Bra­si­li­en als gros­se Chan­ce

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - EN­ZO PUNTILLO,

Die­se Wo­che galt die ge­sam­te Auf­merk­sam­keit des Mark­tes der EZB. Ma­rio Draghi hat ei­nen Strauss von Mass­nah­men prä­sen­tiert, je­doch lag der Schwer­punkt bei der För­de­rung der Kre­dit­ver­ga­be und der Be­kannt­ga­be, neu auch Un­ter­neh­mens­an­lei­hen in An­la­ge­qua­li­tät (IG) kau­fen zu wol­len. Trotz­dem hat der Markt auf die Ein­sicht der Zen­tral­bank, dass ne­ga­ti­ve Zin­sen nur noch ei­nen li­mi­tier­ten Spiel­raum ha­ben, sehr ent­täuscht re­agiert.

Aber die­se neue Ein­sicht der EZB ist mög­li­cher­wei­se die po­si­tivs­te Ent­wick­lung die­ser Wo­che. Mit­tel- bis lang­fris­tig dürf­ten ver­schie­de­ne Wirt­schafts­ak­teu­re dar­auf po­si­tiv re­agie­ren. Spe­zi­ell Ban­ken wer­den von ne­ga­ti­ven Zin­sen be­las­tet – und was schlecht für Ban­ken ist, wird kaum po­si­tiv für die Kre­dit­ver­ga­ben sein.

Die Markt­teil­neh­mer wer­den in den nächs­ten Wo­chen ih­re Be­fürch­tun­gen über ne­ga­ti­ve Zin­sen ver­drän­gen und zu­neh­mend wie­der den Fun­da­men­tal­ent­wick­lun­gen und Be­wer­tun­gen Auf­merk­sam­keit schen­ken. In ei­nem Um­feld mit we­nig Wachs­tum er­schei­nen be­son­ders Un­ter­neh­mens- so­wie Schwel­len­län­deran- lei­hen in Hart­wäh­run­gen at­trak­tiv. Bei­de An­la­ge­klas­sen be­nö­ti­gen nicht spe­zi­ell ho­hes Wachs­tum, um gu­te Per­for­mance zu er­zie­len. Un­ter­neh­mens­an­lei­hen dürf­ten zu­sätz­lich von Zu­käu­fen der EZB pro­fi­tie­ren. Po­si­ti­ve Im­pul­se für Schwel­len­län­der­bonds er­ge­ben sich vor al­lem dar­aus, dass sich die Kon­junk­tur nicht mehr in dem Mas­se wie bis­her ver­schlech­tert, dass sich der Öl­preis sta­bi­li­siert und sich die Leis­tungs­bi­lan­zen ver­bes­sern.

Die Aus­ver­käu­fe der letz­ten Jah­re ha­ben da­zu ge­führt, dass die Be­wer­tun­gen güns­tig sind. Mo­men­tan bie­tet Bra­si­li­en mit die gröss­ten Chan­cen. Die Aus­land­ver­schul­dung bleibt tief und die Han­dels­bi­lanz hat sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten mar­kant ver­bes­sert. Hin­zu kommt, dass in den nächs­ten Jah­ren kaum An­lei­hen in Dol­lar re­fi­nan­ziert wer­den müs­sen, was markt­un­ter­stüt­zend wir­ken soll­te. Dass die Ra­ting­her­ab­set­zung Bra­si­li­ens im De­zem­ber vie­le In­ves­to­ren ge­zwun­gen hat, ih­re An­lei­hen ab­zu­stos­sen und die meis­ten Markt­teil­neh­mer das Land seit­her eher mei­den, hat da­zu ge­führt, dass die ent­spre­chen­den Be­wer­tun­gen noch­mals an At­trak­ti­vi­tät ge­won­nen ha­ben.

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