Ge­be­rit bie­tet den Ak­tio­nä­ren sehr viel

Finanz und Wirtschaft - - VERWALTUNGSRATS-RANKING 2015 - PM

Der Sa­ni­tär­tech­ni­ker Ge­be­rit ist ei­nes der mar­gen­stärks­ten Schwei­zer In­dus­trie­un­ter­neh­men. Auf der Ebe­ne Ebit­da rea­li­sier­te er 2014 ei­ne Mar­ge von 27,3% und ei­ne Um­satz­ren­di­te von 20,7%. Von der­ar­ti­gen Wer­ten kön­nen an­de­re In­dus­trie­un­ter­neh­men nur träu­men. Da­hin­ter ste­hen ei­ne durch­dach­te Mar­ke­ting­stra­te­gie, ein her­vor­ra­gen­des und in­no­va­ti­ves Pro­dukt­port­fo­lio so­wie ei­ne ho­he Kos­ten­ef­fi­zi­enz.

Zu Jah­res­be­ginn hat das Un­ter­neh­men mit der Ak­qui­si­ti­on der fin­ni­schen Sa­ni­tec ei­nen gros­sen Schritt ge­macht – und ist so zum eu­ro­päi­schen Markt­füh­rer im Sa­ni­tär­ge­schäft ge­wor­den. Das Ge­schäfts­feld von Ge­be­rit wird durch Ba­de­zim­mer­aus­stat­tun­gen er­wei­tert. Über­schnei­dun­gen mit den her­kömm­li­chen Be­rei­chen (Sa­ni­tär­tech­nik, Rohr­lei­tungs­sys­te­me) gibt es kei­ne, die Ak­qui­si­ti­on ist kom­ple­men­tär. Ge­be­rit er­hofft sich in ers­ter Li­nie denn auch, so neue Wachs­tums­fel­der zu er­schlies­sen. Sa­ni­tec er­reicht die aus­ge­spro­chen ho­hen Mar­gen von Ge­be­rit al­ler­dings nicht. Sie wer­den un­ter Ein­schluss von Sa­ni­tec künf­tig et­was tie­fer lie­gen, aber im­mer noch weit über dem Durch­schnitt.

Ge­be­rit hat sich die­se gröss­te Ak­qui­si­ti­on in der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te ei­ni­ges kos­ten las­sen. Der Kauf­preis be­läuft sich auf um­ge­rech- net rund 1,4 Mrd. Fr. Als Fol­ge der Über­nah­me ha­ben sich die Fi­nanz­kenn­zah­len ver­schlech­tert. Per En­de des ers­ten Quar­tals schrumpf­te die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te auf 44,6%, zum Jah­res­en­de 2014 er­reich­te sie noch gut 70%. Und aus der Net­to­li­qui­di­tät von knapp 740 Mio. Fr. wur­de we­gen der Fi­nan­zie­rung des Kauf­prei­ses ei­ne Net­to­schuld von knapp 650 Mio. Fr.

Die­se Ver­schlech­te­run­gen sind vor­über­ge­hen­der Na­tur und kei­nes­wegs be­sorg­nis­er­re- gend – der Kauf muss ver­ar­bei­tet wer­den. Schon ab 2016 soll­te sich der Er­werb der Sa­ni­tec je­doch po­si­tiv aus­wir­ken. Ge­be­rit büsst durch die­se Über­nah­me nicht an ope­ra­ti­ver Schlag­kraft ein und wird wei­ter­hin in der La­ge sein, Mehr­wert zu ge­ne­rie­ren. Ne­ben der Sa­ni­tec-In­te­gra­ti­on wird die gröss­te Her­aus­for­de­rung für das Ma­nage­ment um den neu­en CEO Chris­ti­an Buhl dar­in be­ste­hen, die Ver­käu­fe ver­stärkt zu in­ter­na­tio­na­li­sie­ren. Un­ter Ein­schluss von Sa­ni­tec er­wirt­schaf­tet Ge­be­rit über 90% des Um­sat­zes in Eu­ro­pa. Die Ak­ti­vi­tä­ten in den USA und Asi­en sol­len aus­ge­baut wer­den.

Das Un­ter­neh­men bleibt für den Ak­tio­när sehr at­trak­tiv. Ne­ben den ho­hen Mar­gen ge­ne­riert es ei­ne stol­ze Ren­di­te auf dem in­ves­tier­ten Ka­pi­tal, sie er­reich­te 2014 über 35%. Zu­dem zeich­net es sich durch ei­ne ho­he Aus­schüt­tung aus, die sich in ei­ner Band­brei­te zwi­schen 50 und 70% des Ge­winns be­wegt. Ge­be­rit wird nach ei­nem Über­gangs­jahr 2015 das Wachs­tums­tem­po wie­der er­hö­hen. Die Ti­tel sind mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 27 hoch be­wer­tet und ver­fü­gen vor­erst über we­nig Kurs­fan­ta­sie. Auf­grund der gu­ten Per­spek­ti­ven kön­nen Kurs­rück­schlä­ge je­doch zu Zu­käu­fen ge­nutzt wer­den.

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