Der Bund stockt dop­pelt auf

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Der Fleisch­pro­du­zent Bell ist mit 300 Mio. Fr. am Markt, die Swiss­com plat­ziert 200 Mio.

Der Bund will am Mitt­woch über die Auf­sto­ckung zwei­er An­lei­hen Geld auf­neh­men. Ge­mäss der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­ver­wal­tung sol­len Tran­chen von Eid­ge­nos­sen­schaft 2015/2030 so­wie 4% Eid­ge­nos­sen­schaft 1999/2049 plat­ziert wer­den. Die Auk­ti­on ist am 9. März um 11 Uhr, li­be­riert wird am 14. März. Die Be­trä­ge wer­den nach den Of­fer­ten fest­ge­legt, Ei­gen­tran­chen sind nicht vor­ge­se­hen.

Be­glei­tet von Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) und Cre­dit Suis­se (CS) folg­te am Di­ens­tag Bell 2016/2025 über 300 Mio. Fr. Der Fleisch­ver­ar­bei­ter zahl­te ei­nen Ren­di­te­auf­schlag (Spre­ad) von 90 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap. Glei­chen­tags brach­te UBS Swiss­com 2016/2028 über 200 Mio. Fr. zum Spre­ad von 33 Bp über Swap. Die von UBS und ZKB am 2. März plat­zier­te An­lei­he 1% Im­ple­nia 2016/2026 wur­de zu un­ver­än­der­ten Kon­di­tio­nen um 10 Mio. Fr. auf 125 Mio. auf­ge­stockt.

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) der Eid­ge­nos­sen­schaft, als de­ren Fe­der­füh­rer die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) fun­giert, wur­den am Di­ens­tag 478,3 Mio. Fr. zu­ge- teilt. Es gab Ge­bo­te über 2,952 Mrd. Fr. Die Ren­di­te fiel auf –0,987% nach –0,951% zu­vor.

Die Schwei­zer Kon­su­men­ten­prei­se sind im Fe­bru­ar ge­gen­über Ja­nu­ar über­ra­schend um 0,2% ge­stie­gen. Er­war­tet wor­den war ein Rück­gang um 0,1%. Ge­mäss Bun­des­amt für Sta­tis­tik er­reich­te der ent­spre­chen­de Lan­des­in­dex 99,8 (De­zem­ber 2015 = 100). Da­mit liegt die Teue­rung noch um 0,8% un­ter Vor­jahr. Mehr be­zahlt wer­den muss­te im Fe­bru­ar für Flü­ge, Be­klei­dung (nach dem Aus­ver­kauf), Pau­schal­rei­sen ins Aus­land, Mie­ten und Le­bens­mit­tel. Ver­bil­ligt ha­ben sich Erd­öl­pro­duk­te.

Die Schwei­zer Wirt­schaft wird so­wohl 2016 als auch 2017 nur noch «ver­hal­ten» wach­sen, er­war­tet Bak Ba­sel in sei­ner jüngs­ten Kon­junk­tur­pro­gno­se. Seit Jah­res­be­ginn ha­be sich vor al­lem «das aus­sen­wirt­schaft­li­che Um­feld spür­bar ein­ge­trübt». Der bis­lang un­ter­stell­te Auf­schwung in den In­dus­trie­staa­ten ver­zö­ge­re sich. Die Bas­ler rech­nen 2016 «nach­fra­ge­sei­tig nur mit we­nig Rü­cken­wind» für den Ex­port. Die feh­len­den Nach­fra­ge­im­pul­se ver­stärk­ten die In­ves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung der Un­ter­neh­men, «wel­che sich auf­grund der Be­las­tung durch den star­ken Fran­ken be­reits im zwei­ten Halb­jahr 2015 ge­zeigt hat». Hin­zu kom­me, dass ei­ne bal­di­ge Ei­ni­gung zwi­schen der Schweiz und der EU über die Um­set­zung der Mas­sen­ein­wan­de­rungs­in­itia­ti­ve «zu­neh­mend un­wahr­schein­lich» er­schei­ne. Bak Ba­sel ge­he zwar nicht da­von aus, dass die Bi­la­te­ra­len Ver­trä­ge auf­ge­kün­digt wür­den, gleich­wohl wer­de die Un­si­cher­heit «bis weit in das Jahr 2017 hoch blei­ben und die In­ves­ti­ti­ons­tä­tig­keit hem­men».

Wich­ti­ge Wachs­tums­stüt­ze bleibt laut Bak Ba­sel der pri­va­te Kon­sum. Je­doch wer­de auch hier die Dy­na­mik nach­las­sen. Für 2016 wird ein rea­les Schwei­zer BIPWachs­tum von 0,8% (2015: 0,9%) er­war­tet. 2017 dürf­ten die glo­ba­len Be­las­tungs­fak­to­ren an Be­deu­tung ver­lie­ren. Im Zu­ge ei­ner Nor­ma­li­sie­rung dürf­te die Schwei­zer Wirt­schaft dann 1,5% zu­le­gen; ihr Po­ten­zi­al­wachs­tum er­rei­che sie aber da­mit noch nicht.

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