Kar­dex hat viel Cash auf La­ger

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Ef­fi­zi­en­te und kos­ten­spa­ren­de Lo­gis­tik­lö­sun­gen für Un­ter­neh­men in In­dus­trie und Han­del sind mehr denn je ge­fragt. Stich­wor­te sind et­wa In­dus­trie 4.0, Nach­hol­be­darf in Asi­en und die Re­in­dus­tria­li­sie­rung in den USA. Die aus­ge­zeich­ne­te Stim­mung im La­ger­lo­gis­tik­markt al­lein hät­te Kar­dex nicht ein solch aus­ge­zeich­ne­tes Jahr be­schert. Auch ei­ge­ne An­stren­gun­gen tru­gen da­zu bei, dass die Ge­winn­zah­len mit zwei­stel­li­gen Pro­zen­tra­ten zu­nah­men. Zum ers­ten Mal re­sul­tier­te ei­ne be­trieb­li­che Mar­ge von über 10%.

Kar­dex pro­fi­tier­te je­doch auch von ei­nem güns­ti­gen Wäh­rungs­ef­fekt. Die Ge­sell­schaft pro­du­ziert mehr­heit­lich in Deutsch­land und bi­lan­ziert in Euro. Mit un­ver­än­der­ten Wäh­run­gen wä­re das Be­triebs­er­geb­nis 2 Mio. € nied­ri­ger aus­ge­fal­len. Das ho­he Um­satz­wachs­tum hat­te Ska­len­ef­fek­te zur Fol­ge. Be­triebs­ge­winn (Ebit) und Über­schuss wuch­sen über­pro­por­tio­nal und mehr als er­war­tet. An die Ak­tio­nä­re wer­den 30% mehr als im Vor­jahr aus­ge­schüt­tet, in Form ei­ner steu­er­frei­en Nenn­wert­rück­zah­lung. Die Ne­ben­wer­te ren­tie­ren 4%.

Die Haupt­di­vi­si­on Remstar (dy­na­mi­sche La­ger­sys­te­me) ver­zeich­ne­te ihr bis­her bes­tes Ge­schäfts­jahr. Die ope­ra­ti­ve Mar­ge über­traf mit 13% das Ziel­band von 7 bis 12%. Als neue Ober­gren­ze gel­ten nun 13%. Zum ers­ten Mal er­reich­te die ver­schlank­te, mit we­ni­ger Ka­pi­tal als Remstar ar­bei­ten­de Di­vi­si­on Mlog (Hoch­re­gal­la­ger) mit 5,1% die Vor­ga­be von 4 bis 6% Be­triebs­span­ne. Ei­ne Fünf vor dem Kom­ma zu schrei­ben, ist das Ziel auch für das lau­fen­de Jahr. Das 2012 ve­rän­der­te Ge­schäfts­mo­dell zahlt sich aus. Mlog ver­zich­tet nun­mehr auf ri­si­ko­rei­che Gross­pro­jek­te und baut das ren­ta­ble Ser­vice­ge­schäft aus.

Die Bi­lanz ist mit ei­nem Ei­gen­ka­pi­tal­an­teil von fast 60% kern­ge­sund ge­blie­ben. Die ho­he Net­to­li­qui­di­tät lässt Raum für die Fi­nan­zie­rung von Ak­qui­si­tio­nen. Das Ma­nage­ment geht in die­ser Hin­sicht aber vor­sich­tig ans Werk. Es ist je­doch «ak­tiv am Su­chen». Bis­her lag es vor al­lem Preis, dass es nicht klapp­te.

In der Füh­rung gibt es ei­nen Wech­sel. Fe­lix Thö­ni gibt sei­ne Funk­ti­on als De­le­gier­ter des Ver­wal­tungs­rats ab und wird Vi­ze­prä­si­dent. Die ope­ra­ti­ve Ver­ant­wor­tung als CEO über­nimmt der Deut­sche Jens Fank­hä­nel (51), seit 2011 Lei­ter von Remstar. Er be­hält die Füh­rung der Di­vi­si­on.

Die Aus­sich­ten von Kar­dex blei­ben mit Blick auf den 15% hö­he­ren Auf­trags­be­stand zu­min­dest für das ers­te Halb­jahr gut. Die Vor­her­seh­bar­keit ( Vi­si­bi­li­tät) be­trägt im Fall von Remstar drei bis vier Mo­na­te. Die Kar­dex-Ak­ti­en ha­ben sich seit dem Fast-Kon­kurs des Un­ter­neh­mens 2011 ver­sechs­facht. Das mitt­ler­wei­le ro­bus­te Ge­schäfts­mo­dell der Grup­pe, die sehr so­li­de Fi­nanz­la­ge und das struk­tu­rel­le Wachs­tum der Bran­che bie­ten aber die Chan­ce, dass das En­de der Fah­nen­stan­ge noch nicht er­reicht ist. In Zu­kunft ist je­doch eher ab­so­lu­tes Ge­winn­wachs­tum als wei­te­re Mar­gen­stei­ge­run­gen zu er­war­ten.

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