Can­dy Crush und E-Sports

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14 Mio. schau­en ge­bannt auf ih­re Bild­schir­me, wenn SKT aus Süd­ko­rea in der Mer­ce­des Benz Are­na den Fi­nal ge­win­nen. An der Le­ague-of-Le­gends-Welt­meis­ter­schaft ha­ben die Koo Ti­gers kei­ne Chan­ce und ver­lie­ren den Mehr­spie­ler­kampf in der vir­tu­el­len Welt 1:3. Im Ver­gleich zum Fussball in der rea­len Welt sind die 14 Mio. Zu­schau­er ein Klacks: 1 Mrd. ver­folg­ten das Fi­na­le an der WM in Bra­si­li­en. Ein­drück­lich ist aber das Wachs­tum. 2011 zähl­te das Fi­na­le der Le­ague-of-Le­gends-Welt­meis­ter­schaft noch 210 000 Zu­schau­er.

Es lockt das gros­se Geld. Vi­deo­spiel­her­stel­ler Ac­tivi­si­on Bliz­zard (New York: ATVI; 31.52 $; 23,2 Mrd. $ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung) hat für 46 Mio. $ die Ma­jor Le­ague Ga­ming ge­kauft – ei­ne ame­ri­ka­ni­sche E-Sport-Li­ga. Die Zeit drängt. Denn Le­ague of Le­gends hat den eins­ti­gen Pri­mus vom Thron ge­stos­sen, und auch der Sport­sen­der ESPN will vir­tu­el­le Tur­nie­re ins Pro­gramm neh­men.

Der di­gi­ta­le Kö­nig

Ac­tivi­si­on Bliz­zard hat 2015 je­den zwei­ten der 4,6 Mrd. $ mit On­li­ne­ver­käu­fen um­ge­setzt. Mit der Ak­qui­si­ti­on von King Di­gi­tal En­ter­tain­ment wird der An­teil wei­ter stei­gen. Im Fe­bru­ar wur­de der Her­stel­ler des On­li­ne­spiels Can­dy Crush Sa­ga voll­stän­dig über­nom­men. King Di­gi­tal En­ter­tain­ment ver­zeich­ne­te 2015 zwar ei­nen sta­gnie­ren­den Ge­winn. Die mit 1,3 Mrd. $ Net­to­bar­gut­ha­ben prall ge­füll­te Kriegs­kas­se von Ac­tivi­si­on Bliz­zard soll­te aber aus­rei­chen, um er­folg­reich neue Spie­le zu pro­gram­mie­ren.

Wie gut Ac­tivi­si­on Bliz­zard da­rin ist, zei­gen zwei Ti­tel: Call of Du­ty ist das meist­ver­kauf­te Kon­so­len­spiel 2015 und World of War­craft das er­folg­reichs­te Mas­sen-Mehr­spie­ler-On­li­nerol­len­spiel. Ac­tivi­si­on Bliz­zard ver­langt von den World-of-War­craft-Spie­lern ei­ne mo­nat­li­che Ge­bühr. Ak­tu­ell gibt es 5,5 Mio. Abon­nen­ten. We­ni­ger als die 12 Mio. aus dem Jah­re 2010, aber nach mehr als zehn Jah­ren auf dem Markt wei­ter­hin ein stol­zer Wert.

Trau­te Ei­nig­keit

Die Ak­ti­en­ana­lys­ten sind sich ei­nig: 20 von 21 emp­feh­len die Ti­tel laut Fi­nanz­da­ten­an­bie­ter Bloom­berg zum Kauf. Trau­te Ei­nig­keit macht zwar hell­hö­rig, die Ar­gu­men­te über­zeu­gen aber: at­trak­ti­ve Be­wer­tung, star­ke Markt­stel­lung, und Ge­winn­wachs­tum dank vol­ler Pi­pe­line. Güns­tig ist der Ein­stieg: Auch we­gen des ent­täu­schen­den Schluss­quar­tals und ei­nes ver­hal­te­nen Aus­blicks für das lau­fen­de Jahr ha­ben die Ti­tel seit Jah­res­be­ginn 19% ver­lo­ren.

Im Kon­kur­renz­ver­gleich sind Ac­tivi­si­on Bliz­zard at­trak­tiv. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KVG) für 2016 be­trägt 18. Bran­chen­pri­mus Elec­tro­nic Arts – dem brei­ten Pu­bli­kum be­kannt durch die Sport­spiel­rei­he EA Sports – hat zwar eben­falls ein KGV von 18. Für die Bran­che kom­men die Ana­lys­ten der Gross­bank UBS aber auf ei­nen Wert von 23. Und laut Bloom­berg sieht die Ana­lys­ten­gil­de ein Kur­s­po­ten­zi­al von 20% für die Ti­tel von Ac­tivi­si­on Bliz­zard.

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