Asym­me­trie kann schüt­zen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - GER­RIT BAHLO,

In­ves­to­ren ha­ben 2016 wei­test­ge­hend mit den glei­chen Un­si­cher­hei­ten zu kämp­fen wie 2015. So hat sich zwar der Öl­preis et­was sta­bi­li­siert – al­ler­dings auf sehr nied­ri­gem Ni­veau. Je­de Be­we­gung schlägt sich so­fort an den Fi­nanz­märk­ten nie­der. Fer­ner füh­ren die schwä­cheln­de Welt­wirt­schaft und das ver­lang­sam­te Wachs­tum in Chi­na da­zu, dass die An­le­ger al­les, was von der US-No­ten­bank (Fed) ver­lau­tet, auf mög­li­che Aus­wir­kun­gen auf die US-Zins­po­li­tik ana­ly­sie­ren. Hin­zu kom­men die geo­po­li­ti­schen Brand­her­de im Na­hen Os­ten mit der dar­aus re­sul­tie­ren­den Flücht­lings­kri­se, wel­che Eu­ro­pa po­li­tisch ex­trem be­las­tet. Ein wei­te­rer Un­si­cher­heits­fak­tor für Eu­ro­pa ist ein mög­li­cher Aus­tritt Gross­bri­tan­ni­ens aus der EU.

In die­ser Ge­men­ge­la­ge er­schei­nen Wan­del­an­lei­hen als An­la­ge­klas­se in­ter­es­sant, wie un­se­re Sze­na­rio-Ana­ly­se ei­nes re­prä­sen­ta­ti­ven Port­fo­li­os glo­ba­ler Wan­del­an­lei­hen ver­sucht auf­zu­zei­gen: Das Aus­gang­port­fo­lio ent­hält rund 80 glo­bal ge­streu­te Wand­ler mit Schwer­punkt Ame­ri­ka und Eu­ro­pa und ei­ner der­zei­ti­gen Ak­ti­en­sen­si­ti­vi­tät von 29% bei mitt­le­rer Kre­dit­qua­li­tät. In der Theo­rie kommt die Kon­ve­xi­tät ei­nes Wand­ler-Port­fo­li­os, al­so die asym­me­tri­sche Par­ti­zi­pa­ti­on ge­gen­über Ak­ti­en, erst bei ei­ner Sen­si­ti­vi­tät von rund 50% voll zum Tra­gen. Wir ent­schei­den uns für we­ni­ger Ri­si­ko. Die­sem Port­fo­lio ha­ben wir über 180 Ta­ge zwei ge­gen­tei­li­ge Sze­na­ri­en un­ter­legt:

1) ei­ne po­si­ti­ve Ak­ti­en­kurs­ent­wick­lung von 20% und ei­ne Re­duk­ti­on der Vo­la­ti­li­tät von 5% so­wie ei­ne Ver­rin­ge­rung der Kre­dit­ri­si­ko­auf­schlä­ge um 20%;

2) als Ne­ga­tiv­sze­na­rio das ex­ak­te Ge­gens­teil: fal­len­de Ak­ti­en­kur­se, stei­gen­de Vo­la­ti­li­tät, Er­hö­hung der Kre­dit­ri­si­ko­auf­schlä­ge.

Im ers­ten, po­si­ti­ven Markt­um­feld könn­te das Port­fo­lio theo­re­tisch ei­nen po­si­ti­ven Wert­ge­winn ma­chen, wäh­rend es im Ab­wärts­markt nur leicht ver­lie­ren wür­de. Auch bei un­ver­än­der­ten Markt­be­din­gun­gen wür­de das Port­fo­lio noch ei­nen leicht po­si­ti­ven Er­trag er­zie­len. Wie das Bei­spiel zeigt, wä­re es al­so theo­re­tisch mög­lich, auch mit ei­nem de­fen­si­ven Wand­ler-Port­fo­lio bei ei­ner Ak­ti­en­sen­si­ti­vi­tät um die 30% asym­me­tri­sche Er­trä­ge zu er­wirt­schaf­ten. Das könn­te in un­si­che­ren Markt­pha­sen in­ter­es­sant wer­den.

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