Ste­ti­ge Er­trä­ge aus Eu­ro­pa

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - LUC VA­REN­NE,

Der eu­ro­päi­sche Pri­mär­markt prä­sen­tier­te sich zwar im bis­he­ri­gen Jah­res­ver­lauf ein we­nig un­ein­heit­lich. So­lan­ge die Stim­mungs­la­ge an den Ak­ti­en- und Kre­dit­märk­ten nicht all­zu ge­trübt ist, zeigt er sich aber wei­ter emis­si­ons­freu­dig. Im Hin­blick auf die Qua­li­tät setzt sich der Trend aus 2015 auch 2016 fort. So zeich­nen sich die meis­ten Emis­sio­nen durch An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de, IG), ein ho­hes Emis­si­ons­vo­lu­men (deut­lich über 200 Mio. €) und ei­ne ho­he Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung der un­ter­lie­gen­den Ak­tie aus, al­ler­dings auch durch ei­ne Ver­wäs­se­rungs­schutz­klau­sel.

Al­le die­se Merk­ma­le tra­fen auf die am 2. März von Te­le­fo­ni­ca be­ge­be­ne Wan­del­an­lei­he über 600 Mio. € zu. Zwar ist grund­sätz­lich noch Kon­ve­xi­tät ge­ge­ben, die Ver­wäs­se­rungs­schutz­klau­sel be­deu­tet je­doch, dass der Emit­tent ei­ne Ak­ti­en­kauf­op­ti­on mit Ab­si­che­rung ge­gen die mit der Wand­lung der An­lei­he ver­bun­de­ne Ver­wäs­se­rung er­wor­ben hat. Der An­lei­he­inha­ber ist da­mit qua­si in der glei­chen Po­si­ti­on wie mit ei­ner bör­sen­ge­han­del­ten Ak­ti­en­op­ti­on, al­so oh­ne Schutz­klau­sel im Fal­le ei­ner Än­de­rung in der Ei­gen­tü­mer­struk­tur. Die­se hat­te sich zu- vor bei der von Tele­com Ita­lia im März 2015 be­ge­be­nen Wan­del­an­lei­he als se­gens­reich er­wie­sen.

Am Se­kun­där­markt hat sich auf­grund der seit dem 11. Fe­bru­ar zu be­ob­ach­ten­den Er­ho­lung an den Ka­pi­tal­märk­ten die Li­qui­di­tät von Wan­del­an­lei­hen ver­bes­sert, die in der tur­bu­len­ten Pha­se zu­vor am we­nigs­ten ge­fragt wa­ren. Die Re­de ist von sehr hoch­ver­zins­li­chen oder ge­ring ka­pi­ta­li­sier­ten Ti­teln. So brach der Kurs der gros­sen, in Uni­Credit-Ak­ti­en wan­del­ba­re An­lei­he von Aa­bar von rund 94% (An­fang Ja­nu­ar) auf et­wa 60% ein. An­schlies­send zog die An­lei­he je­doch wie­der brei­te­res In­ter­es­se auf sich und stieg auf über 75%.

Durch die wei­ter sin­ken­den Be­wer­tun­gen am Se­kun­där­markt be­fin­den sich eu­ro­päi­sche Wan­del­an­lei­hen per En­de Fe­bru­ar im Durch­schnitt na­he dem theo­re­ti­schen Wert und auch auf Tuch­füh­lung mit der durch­schnitt­li­chen Be­wer­tung der letz­ten fünf Jah­re. Schon lan­ge bot das Seg­ment eu­ro­päi­scher Wand­ler nicht mehr ein solch brei­tes An­ge­bot an IGE­mit­ten­ten mit ho­her Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung – bei der­art an­ge­mes­se­nen Be­wer­tun­gen.

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