Die Gross­bank von ne­ben­an

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In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat sich die eins­ti­ge Bau­ern­bank Raiff­ei­sen zur sys­tem­re­le­van­ten Gross­bank ent­wi­ckelt – mit bei­na­he al­lem, was da­zu ge­hört. Durch ein Netz von Töch­tern und Be­tei­li­gun­gen ver­fügt Raiff­ei­sen heu­te über ei­ne Pri­vat­bank (No­ten­stein La Ro­che, 21 Mrd. Fr. ver­wal­te­te Ver­mö­gen) und ein As­set Ma­nage­ment ( Ve­s­core, 14 Mrd. Fr. und Re­s­pon­sA­bi­li­ty, 3 Mrd. Fr.). Über No­ten­stein La Ro­che hält Raiff­ei­sen als gröss­te Ein­zel­ak­tio­nä­rin 29% am De­ri­vat­spe­zia­lis­ten Leon­teq. Die­ses ko­tier­te Un­ter­neh­men ist Haupt­an­bie­ter für Raiff­ei­sen und No­ten­stein La Ro­che im Be­reich struk­tu­rier­ter Pro­duk­te, und das Vo­lu­men soll laut Raiff­ei­sen-CEO Pa­trik Gi­sel in den kom­men­den Jah­ren aus­ge­baut wer­den. Die Be­tei­li­gung an Leon­teq soll gleich­zei­tig aber eher sin­ken.

Im Netz Raiff­ei­sen exis­tiert zu­dem ei­ne Art KMUIn­vest­ment­ban­king-Spar­te. Das Raiff­ei­sen Un­ter­neh- mens­zen­trum will ein schweiz­wei­tes Netz­werk zum Aus­tausch und zur Be­ra­tung von KMU auf­bau­en. Die Toch­ter Bu­si­ness Bro­ker ist auf den Kauf und Ver­kauf von klei­nen Un­ter­neh­men spe­zia­li­siert, und In­vest­net be­tei­ligt sich an oder über­nimmt KMU. Letz­te­re ma­nagt auch die Raiff­ei­sen­Toch­ter KMU Ca­pi­tal, die Ei­gen­ka­pi­tal­fi­nan­zie­rung an­bie­tet.

Mit­hil­fe des Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens Ari­zon ent­wi­ckelt Raiff­ei­sen zu­sam­men mit dem Bank­soft­ware­her­stel­ler Ava­loq ein neu­es Sys­tem, um den Kun­den der Ge­nos­sen­schafts­ban­ken die neu­en Mög­lich­kei­ten des di­gi­ta­len Ban­kings bie­ten zu kön­nen. Mit­te 2017 soll das Sys­tem ste­hen, sagt Gi­sel, der Zeit­plan wer­de ein­ge­hal­ten.

Das The­ma All­fi­nanz funk­tio­niert laut Gi­sel bei Raiff­ei­sen bes­tens. Über die Raiff­ei­sen Fi­lia­len wer­den die Le­bens­ver­si­che­run­gen von Hel­ve­tia ver­trie­ben. Rund 20% sei­nes Neu­ge­schäfts macht der Ver­si­che­rer über die­ses Ban­ken­netz- werk. Ver­gan­ge­nes Jahr äus­ser­te der da­ma­li­ge Raiff­ei­sen­CEO und heu­te Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent von Hel­ve­tia, Pie­rin Vin­cenz, auf ei­ner Ver­an­stal­tung von «Fi­nanz und Wirt­schaft» die Über­le­gung die Un­ter­neh­men nä­her zu­sam­men­zu­brin­gen. Pas­siert ist nichts, und auch der neue Raiff­ei­sen­CEO hält we­nig da­von. Re­gu­la­to­risch wä­re es ein schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen, und kul­tu­rell sei­en ei­ne Bank und ei­ne Ver­si­che­rung zu un­ter­schied­lich. Al­ler­dings fin­det Gi­sel die Idee ei­nes ge­mein­sa­men Hy­po­the­kar­ver­triebs in­ter­es­sant, soll­te Hel­ve­tia ei­nen Über­hang an lang­fris­ti­gen Pas­siv­gel­dern ha­ben.

Mit Von­to­bel ist die Ko­ope­ra­ti­on bis En­de 2020 ver­län­gert wor­den. Die Pri­vat­bank be­sorgt das Fonds­ma­nage­ment und das Wert­schrif­ten­ge­schäft für Raiff­ei­sen. Gi­sel könn­te sich aber vor­stel­len, im Pri­va­te Ban­king oder im As­set Ma­nage­ment mit Von­to­bel zu­sam­men­zu­ar­bei­ten.

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