Die ope­ra­ti­ve Leis­tung mes­sen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Da­mit sich An­le­ger ein Bild von der Leis­tung des Ma­nage­ments ma­chen kön­nen, müs­sen sie sei­ne Leis­tung be­ur­tei­len kön­nen. Doch wie lässt sich der ope­ra­ti­ve Er­folg ei­nes Un­ter­neh­mens mes­sen? Ei­ne zen­tra­le Kenn­grös­se hier­für ist die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te, die den Rein­ge­winn ins Ver­hält­nis zum Ei­gen­ka­pi­tal setzt. Ei­ne Ren­di­te von 12% be­deu­tet, dass ein Un­ter­neh­men pro 100 Fr. Ei­gen­ka­pi­tal ei­nen Rein­ge­winn von 12 Fr. er­zielt. Sie zeigt al­so, wel­chen Pro­fit die Un­ter­neh­mens­füh­rung mit dem ihm an­ver­trau­ten Ak­ti­en­ka­pi­tal er­wirt­schaf­ten konn­te. Ob­wohl die Kenn­zahl ein­fach zu be­rech­nen und zu ver­ste­hen ist, bleibt sie doch vie­le re­le­van­te In­for­ma­tio­nen schul­dig.

Die­se De­fi­zi­te las­sen sich je­doch mit der so­ge­nann­ten Du-Pont-For­mel be­he­ben. Sie schlüs­selt die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te in meh­re­re Ein­fluss­fak­to­ren auf, die sich ge­son­dert ana­ly­sie­ren las­sen. In ih­rer ein­fachs­ten Form un­ter­teilt die Du-Pont-For­mel die Ei­gen- ka­pi­tal­ren­di­te in die Kom­po­nen­ten Net­to­ge­winn­mar­ge, Ka­pi­tal­um­schlag und Ver­schul­dungs­grad (Le­ver­a­ge). Die Net­to­ge­winn­mar­ge wie­der­um lässt sich in ei­ner Er­wei­te­rung in die ein­zel­nen Baustei­ne Steu­er­be­las­tung, Zins­kos­ten und Ebit-Mar­ge un­ter­tei­len (vgl. Gra­fik oben).

Ein Un­ter­neh­men kann al­so pro­fi­ta­bler wer­den, in­dem es sei­ne Mar­gen aus­wei­tet, sein Ka­pi­tal ef­fi­zi­en­ter ein­setzt oder aber den Ver­schul­dungs­grad er­höht. Nicht al­le Va­ri­an­ten wer­den von den An­teils­eig­nern glei­cher­mas­sen ge­schätzt. Ins­be­son­de­re ein hö­he­rer Le­ver­a­ge ist nicht im­mer gern ge­se­hen. Die He­bel­wir­kung er­laubt zwar ei­ne kräf­ti­ge Aus­wei­tung der Ren­ta­bi­li­tät in gu­ten Zei­ten. Doch die Mecha­nik wirkt in bei­de Rich­tun­gen, so­dass in schwie­ri­gen Pha­sen die Ver­lus­te stark an­schwel­len kön­nen. Die­se schmerz­haf­te Er­fah­rung muss­ten be­son­ders die Ban­ken in der Fi­nanz­kri­se nach 2007 ma­chen.

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