Die LLB will Über­schuss­ka­pi­tal in Wachs­tum in­ves­tie­ren

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MH

Die Liech­ten­stei­ni­sche Lan­des­bank (LLB) macht klei­ne Sprün­ge, aber im­mer­hin. Die mehr­heit­lich dem Land Liech­ten­stein ge­hö­ren­de Bank kann auf Ba­sis ih­rer wei­ter ver­bes­ser­ten ope­ra­ti­ven Leis­tung die Di­vi­den­de von 1.50 auf 1.60 Fr. er­hö­hen. Die Di­vi­den­den­ren­di­te von 4,5% ist ver­gleichs­wei­se at­trak­tiv.

CEO Roland Matt geht da­von aus, dass die Bank 2016 «wei­te­re ope­ra­ti­ve Fort­schrit­te er­zie­len und ein so­li­des Kon­zern­er­geb­nis» er­wirt­schaf­ten wird. Bei den ver­wal­te­ten Ver­mö­gen rech­net er mit ei­ner wei­te­ren Ver­lang­sa­mung des Net­to­ab­flus­ses, der 2015 206 Mio. Fr. be­trug.

Ge­spart und fo­kus­siert

Der Bank­kon­zern, zu dem die schwei­ze­ri­sche Bank Linth ge­hört, ar­bei­tet sich be­harr­lich zu­rück, die Ei­gen­mit­tel­ren­di­te be­trägt 5,2%, nach 4,3% im Vor­jahr. Der aus­ge­wie­se­ne Ge­winn stieg 20% auf 86 Mio. Fr. Auf ber­ei­nig­ter Ba­sis konn­te LLB 2015 den Ge­schäfts­er­trag um 2,5% stei­gern, wo­bei vor al­lem der De­vi­sen­han­del bes­ser ab­ge­schnit­ten hat, und die ver­gleich­ba­ren Kos­ten wur­den 9% ge­senkt.

In den letz­ten Jah­ren ging es bei der LLB um Kos­ten­spa­ren und Fo­kus­sie­ren. So wur­den Ju­ra Trust und Swis­s­part­ners ver­kauft, LLB (Schweiz) wur­de ge­schlos­sen und der rück­wär­ti­ge Di­enst der liech­ten­stei­ni­schen Mut­ter mit dem­je­ni­gen der Bank Linth zu­sam­men­ge­legt.

Nun heisst die Pa­ro­le «nach­hal­tig pro­fi­ta­bles Wachs­tum», wie VR-Prä­si­dent Hans-Wer­ner Gass­ner sag­te. Wachs­tum soll die nächs­te Pha­se der Ren­ta­bi­li­sie­rung der Bank er­mög­li­chen. Den fi­nan­zi­el­len Spiel­raum für Ak­qui­si­tio­nen be­zif­fer­te Matt auf 450 Mio. Fr. Ziel­märk­te sind Liech­ten­stein, Ös­ter­reich und die Schweiz, und zwar im Re­tail­ge­schäft wie im Pri­va­te Ban­king.

Da­mit ist auch klar, dass die Ak­tio­nä­re trotz der ho­hen Tier-1-Ka­pi­tal­quo­te von 20,6% nicht mit Son­der­zah­lun­gen der Bank rech­nen soll­ten. Gass­ner: «Wir ge­hen nicht von ei­ner Aus­schüt­tung des Über­schuss­ka­pi­tals aus.»

An­stel­len und ak­qui­rie­ren

CEO Matt prä­sen­tier­te an der Me­di­en­kon­fe­renz auch die ver­schie­de­nen Mass­nah­men zur or­ga­ni­schen Be­schleu­ni­gung. Sie schei­nen prak­ti­ka­bel, das LLB-Ma­nage­ment geht in der an­ste­hen­den Wachs­tums­pha­se so sys­te­ma­tisch vor, wie das in der Fo­kus­sie­rungs­pha­se der Fall war. Bei­spiels­wei­se sol­len die­ses Jahr zwan­zig neue Kun­den­be­ra­ter ein­ge­stellt wer­den. Ei­ne sys­te­ma­ti­sche Zer­ti­fi­zie­rung al­ler Kun­den­be­ra­ter soll die Qua­li­tät ver­bes­sern.

Die Re­tail­pro­dukt­pa­let­te wird eben­so aus­ge­baut wie das An­ge­bot für In­ter­me­diä­re und für Pri­va­te-Ban­king-Kun­den. Die LLB for­ciert das di­gi­ta­le Ge­schäft und kann be­reits Vi­deo-Iden­ti­fi­ka­ti­on für die Kon­to­er­öff­nung an­bie­ten. In der Schweiz steht die da­für not­wen­di­ge Re­ge­lung durch die Fin­ma noch aus.

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