Roh­öl kon­so­li­diert

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BROKERAGE,

Die Über­ver­sor­gung de­ckelt das Auf­wärts­po­ten­zi­al.

Die po­si­ti­ve Stim­mung, die seit fünf Wo­chen die Öl­märk­te nach oben trieb, scheint in der ver­gan­ge­nen Wo­che den Ze­nit er­reicht zu ha­ben. Noch in der Vor­wo­che ver­teu­er­te sich Roh­öl im Wo­chen­ver­gleich um fast 12%. Am Di­ens­tag ver­gan­ge­ner Wo­che er­ziel­te eu­ro­päi­sches Brent-Öl (ICE) mit 41.48 $/Fass (Fass = 159 Li­ter) gar ein 3-Mo­nats-Hoch. Be­stre­bun­gen zwi­schen Opec-Mit­glie­dern und Russ­land, die För­de­rung auf dem Stand von Ja­nu­ar ein­zu­frie­ren, ver­moch­ten den Öl­markt zu­nächst zu sta­bi­li­sie­ren. Die zu­vor ne­ga­tiv ein­ge­stell­ten Markt­teil­neh­mer wur­den vor­sich­tig und ha­ben Ge­win­ne auf ih­ren Shor­tPo­si­tio­nen rea­li­siert. Zu­dem sorg­ten die Än­de­rung des Stim­mungs­ba­ro­me­ters und Pro­gno­sen, dass die Tal­soh­le mit Prei­sen um 27 $/ Fass im Ja­nu­ar er­reicht wor­den sei, da­für, dass sich vie­le spe­ku­la­ti­ve An­le­ger zu­neh­mend mit Ein­käu­fen am Markt en­ga­gier­ten.

Bis En­de Wo­che kon­so­li­dier­te der Preis für Brent-Öl um 40 $/ Fass, der Wo­chen­schluss no­tier­te zu 40.39 $/Fass. US-Roh­öl der Sor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te (Nymex-WTI) ver­zeich­ne­te am Frei­tag mit 39.02 $/Fass eben­falls ein 3-Mo­nats-Hoch. Dem ak­tu­ells­ten Com­mit­ment of Tra­des Re­port (CFTC) zu­fol­ge sind die spe­ku­la­ti­ven Long-Po­si­tio­nen in der Wo­che zum 8. März auf ein 4-Mo­nats-Hoch ge­stie­gen.

Be­reits wur­de spe­ku­liert, dass an­läss­lich ei­nes Tref­fens von Öl­pro­du­zen­ten am 20. März in Mos­kau wei­te­re Mass­nah­men er­grif­fen wer­den könn­ten. Die Mel­dun­gen des ira­ni­schen Öl­mi­nis­ters, wo­nach sich der Iran erst mit Er­rei­chen der Vor-Sank­ti­ons-Pro­duk­ti­on von 4 Mio. Fass/Tag (ak­tu­ell et­wa 3 Mio. Fass/Tag) an der von Russ­land und Sau­di-Ara­bi­en vor­ge­schla­ge­nen De­cke­lung der För­de­rung be­tei­li­gen wer­den, wur­den am Markt ne­ga­tiv auf­ge­nom­men. Da­durch sind die Aus­sich­ten auf ei­ne brei­te Ei­ni­gung auf Pro­duk­ti­ons­ober­gren­zen ge­schrumpft. Bis Di­ens­tag­mit­tag tauch­te Brent-Öl (ICE) wie­der deut­lich un­ter die 40-$-Mar­ke.

Fun­da­men­tal hat sich nicht viel ver­än­dert. Die Über­ver­sor­gung bleibt wei­ter be­ste­hen. Ge­mäss dem Opec-Be­richt vom Mon­tag nahm die Nach­fra­ge nach Opec-Öl für 2015 um 100 000 auf 29,7 Mio. Fass/Tag ab. Auch für 2016 hat die Opec die Nach­fra­ge­schät­zung um 100 000 auf 31,5 Mio. Fass/Tag re­du­ziert. Im Fe­bru­ar ha­ben die Opec-Mit­glie­der 32,28 Mio. Fass/ Tag ge­för­dert, et­wa 175 000 we­ni­ger als im Ja­nu­ar.

Bei den Ge­nuss­mit­teln konn­ten Roh­zu­cker und Kaf­fee er­neut zu­le­gen. New Yor­ker Roh­zu­cker (ICE) avan­cier­te im Wo­chen­ver­gleich mehr als 5% und ver­zeich­ne­te zum Wo­chen­auf­takt mit 15.44 Ct./Lb. ein neu­es 2-Mo­nats-Hoch. Seit Mit­te Fe­bru­ar be­trägt das Plus mehr als 20%. Die Aus­sicht auf ein grös­se­res glo­ba­les Ver­sor­gungs­de­fi­zit und chart­tech­ni­sche Zu­käu­fe hat­ten die Prei­se zu­letzt stark stei­gen las­sen.

Ara­bi­ca-Kaf­fee-Fu­tures (ICE) leg­ten in der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che eben­falls um gut 5% zu. Die po­li­ti­schen Un­ru­hen in Bra­si­li­en und ein stär­ker ten­die­ren­der bra­si­lia­ni­scher Re­al wirk­ten un­ter­stüt­zend.

Am US-Wei­zen­markt scheint die Auf­wärts­be­we­gung seit An­fang März gröss­ten­teils durch Ein­de­ckung von Short-Kon­trak­ten aus­ge­löst wor­den zu sein. Zu­dem wur­den aus­blei­ben­de Nie­der­schlä­ge in ein­zel­nen Re­gio­nen des Süd­wes­tens der USA als preis­stüt­zend ge­nannt. Am Mon­tag no­tier­te der US-Wei­zen­kon­trakt (CBOT) zu 4.7825 $/Bus­hel (27,215 kg) auf ei­nem 6-Wo­chen-Hoch. Die Spe­ku­lan­ten hal­ten je­doch wei­ter­hin re­kord­ho­he Short-Po­si­tio­nen.

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