Nicht so schlimm, wie es scheint

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - VA

In der Auf­stel­lung von To­wers Wat­son wei­sen die Un­ter­neh­men Ro­che (59,5%), Swiss Li­fe (49%) und Kühne + Na­gel (28,5%) die nied­rigs­ten De­ckungs­gra­de ih­rer Vor­sor­ge­ver­pflich­tun­gen auf. Was auf den ers­ten Blick be­sorg­nis­er­re­gend wirkt, muss re­la­ti­viert wer­den. Die in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen Un­ter­neh­men ge­ben ih­ren An­ge­stell­ten in ei­ni­gen Län­dern (zum Bei­spiel Deutsch­land) di­rek­te Pen­si­ons­zu­sa­gen, für die sie Rück­stel­lun­gen bil­den. Da­durch sin­ken der Ge­winn und auch die Steu­er­last. Ih­nen steht mehr Li­qui­di­tät zur Ver­fü­gung.

Nach den Rech­nungs­le­gungs­stan­dards IFRS und US GAAP müs­sen die­se Di­rekt­zu­sa­gen als nicht-ka­pi­tal­ge­deck­te Vor­sor­ge­plä­ne aus­ge­wie­sen wer­den, da ih­nen kein di­rek­tes Plan­ver­mö­gen ge­gen­über­steht. «Das wirkt sich aber nicht ne­ga­tiv auf die Zah­lungs­fä­hig­keit in Be­zug auf die Vor­sor­ge­ver­pflich­tun­gen aus und er­for­dert kei­ne zwin­gen­den ge­setz­li­chen Sa­nie­rungs­mass­nah­men», sagt Pe­ter Za­nella von To­wers Wat­son.

Un­ter Aus­schluss der nicht ka­pi­tal­ge­deck­ten Vor­sor­ge­plä­ne steigt der durch­schnitt­li­che De­ckungs­grad bei SMI-Un­ter­neh­men auf 89 und bei SLI-Un­ter­neh­men auf 87%. So er­höht sich auch die De­ckung von Ro­che auf 79,8 und von Ku­eh­ne + Na­gel auf 68,5%. Swiss Li­fe re­gelt die Vor­sor­ge­ver­pflich­tun­gen über Ver­si­che­rungs­kon­trak­te. Auf­grund der IFRS-Vor­ga­ben hat sie die­se al­ler­dings nicht ak­ti­viert, sie er­schei­nen aber an an­de­rer Stel­le im kon­so­li­dier­ten Jah­res­be­richt. An­ge­sichts die­ser be­son­de­ren Ver­bu­chungs­pra­xis re­la­ti­viert sich beim Ver­si­che­rer der De­ckungs­grad.

Swatch Group bi­lan­ziert seit En­de 2013 nach Swiss GAAP FER, wes­halb kei­ne ver­gleich­ba­ren Zah­len vor­lie­gen. Die Haupt­grün­de für die Um­stel­lung wa­ren die ho­he Kom­ple­xi­tät und ei­ne un­ge­nü­gen­de Kos­ten-Nut­zen-Re­la­ti­on. Der Markt zeig­te kei­ne ne­ga­ti­ven Re­ak­tio­nen dar­auf. Auch Georg Fi­scher und wei­te­re Ge­sell­schaf­ten wech­sel­ten auf den hei­mi­schen Bi­lanz­stan­dard.

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