Gu­te US-Kon­junk­tur scha­det Gold nicht

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - NÉVINE POL­LI­NI,

Seit An­fang Jahr hat sich die Stim­mung ge­gen­über Gold ge­bes­sert. Grund da­für war vor al­lem die Angst vor ei­ner glo­ba­len Ver­lang­sa­mung. Am Markt wur­de er­war­tet, dass die wich­ti­gen No­ten­ban­ken ih­re ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik fort­set­zen und Ne­ga­tiv­zin­sen zur Norm wer­den. Gold hat nun den höchs­ten Stand seit Ju­ni 2015 er­reicht, trotz Ak­ti­en­er­ho­lung und sta­bi­lem Dol­lar. Über­ra­schen­der­wei­se zeig­te es sich von ro­bus­ten US-Wirt­schafts­da­ten be­züg­lich Ar­beits­markt und BIP-Zu­wachs we­nig be­ein­druckt. Zwar hat der Markt für die­ses Jahr min­des­tens ei­ne Zins­er­hö­hung ein­ge­preist, aber erst die Sit­zung des Fed-Of­fen­markt­aus­schus­ses am 16. März kann et­was Klar­heit und viel­leicht ei­nen Ter­min für den nächs­ten Zins­schritt brin­gen. Die An­kün­di­gung ei­ner Zins­er­hö­hung dürf­te den Dol­lar stüt­zen und Gold un­ter Druck brin­gen. Das gilt auch, falls die EZB am 10. März ei­ne geld­po­li­ti­sche Lo­cke­rung be­schliesst.

Der­zeit er­hal­ten bör­sen­ge­han­del­te Fonds (ETF) auf Gold den höchs­ten Zu­lauf seit 2010, ein kla­res Si­gnal für star­kes An­le­ger­inter- es­se. Auch die phy­si­sche Nach­fra­ge aus Asi­en stimmt po­si­tiv. So schnell­ten In­di­ens Im­por­te im Ja­nu­ar im Jah­res­ver­gleich um 62% hoch. Chi­na wird durch den Ab­wer­tungs­druck auf den Yuan wohl wei­ter Gold hor­ten. Trotz­dem ist Vor­sicht an­ge­bracht, da auf kur­ze Sicht EZB und Fed ei­nen Rück­schlag für Gold be­wir­ken könn­ten. Nicht ver­ges­sen soll­te man aber, dass geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen (Na­her Os­ten, Nord­ko­rea) oder ein Br­ex­it den Preis be­feu­ern könn­ten.

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