Me­tho­de: 165 Un­ter­neh­men nach 27 Kri­te­ri­en be­wer­tet

Finanz und Wirtschaft - - VERWALTUNGSRATS-RANKING 2015 - MG

Die 165 an der Schwei­zer Bör­se ko­tier­ten Un­ter­neh­men, die im Ver­wal­tungs­rats-Ranking der «Fi­nanz und Wirt­schaft» und des Ak­tio­närs­dienst­leis­ters zRa­ting an­ge­tre­ten sind, konn­ten in 27 Ka­te­go­ri­en ma­xi­mal 34 Punk­te er­zie­len. Be­wer­tet wur­den die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Zu­sam­men­set­zung der Ver­wal­tungs­rä­te, de­ren Un­ab­hän­gig­keit, die Be­ach­tung der we­sent­li­chen recht­li­chen Vor­schrif­ten (Com­p­li­an­ce), die In­for­ma­ti­ons­po­li­tik ( Trans­pa­renz von Or­ga­ni­sa­ti­on und Ar­beit) so­wie die Ent­schä­di­gungs- und Be­tei­li­gungs­mo­del­le.

Der Kri­te­ri­en­ka­ta­log ori­en­tiert sich in­halt­lich an an­er­kann­ten Grund­sät­zen der kor­rek­ten Un­ter­neh­mens­füh­rung, ge­setz­li­chen Grund­la­gen, Selbst­re­gu­lie­rungs­in­stru­men­ten und am kürz­lich ver­öf­fent­li­chen Vor­ent­wurf des Bun­des­rats zur Ak­ti­en­rechts­re­vi­si­on. Ge­gen­über dem letzt­jäh­ri­gen Ver­wal­tungs­ratsRan­king neu in den Kri­te­ri­en­ka­ta­log auf­ge­nom­men wur­den die Prä­senz von Frau­en und die Com­p­li­an­ce. Der Teil über die In­for­ma­ti­ons­po­li­tik wur­de aus­ge­baut. Das Ver­wal­tungs­rats-Ranking 2015 kann des­halb nur be­dingt mit den­je­ni­gen der Vor­jah­re ver­gli­chen wer­den.

Die Kri­te­ri­en und die Ge­wich­tung nach Punk­ten ent­spre­chen de­nen des zRa­ting, das die Un­ter­neh­mens­füh­rungs­po­li­tik (Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce) von Schwei­zer Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten auf der Ba­sis der Ge­schäfts­be­rich­te 2014 und der Ge­ne­ral­ver­samm­lun­gen 2015 un­ter­sucht (vgl. fuw.ch/300515-1).

Ein Un­ter­neh­men er­hielt vol­le Punk­te, wenn es fünf bis neun Mit­glie­der im Ver­wal­tungs­rat (VR) hat (1 Punkt), der Frau­en­an­teil im VR mehr als 16% be­trägt (1), es nicht mehr als drei VR-Aus­schüs­se auf­weist (1), die Gre­mi­um­grös­se auf bis zu neun Per­so­nen li­mi­tiert ist (1) und sechs oder mehr VR-Sit­zun­gen pro Jahr statt­fin­den.

Al­le mög­li­chen Punk­te gab es wei­ter, wenn die VRMit­glie­der höchs­tens fünf Dritt­man­da­te ha­ben (2), zwei Drit­tel oder mehr der Ver­wal­tungs­rats­mit­glie­der un­ab­hän­gig sind (3), der Prä­si­dent des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses un­ab­hän­gig ist (1), der VR-Prä­si­dent nur zwei oder we­ni­ger wei­te­re we­sent­li­che Man­da­te wahr­nimmt (1), die VR-Mit­glie­der kei­ne In­ter­es­sen­kon­flik­te auf­wei­sen (3) und die Po­si­tio­nen von VR-Prä­si­dent und CEO un­ter­schied­lich be­setzt sind (3).

Ein wei­te­rer Punkt war zu ho­len, wenn in den letz­ten zwei Jah­ren kein oder höchs­tens ein Sank­ti­ons­ent­scheid der SIX Swiss Ex­ch­an­ge Re­gu­la­ti­on er­gan­gen ist. Wa­ren die Sta­tu­ten (1), der Co­de of Con­duct (1), das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment (1) und die Be­schlüs­se der Ge­ne­ral­ver­samm­lung auf der Web­site zu fin­den, gab es eben­falls die vol­le Punkt­zahl.

Eben­so, wenn die Ge­samt­ver­gü­tung des VR-Prä­si­den­ten 300 000 Fr. nicht über­schritt (2), die Ak­ti­en­be­tei­li­gung pro Mit­glied des VR bzw. der Ge­schäfts­lei­tung (GL) grös­ser als 150 000 Fr. war (1), es ein klas­si­sches Ak­ti­en­pro­gramm für den VR gab (1), kein An­reiz für den kurz- fris­ti­gen Er­folg via Op­tio­nen oder op­tio­nen­ähn­li­ches Pro­gramm be­steht (1), auf exo­ti­sche Ver­gü­tungs­kom­po­nen­ten et­wa für Steu­er­be­ra­tung, Dis­lo­zie­rungs­kos­ten oder An­tritts­prä­mi­en ver­zich­tet wird (1).

Be­wer­tet wur­den schliess­lich se­pa­ra­te Ver­gü­tungs­mo­del­le für VR und GL (1), die Ge­samt­ver­gü­tung von Ver­wal­tungs­rat und Ge­schäfts­lei­tung in Re­la­ti­on zum Ebit­da (2), die Trans­pa­renz des Ver­gü­tungs­mo­dells (1) so­wie sei­ne Ver­ständ­lich­keit (1).

Bei glei­chem Punk­te­stand gab die Un­ab­hän­gig­keit des Ver­wal­tungs­rats den Aus­schlag, ba­sie­rend auf dem pro­zen­tua­len An­teil un­ab­hän­gi­ger Mit­glie­der.

Ins­ge­samt wer­den im Ver­wal­tungs­rats-Ranking 165 Un­ter­neh­men un­ter­sucht. Die em­pi­ri­sche Un­ter­su­chung legt den Fo­kus auf Schwei­zer Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten des Swiss Mar­ket In­dex (SMI) und des Swiss Per­for­mance In­dex Ex­tra (SPI Ex­tra) so­wie auf aus­ge­wähl­te Un­ter­neh­men des Swiss All Sha­re In­dex, die dem Schwei­zer Ak­ti­en­recht un­ter­ste­hen.

Der SPI Ex­tra um­fasst Schwei­zer Nebenwerte und wird seit 2004 von der Schwei­zer Bör­se be­rech­net. Er ent­hält mit Aus­nah­me der Schwei­zer Blue Chips aus dem SMI al­le in der Schweiz pri­mär­ko­tier­ten Un­ter­neh­men mit ei­nem Free Float von min­des­tens 20%. Der SMI ent­hält die zwan­zig li­qui­des­ten und gröss­ten Ti­tel aus dem SPI und steht für rund 85% der Ge­samt­ka­pi­ta­li­sie­rung des Schwei­zer Ak­ti­en­mark­tes.

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