«Zwei­ge­teil­te Wirt­schaft»

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PR

Der Fran­ken­schock hin­ter­lässt Spu­ren in der Schwei­zer Wirt­schaft. Ge­mäss Schät­zung des Staats­se­kre­ta­ri­ats für Wirt­schaft (Se­co) ist das Brut­to­in­land­pro­dukt zwi­schen Ja­nu­ar und März 0,2% ge­gen­über dem Vor­quar­tal ge­schrumpft. Die von «Bloom­berg» be­frag­ten Öko­no­men hat­ten im Mit­tel mit ei­nem Null­wachs­tum ge­rech­net.

«Über­rascht ha­ben die Zah­len zum Aus­sen­han­del», sagt Clau­de Mau­rer, Lei­ter Swiss Ma­cro Re­se­arch der Cre­dit Suis­se. Der vom Se­co aus­ge­wie­se­ne Rück­gang der Wa­ren­ex­por­te sei grös­ser als er­war­tet, gleich­zei­tig sei­en die Di­enst­leis­tungs­im­por­te deut­lich ge­stie­gen. Das ha­be auch sta­tis­ti­sche Grün­de. Es sei der­zeit mit den ver­füg­ba­ren sta­tis­ti­schen Mit­teln sehr schwie­rig zu be­ur­tei­len, wie gross die Preis­ef­fek­te und wie gross die Vo­lu­men­ef­fek­te sei­en. «Die Se­co-Zah­len un­ter­schät­zen der­zeit wohl ten­den­zi­ell den Preis­rück­gang und über­schät­zen da­mit den Vo­lu­men­rück­gang», er­klärt Mau­rer.

Der Bin­nen­nach­fra­ge er­wies sich da­ge­gen als ro­bust. Die Aus­rüs­tungs­in­ves­ti­ti­ons­tä­tig­keit war laut Se­co im ers­ten Quar­tal sehr re­ge, und der Kon­sum ist im­mer noch grund­so­lid. Wir ha­ben ei­ne zwei­ge­teil­te Wirt­schaft», re­sü­miert Mau­rer. Die nied­ri­ge Ar­beits­lo­sen­quo­te von 3,3% spie­gelt die Pro­ble­me der Ex­por­teu­re noch nicht. Aber die In­dus­trie baut laut Mau­rer Stel­len ab. «Vie­le Un­ter­neh­men setz­ten zu­erst auf Kurz­ar­beit, des­halb wird es noch ei­ne Wei­le dau­ern, bis wir ei­nen An­stieg der Ar­beits­lo­sen­quo­te se­hen wer­den.» Doch so­lan­ge die bin­nen­wirt­schaft­li­chen Sek­to­ren wie et­wa das Ge­sund­heits­we­sen und der Staat noch Stel­len schaff­ten, wer­de der An­stieg ge­ring aus­fal­len.

Ei­ne tech­ni­sche Re­zes­si­on ist nun wahr­schein­lich. «Zwei bis drei Quar­ta­le in Fol­ge mit ne­ga­ti­ven Wachs­tums­ra­ten sind durch­aus denk­bar», meint der CSÖ­ko­nom. Er er­war­tet al­ler­dings nicht, dass es ei­ne spür­ba­re Re­zes­si­on ge­ben wird mit weit ver­brei­te­ter Angst vor dem Ver­lust des Ar­beits­plat­zes. Dass der neue Da­ten­punkt wei­ter­ge­hen­de Mass­nah­men der Schwei­ze­ri­schen No­ten­bank aus­löst, ist laut Mau­rer eben­falls sehr un­wahr­schein­lich, zu­mal die sta­tis­ti­sche Un­si­cher­heit gross ist. Mit der Auf­he­bung des Min­dest­kur­ses hat die SNB das, was jetzt ein­ge­trof­fen ist, in Kauf ge­nom­men», sagt Mau­rer. Le­sen Sie das voll­stän­di­ge Interview mit Clau­de Mau­rer: www.fuw.ch/300515-15

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