SAP: «Mas­si­ve IT-In­ves­ti­tio­nen»

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE -

Die Schwei­zer Toch­ter des deut­schen Soft­ware­rie­sen SAP spürt kei­ne Nach­we­hen der Auf­he­bung der Eu­ro­un­ter­gren­ze An­fang 2015. Der Ver­kauf von ITDi­enst­leis­tun­gen in der Schweiz lau­fe in ers­ter Li­nie «über die In­no­va­ti­ons­freu­dig­keit» der Un­ter­neh­men, sagt Bernd Brandl, Schweiz-Chef des Soft­ware­spe­zia­lis­ten, am Ran­de des dies­jäh­ri­gen SAP Fo­rum in Ba­sel der FuW. SAP ist zu­sam­men mit Aba­cus, Mi­cro­soft, Sa­ge und Ora­cle ei­ner der gröss­ten An­bie­ter von Un­ter­neh­mens­soft­ware im hie­si­gen Markt und zählt Hun­der­te Schwei­zer Kun­den.

Der im deut­schen Leit­in­dex Dax ge­führ­te Mut­ter­kon­zern SAP hat 2015 ein über Er­war­ten star­kes Ge­schäfts­jahr hin­ge­legt, was ihn ver­an­lasst hat, die Um­satz­zie­le für 2017 an­zu­he­ben (vgl. Kas­ten). Die­se po­si­ti­ven Aus­sich­ten spie­geln sich ge­mäss Brandl auch im Schwei­zer Markt. Be­son­ders bei neu­en An­ge­bo­ten rund um die Da­ten-Cloud, Di­gi­ta­li­sie­rung und das neu auf­ge­leg­te Kern­pro­dukt S/4 Ha­na ver­zeich­ne SAP in der Schweiz ei­nen deut­li­chen Kun­den­zu­wachs. Fi­nan­zi­el­le An­ga­ben zum Ge­schäfts­gang macht das Un­ter­neh­men kei­ne. In der Schweiz ver­dient der Soft­ware­spe­zia­list mit Li­zenz­ein­nah­men, Sup­port- und Ser­vice-Di­enst­leis­tun­gen so­wie Cloud-An­ge­bo­ten Geld.

Trotz Kos­ten­druck sieht der Län­der­chef bei Schwei­zer Un­ter­neh­men kei­ne schrump­fen­den IT-Bud­gets, egal, in wel­cher Bran­che. Im Ge­gen­teil, die Be­reit- schaft, in IT zu in­ves­tie­ren, ha­be sich so­gar noch ver­stärkt. «Es wird un­ter­schätzt, wie stark sich Schwei­zer Un­ter­neh­men seit Jah­ren schon mit der Di­gi­ta­li­sie­rung be­fas­sen», sagt Brandl. In al­len Bran­chen wer­de mas­siv in die IT in­ves­tiert.

Über­ra­schend ist hin­ge­gen, dass für ITDi­enst­leis­ter der­zeit auch Wachs­tum in der sich kon­so­li­die­ren­den Bank­bran­che zu ho­len ist. Hier steht SAP in Kon­kur­renz mit spe­zia­li­sier­ten Ban­ken­soft­ware­an­bie­tern wie Ava­loq, Fin­no­va oder der an der SIX ko­tier­ten Te­me­nos. Noch vor ei­nem Jahr sah Brandl im Ban­ken­sek­tor ei­ne eher ver­hal­te­ne Nach­fra­ge. Doch jetzt will SAP im Fi­nanz­sek­tor «über­di­men­sio­nal» wach­sen, ent­spre­chend wur­de der Be­reich auch per­so­nell ver­stärkt. Ban­ken hät­ten trotz Kos­ten­druck nach wie vor sehr gros­se IT-Bud­gets, und ge­mäss SAPMann Brandl kön­ne ei­ne Bank mit Nichts­tun kei­ne Kos­ten sen­ken. Um sie zu re­du­zie­ren, müss­ten Pro­zes­se an­ge­passt und mit ei­ner pas­sen­den Soft­ware ab­ge­bil­det wer­den, sagt er.

SAP hat Mil­li­ar­den für die Er­gän­zung des An­ge­bots mit Cloud-Pro­duk­ten aus­ge­ge­ben, so für den Spe­zia­lis­ten für Spe­sen­ab­rech­nung Con­cur (8,3 Mrd. $ 2014) oder den An­bie­ter von HR-Soft­ware Suc­ces­sFac­tors (3,4 Mrd. $ 2012). Die Nach­fra­ge nach Cloud-Di­ens­ten legt na­he, dass die Zu­käu­fe stra­te­gisch nö­tig wa­ren. Ob sich die ho­hen In­ves­ti­tio­nen auch fi­nan­zi­ell aus­zah­len, wird sich je­doch erst in den kom­men­den Jah­ren wei­sen.

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