Brent-Öl durch­bricht 40 $

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BROKERAGE AG,

In­dus­trie­me­tal­le kön­nen dank chi­ne­si­schen Wachs­tums­zie­len zu­le­gen.

Die freund­li­che­re Stim­mung, die seit ei­ni­gen Wo­chen an den Öl­märk­ten über­ra­schend für Auf­trieb sorgt, hat jetzt die meis­ten an­de­ren Roh­stoff­sek­to­ren er­fasst. Ana­lys­ten tun sich aber schwer, den An­stieg zu er­klä­ren. Die ful­mi­nan­te Preis­stei­ge­rung bei Roh­öl – im Wo­chen­ver­gleich rund 12% – mit rück­läu­fi­ger An­zahl an Öl­boh­run­gen (Rig Count) in den USA zu be­grün­den, er­scheint vor dem Hin­ter­grund der För­de­r­ent­wick­lung der letz­ten zwölf Mo­na­te eher ge­sucht.

Viel­mehr schei­nen die Ter­min­märk­te ih­rer Funk­ti­on des Vor­weg­neh­mens zu­künf­ti­ger Ent­wick­lun­gen nach­zu­kom­men. Ein gu­tes In­diz da­für ist die Tat­sa­che, dass sich die Märk­te von preis­ne­ga­ti­ven Neu­ig­kei­ten nicht mehr be­ein­dru­cken lies­sen. Zu­min­dest deu­tet das Ab­de­cken von gros­sen Leer­ver­käu­fen und der Auf­bau neu­er Long-Po­si­tio­nen durch gros­se spe­ku­la­ti­ve Markt­teil­neh­mer dar­auf hin. Mit dem Durch­bre­chen der Wi­der­stands­mar­ke von 40 $ pro Fass wur­den beim Kon­trakt auf Brent-Öl für promp­te Lie­fe­rung zur Ab­de­ckung von Leer­ver­käu­fen vie­le Kauf­auf­trä­ge aus­ge­löst, was dem Markt zu­sätz­li­chen Auf­trieb ver­lieh.

Was die fun­da­men­ta­len Ein­fluss­fak­to­ren be­trifft, so hat sich we­der an der An­ge­bots- noch Nach­fra­ge­sei­te viel ver­än­dert. Der jüngs­te Preis­an­stieg er­mög­licht es Öl­pro­du­zen­ten, den Ter­min­auf­schlag (Con­tan­go) zu nut­zen und sich län­ger­fris­tig zu mar­kant hö­he­ren Prei­sen ge­gen un­ten ab­zu­si­chern. Die­se Tat­sa­che dürf­te die der­zei­ti­ge Prei­seu­pho­rie mit­tel­fris­tig wie­der dämp­fen. Hö­he­re Prei­se füh­ren am Öl­markt be­kannt­lich zu mehr An­ge­bot, auch wenn die­se Ent­wick­lung manch­mal et­was Zeit braucht.

Auch die Edel- und In­dus­trie­me­tal­le ver­moch­ten in den ver­gan­ge­nen Ta­gen deut­lich zu­zu­le­gen. Wäh­rend sich Gold im Wo­chen­ver­gleich um eher be­schei­de­ne 2% ver­teu­er­te, ver­zeich­ne­ten Sil­ber (+5%), Pla­tin (+7%) und be­son­ders Pal­la­di­um (+17%) grös­se­re Preis­sprün­ge. Auch hier scheint der Zuf­luss von neu­em Geld an­zu­hal­ten und Ch­ar­tis­ten ge­hö­ren zu den Preis­trei­bern.

Bei den In­dus­trie­me­tal­len, die eben­falls zwi­schen 6 und 10% an Wert zu­le­gen konn­ten, spie­len wohl die am chi­ne­si­schen Volks­kon­gress ge­nann­ten Wachs­tums­zie­le ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Wächst die chi­ne­si­sche Wirt­schaft in den kom­men­den Jah­ren tat­säch­lich zwi­schen 6,5 und 7%, so wird dies bei den In­dus­trie­me­tal­len für kon­ti­nu­ier­li­che Nach­fra­ge sor­gen.

Bei den Ge­nuss­mit­teln fie­len die Kurs­ge­win­ne in den ver­gan­ge­nen Ta­gen et­was we­ni­ger dra­ma­tisch aus. Zwar ver­teu­er­ten sich New Yor­ker Kaf­fee­fu­tures um 5%, zum Wo­chen­be­ginn setz­ten aber Ge­winn­mit­nah­men ein. Das­sel­be gilt für Zu­cker. New Yor­ker Roh­zu­cker hat seit Mit­te Fe­bru­ar mehr als 18% zu­ge­legt und be­fin­det sich jetzt in ei­ner Wi­der­stands­zo­ne. Auch Lon­do­ner Weiss­zu­cker, wel­cher in Lon­don an der Fu­tures­bör­se ICE Eu­ro­pe ge­han­delt wird, klet­ter­te in­ner­halb von zehn Ta­gen von 370 auf 428 $ pro Ton­ne. Händ­ler spra­chen zu­letzt von ei­ner Über­trei­bungs­pha­se und er­war­ten des­we­gen ei­ne mo­de­ra­te Preis­kor­rek­tur.

An den Ge­trei­de­märk­ten feh­len der­zeit die Neu­ig­kei­ten. Zwar setz­ten auch hier Ab­de­ckun­gen von Leer­ver­käu­fen ein, nach­dem der jüngs­te CFTC Com­mit­ment of Tra­ders Re­port per 1. März bei den Hedge Funds re­kord­ho­he Short-Po­si­tio­nen aus­ge­wie­sen hat­te. Spe­ku­la­ti­ve Markt­teil­neh­mer schei­nen sich hier für mög­li­che Wet­ter­pro­ble­me im Früh­jahr zu po­si­tio­nie­ren. Blei­ben die­se al­ler­dings aus, so wer­den die Pro­du­zen­ten Preis­ral­lys in Mais, Wei­zen und So­ja für Ver­käu­fe nut­zen.

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