Das gan­ze An­lei­hen­spek­trum nut­zen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - HER­VÉ HANOUNE,

Nach dem tur­bu­len­ten Jah­res­auf­takt zei­gen sich selbst Op­ti­mis­ten ver­un­si­chert. Ste­cken wir im­mer noch mit­ten in der seit acht Jah­ren dau­ern­den Fi­nanz­kri­se? Oder ha­ben wir das Schlimms­te über­stan­den und kön­nen gar dem­nächst zur Nor­ma­li­tät zu­rück­keh­ren? Die Ant­wor­ten fal­len sehr un­ter­schied­lich aus: Die Bank von En­g­land bei­spiels­wei­se ver­tritt die An­sicht, das bri­ti­sche Ban­ken­sys­tem ha­be die Kri­se be­reits hin­ter sich. In den USA zeich­net sich ein mo­de­ra­ter Zins­er­hö­hungs­zy­klus ab. Dem­ge­gen­über bleibt die Geld­po­li­tik in Eu­ro­pa und in Ja­pan wei­ter ex­pan­siv. Doch un­ge­ach­tet der ver­schie­de­nen We­ge, wel­che die No­ten­ban­ken ein­schla­gen: Die Aus­sich­ten für An­lei­hen sind der­zeit nicht mehr ro­sig.

Bei den Zin­sen be­steht kaum mehr Spiel­raum nach un­ten – da­mit fehlt den Märk­ten ein wich­ti­ger Trei­ber für die Bond­hausse der ver­gan­ge­nen drei Jahr­zehn­te. Zu­dem dro­hen Ver­lus­te auf Ka­pi­tal­an­la­gen, falls et­wa die US-Leit­zin­sen un­er­war­tet stark an­zie­hen. Vie­le Bond­an­le­ger ver­län­gern der­zeit die Du­ra­ti­on − ein Mass für die Sen­si­ti­vi­tät von An­lei­hen auf Zins­ver­än­de­run­gen. Mit an­de­ren Wor­ten: Sie ver­su­chen, mit lang­lau­fen­den Staats­pa­pie­ren mehr Ren­di­te her­aus­zu­ho­len. Al­ler­dings hat sich hier das Chan­ce-Ri­si­ko-Ver­hält­nis deut­lich zu­las­ten der An­le­ger ver­scho­ben.

Ziel­füh­ren­der er­scheint ei­ne Er­wei­te­rung des An­la­ge­s­pek­trums. An­lei­hen sind ei­ne über­aus he­te­ro­ge­ne An­la­ge­klas­se, wo­bei die Wert­schrif­ten in den ein­zel­nen Seg­men­ten von Jahr zu Jahr teil­wei­se sehr un­ter­schied­li­che Wert­ver­än­de­run­gen auf­wei­sen. Sol­che aus­ge­präg­ten Be­we­gun­gen auf der Zeit­ach­se, wie auch zwi­schen den ein­zel­nen Seg­men­ten, bie­ten Aus­sich­ten auf an­spre­chen­de Chan­ce-Ri­si­ko-Pro­fi­le. Nur muss man die Ri­si­ken und die Trei­ber der ein­zel­nen Seg­men­te ver­ste­hen.

Der­zeit gibt es Op­por­tu­ni­tä­ten bei Un­ter­neh­mens­an­lei­hen mit at­trak­ti­ven Ren­di­te­span­nen, et­wa Fi­nanz­wer­ten und Ver­si­che­run­gen wie Axa oder In­te­sa. Aber auch Un­ter­neh­mens­an­lei­hen der Schwel­len­län­der wer­den wie­der in­ter­es­sant: Gaz­prom, Pemex oder der süd­afri­ka­ni­sche Strom­ver­sor­ger Es­kom. An­lei­hen­in­ves­to­ren soll­ten da­bei al­ler­dings im­mer auf ei­ne mög­lichst brei­te Streu­ung ach­ten.

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