USA: In Sa­chen Di­ver­si­tät nur Mit­tel­mass

Finanz und Wirtschaft - - VERWALTUNGSRATS-RANKING 2015 - CG,

Wenn es um fort­schritt­li­che Un­ter­neh­mens­füh­rung geht, zählt Cor­po­ra­te Ame­ri­ca in der Re­gel zur Welt­spit­ze. In Sa­chen Di­ver­si­tät im Ver­wal­tungs­rat sind USKon­zer­ne je­doch nur Mit­tel­mass: Bei den fünf­hun­dert gröss­ten Un­ter­neh­men sind nur 19% der Ver­wal­tungs­rats­mit­glie­der Frau­en, er­gibt ei­ne Un­ter­su­chung des Re­se­arch­diensts Ca­ta­lyst. Auch in Ka­na­da sind es nur knapp 21%. Das ist klar we­ni­ger als in Län­dern wie Nor­we­gen, Finn­land, Frank­reich oder Schwe­den, wo sich der An­teil auf ge­gen 30% und mehr be­läuft.

Im­mer­hin gibt es Fort­schrit­te. Ei­ne ge­setz­li­che Frau­en­quo­te, wie Deutsch­land sie ein­führt, steht in Washington zwar nicht zur De­bat­te. Der Trend geht aber auch in den USA in Rich­tung mehr Di­ver­si­tät. So nimmt der Frau­en­an­teil in Ver­wal­tungs­rä­ten ste­tig zu und ist seit letz­tem Jahr um wei­te­re zwei Pro­zent­punk­te ge­wach­sen. Nach bri­ti­schem Vor­bild wur­de zu­dem ein «30% Club» ge­bil­det. Wie der Na­me sagt, setzt er sich da­für ein, dass Frau­en in Zu­kunft fast zu ei­nem Drit­tel im VR ver­tre­ten sind. Un­ter­stützt wird das Pro­jekt von nam­haf­ten Ex­po­nen­ten wie War­ren Buf­fett (Berk­shire Hat­ha­way), Lar­ry Fink (BlackRock), El­len Kull­man (Du­Pont), Ur­su­la Burns (Xerox), Micha­el Cor­bat (Ci­ti­group), Mut­har Kent (Co­ca-Co­la) und She­ryl Sand­berg (Face­book).

Kaum ein Zu­fall ist, dass un­ter den drei US-Gross­kon­zer­nen mit der höchs­ten Frau­en­quo­te im Ver­wal­tungs­rat mit Avon (64%) und Es­tée Lau­der (47%) zwei Un­ter­neh­men aus der Kos­me­tik­in­dus­trie ran­gie­ren. Eben­falls über­durch­schnitt­lich ist der An­teil bei Xerox, Ma­cy’s, Proc­ter & Gam­ble, Micha­el Kors, Kel­logg’s und Pep­siCo. Ins­ge­samt gibt es ge­mäss Ca­ta­lyst im US-Leit­in­dex rund 130 Ge­sell­schaf­ten, bei de­nen die Quo­te über 25% be­trägt. Auf der an­de­ren Sei­te feh­len je­doch in fast zwan­zig Kon­zer­nen Frau­en im Ver­wal­tungs­rat. Da­zu zäh­len der Ener­gie­kon­zern Chesa­pea­ke, der Au­to­zu­lie­fe­rer Del­phi und der Klei­der­her­stel­ler Un­der Ar­mour. Hef­tig un­ter Druck kam des­we­gen der Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter, der erst En­de 2013 mit Mar­jo­rie Scar­di­no, der Ex-Che­fin des bri­ti­schen Ver­lags­hau­ses Pe­ar­son, ei­ne Frau in den Ver­wal­tungs­rat ge­wählt hat.

Das The­ma Di­ver­si­tät be­trifft in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten al­ler­dings nicht nur die Ge­schlech­ter­gren­zen. Auch die ethi­sche Viel­falt sorgt für Dis­kus­sio­nen. Dass hier eben­falls ei­ne ein­sei­ti­ge Ver­tei­lung be­steht, zeigt sich ge­ra­de auch bei den Frau­en im Ver­wal­tungs­rat selbst. So sind 80% von ih­nen weiss, knapp 12% schwarz und je­weils rund 4% sind la­tein­ame­ri­ka­ni­scher oder asia­ti­scher Her­kunft.

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