Chi­nas Tri­lem­ma

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Chi­na steht vor ei­nem Ziel­kon­flikt, ei­nem Tri­lem­ma: Es kann nicht gleich­zei­tig die Zin­sen sen­ken, die Wäh­rung stabil hal­ten und den Ka­pi­tal­ver­kehr li­be­ra­li­sie­ren. Denn tie­fe­re Zin­sen ma­chen aus­län­di­sche In­ves­ti­tio­nen für Chi­ne­sen at­trak­ti­ver und ver­schär­fen den Ka­pi­tal­ab­fluss, wo­durch die Wäh­rung un­ter Ab­wer­tungs­druck kommt.

Die Re­gie­rung müss­te des­halb den Ka­pi­tal­ab­fluss ad­mi­nis­tra­tiv be­gren­zen. Stren­ge­re Ka­pi­tal­ver­kehrs­kon­trol­len sind aber kei­ne lang­fris­ti­ge Lö­sung und wi­der­spre­chen der Stra­te­gie Pe­kings, den Ka­pi­tal­ver­kehr li­be­ral zu ge­stal­ten, da­mit der Ren­min­bi vom IWF als of­fi­zi­el­le Re­ser­ve­wäh­rung an­er­kannt bleibt.

Die Zen­tral­bank hat noch ei­ne wei­te­re Op­ti­on. Sie kann zur Sta­bi­li­sie­rung des Wech­sel­kur­ses am De­vi­sen­markt die ei­ge­ne Wäh­rung kau­fen. Ge­nau das tut sie seit rund zwei Jah­ren. Ins­ge­samt hat sie ge­schätz­te 700 Mrd. $ an Re­ser­ven ver­kauft. Doch auch den De­vi­sen­markt­in­ter­ven­tio­nen sind Gren­zen ge­setzt. Ex­per­ten schät­zen, dass von den aus­ge­wie­se­nen 3,2 Bio. $ an Fremd­wäh­rungs­re­ser­ven nur zwei Drit­tel li­quid sind. «Hält der Ka­pi­tal­ab­fluss im jet­zi­gen Um­fang an, sind die­se li­qui­den Re­ser­ven in rund ein­ein­halb Jah­ren auf­ge­braucht», sagt Fonds­ma­na­ger Fe­lix Zu­lauf (www.fuw.ch/ 160316-14). Wenn der Ka­pi­tal­ab­fluss un­ge­bremst an­hält, wird Pe­king den Yuan ab­wer­ten las­sen müs­sen. Ei­ne ein­ma­li­ge grös­se­re An­pas­sung des Wech­sel­kur­ses wä­re für Chi­na wohl die schmerz­lo­ses­te Va­ri­an­te, denn so wür­de den Sor­gen um ei­ne wei­te­re Ab­wer­tung und der Ka­pi­tal­flucht ein Rie­gel ge­scho­ben.

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