US-Kon­sum kühlt sich ab

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CG

Aus dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­sum­sek­tor kom­men Schwä­che­si­gna­le. Der Um­satz im Ein­zel­han­del hat im Fe­bru­ar 0,1% ge­gen­über dem Vor­mo­nat ab­ge­nom­men. Deut­lich nach un­ten kor­ri­giert wur­den zu­dem die Zah­len für Ja­nu­ar, für den statt ein Plus von 0,2% nun ei­ne Ab­nah­me um 0,4% re­sul­tiert. Das ist der schärfs­te Rück­gang seit ei­nem Jahr und lässt be­fürch­ten, dass sich die US-Wirt­schaft nicht so rasch vom Rück­schlag im vier­ten Quar­tal er­holt.

Die Flau­te im De­tail­han­del ba­siert mit­un­ter auf rück­läu­fi­gen Ein­nah­men von Au­to­händ­lern, Wa­ren­häu­sern und Mö­bel­ge­schäf­ten. Au­to­kon­zer­ne wie Ge­ne­ral Mo­tors, Ford oder Fi­at Chrys­ler mel­den zwar so­li­de Ab­satz­zah­len. Dass der Um­satz in der Bran­che den­noch ab­ge­nom­men hat, lässt dar­auf schlies­sen, dass Kun­den ver­mehrt mit Preis­re­duk­tio­nen an­ge­lockt wur­den. Ei­nen deut­li­chen Rück­gang ver­zeich­ne­ten aus­ser­dem Ver­käu­fe an den Tank­stel­len, was mit den tie­fe­ren Ben­zin­prei­sen zu tun hat. Ins­ge­samt re­gis­trier­te das US-Wirt­schafts­de­par­te­ment in acht von drei­zehn Ein­zel­han­dels­ka­te­go­ri­en ei­nen sin­ken­den Trend im Fe­bru­ar.

Spa­ren statt kau­fen

Der Rück­gang auf brei­ter Front macht deut­lich, dass die ge­rin­ge­ren Sprit­kos­ten die Kauf­lau­ne der Ver­brau­cher kaum nen­nens­wert sti­mu­lie­ren. Viel­mehr nut­zen die Kon­su­men­ten den Ein­bruch der Ener­gie­prei­se haupt­säch­lich zum Spa­ren. Zu­dem dürf­ten die Tur­bu­len­zen an den Fi­nanz­märk­ten das Kon­sum­ver­hal­ten be­ein­träch­tigt ha­ben. Im­mer­hin ent­wi­ckelt sich der Ar­beits­markt wei­ter­hin ro­bust, wie die über­ra­schend so­li­den Da­ten für Fe­bru­ar ge­zeigt ha­ben. In­ter­es­sant wird da­her, wie die Zah­len zum Ver­brau­cher­ver­trau­en der Uni­ver­si­tät Mi­chi­gan am Frei­tag aus­fal­len.

Die durch­wach­se­nen Nach­rich­ten zum Kon­sum wer­den in der US-No­ten­bank zu re­den ge­ben. Nach ei­ner zwei­tä­gi­gen Sit­zung wird sie am Mitt­woch ih­ren Zins­ent­scheid be­kannt ge­ben. Die Ein­zel­han­dels­um­sät­ze gel­ten als Schlüs­se­lin­di­ka­tor zum Ver­brauch, der in den USA für rund drei Vier­tel der Wirt­schafts­leis­tung auf­kommt.

Wall­s­treet senkt Pro­gno­sen

Ent­spre­chend pro­ble­ma­tisch ist die Kon­sum­flau­te für die wei­te­ren Kon­junk­tur­aus­sich­ten: «An Wall­s­treet wer­den die Wachs­tums­pro­gno­sen für die USWirt­schaft zum ers­ten Quar­tal nun auf 1,5 bis 2% ge­senkt. Das, nach­dem sich der Kon­sens vor den Zah­len zum Ein­zel­han­del noch auf 2 bis 2,5% be­lau­fen hat­te», meint Ste­ven Ric­chi­u­to, Chef­Öko­nom von Mi­zu­ho Se­cu­ri­ties USA.

An den Fi­nanz­märk­ten gilt es des­halb als so gut wie si­cher, dass die USNo­ten­bank die­se Wo­che mit wei­te­ren Zins­er­hö­hun­gen ab­war­ten wird. Nach ei­ner ers­ten geld­po­li­ti­schen Straf­fung im De­zem­ber hat­ten die Wäh­rungs­hü­ter mit viel Zu­ver­sicht si­gna­li­siert, dass sie für die­ses Jahr mit vier wei­te­ren Zins­schrit­ten rech­nen. Mit Blick auf die mehr­heit­lich ver­hal­te­nen Kon­junk­tur­da­ten und die nach wie vor fra­gi­le Stim­mung an den Bör­sen wür­de es je­doch nicht über­ra­schen, wenn sich No­ten­bank­che­fin Ja­net Yel­len an der Pres­se­kon­fe­renz für ei­nen we­ni­ger ag­gres­si­ven Kurs aus­spricht.

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