des fi­nanz­kräf­ti­gen und über­durch­schnitt­lich ren­ta­blen Kon­zerns (vgl. Ta­bel­le) ge­han­delt. Das heisst nicht, dass von Cla­ri­ant ab­ge­las­sen wird. Er­weist sich Cla­ri­ant als ins­ge­samt at­trak­ti­ver, muss Evo­nik Far­be be­ken­nen und ein An­ge­bot auf den Tisch le­gen. Be­deu­tet die­ses im Ver­gleich zum Al­lein­gang ei­nen kla­ren Mehr­wert für die Ak­tio­nä­re, darf es Kott­mann nicht ab­leh­nen.

Viel­mehr muss es vom Ver­wal­tungs­rat ge­prüft und je nach Urteil der Über­nah­me­kom­mis­si­on ge­mel­det wer­den. Mit 23 Fr. je Ak­tie, wie En­de März von «Fi­nan­ci­al Ti­mes» kol­por­tiert, wird Evo­nik aber nicht weit kom­men: Cla­ri­ant ist zu heu­ti­gen Kur­sen im Sek­tor­ver­gleich nur durch­schnitt­lich be­wer­tet (vgl. fuw.ch/30051513). Das si­chert nach un­ten ab. Und nach oben bleibt Raum für Fan­ta­sie.

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