Glen­co­re schreibt rot

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE/ROHSTOFFE - MG

Die Roh­stoff­prei­se sind im ver­gan­ge­nen Jahr auf den nied­rigs­ten Stand seit zwölf Jah­ren ge­sun­ken. Das hat tie­fe Spu­ren im Re­sul­tat von Glen­co­re für 2015 hin­ter­las­sen. Un­ter dem Strich er­gab sich ein den Ak­tio­nä­ren an­re­chen­ba­rer Ver­lust von 5 Mrd. $. Im Vor­jahr hat­te noch ein Ge­winn von 2,3 Mrd. $ her­aus­ge­schaut. Für den Ver­lust mit­ver­ant­wort­lich wa­ren roh­stoff­preis­be­ding­te Wert­be­rich­ti­gun­gen auf Ak­ti­va von 6,3 Mrd. $. Wie schon im ver­gan­ge­nen Herbst an­ge­kün­digt, zahlt Glen­co­re für 2015 kei­ne Schluss­di­vi­den­de.

Der Be­triebs­ge­winn auf Stu­fe Ebit­da ver­rin­ger­te sich 32% auf 8,7 Mrd. $. Die Roh­stoff­han­dels­ak­ti­vi­tä­ten ge­ne­rier­ten da­bei ei­nen po­si­ti­ven Ebit­da-Bei­trag, die Berg­bau­ak­ti­vi­tä­ten ei­nen ne­ga­ti­ven. Der Um­satz nahm 23% auf 170,5 Mrd. $ ab. We­gen der welt­weit sin­ken­den Nach­fra­ge hat­te Glen­co­re im ver­gan­ge­nen Jahr die För­de­rung von Kup­fer (–3%), Ni­ckel (–5%) und Koh­le (–10%) zu­rück­ge­fah­ren.

Zu­sam­men mit dem Jah­res­er­geb­nis kom­mu­ni­zier­te Glen­co­re ei­ne Be­schleu­ni­gung des im ver­gan­ge­nen Herbst ein­ge­lei­te­ten Schul­den­ab­baus. Noch Mit­te 2015 hat­te der Kon­zern Net­to­schul­den von 29,6 Mrd. $. En­de des ver­gan­ge­nen Jah­res stand die Zahl schon bei 25,9 Mrd. $. Bis En­de 2016 sol­len die Net­to­schul­den nun auf 17 bis 18 Mrd. $ fal­len. Bis­her galt ein Ziel von 18 bis 19 Mrd. $. Da­bei hel­fen sol­len er­höh­te Ver­käu­fe von Ak­ti­va. Glen­co­re strebt jetzt für 2016 sol­che im Um­fang von 4 bis 5 Mrd. $ an. Zu­letzt be­trug die­se Zahl 3 bis 4 Mrd. $. Zu­dem will das Un­ter­neh­men für das lau­fen­de Jahr wei­te­re Kos­ten­ein­spa­run­gen von 400 Mio. $ er­rei­chen.

Die Glen­co­re-Ak­ti­en san­ken im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber auf ein Tief von 71 Pence. Bis am Di­ens­tag­nach­mit­tag ha­ben sie sich wie­der auf knapp 130 Pence er­holt. Al­lein in die­sem Jahr be­trägt das Plus schon 43%. Grund da­für sind die er­ziel­ten Er­fol­ge beim Schul­den­ab­bau und in der Re­fi­nan­zie­rung ei­ner Kre­dit­fa­zi­li­tät. Ein En­ga­ge­ment in den Ti­teln ist aber an­ge­sichts des an­hal­tend wid­ri­gen Roh­stoff­preis­um­felds wei­ter­hin nur et­was für ri­si­ko­fä­hi­ge An­le­ger.

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