Mit Vor­sicht re­agie­ren

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MA­XI­ME PER­RIN,

Die An­fangs­zei­le des Beat­les-Klas­si­kers «Hel­lo, Good­bye» spie­gelt recht gut die Re­ak­ti­on des Mark­tes auf die Ne­ga­tiv­zin­sen: «You say yes, I say no. You say stop and I say go go go, oh no». Ob­wohl hef­tig dar­über dis­ku­tiert wur­de, schie­nen doch vie­le die Ent­schei­dung der ja­pa­ni­schen und der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank zu be­grüs­sen.

Die Kri­tik war zu er­war­ten und die ers­te Aus­wir­kung ne­ga­ti­ver Zin­sen kann, da die­se von Schwe­den, Dä­ne­mark, der Schweiz und Ja­pan ein­ge­führt wur­den, be­reits be­ur­teilt wer­den. In der Theo­rie er­mu­ti­gen ne­ga­ti­ve Zin­sen die Ban­ken da­zu, ih­re Re­ser­ven in die Re­al­wirt­schaft zu brin­gen, um die Kos­ten für das Par­ken der Ein­la­gen bei der Zen­tral­bank zu ver­mei­den. Die Pra­xis aber sieht an­ders aus. Ne­ga­tiv­zin­sen drü­cken Mar­gen und Ge­win­ne, weil die Kre­dit­in­sti­tu­te die Kos­ten der «Straf­zin­sen» nicht ein­fach so an ih­re pri­va­te Kund­schaft wei­ter­ge­ben kön­nen. Schliess­lich kön­nen die­se ih­re Ein­la­gen ab­zie­hen und Bar­geld hor­ten.

Kon­su­men­ten und Un­ter­neh­men ha­ben auf die­se geld­po­li­ti­schen Mass­nah­men bis­her nicht re­agiert. Der Ver­dacht kommt auf, dass den Zen­tral­ban­ken die Mu­ni- ti­on aus­geht. Der nächs­te Schritt wird der Kauf von Ver­mö­gens­wer­ten aus dem Pri­vat­sek­tor durch die No­ten­ban­ken sein oder «He­li­ko­pter-Geld». In­ves­to­ren soll­ten mit Vor­sicht agie­ren und die Vo­la­ti­li­tät, die von den Zwei­feln an der Ef­fek­ti­vi­tät die­ser Mass­nah­men er­zeugt wird, be­rück­sich­ti­gen. Wir blei­ben wei­ter vor­sich­tig po­si­tio­niert: mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Ti­teln und re­la­tiv de­fen­si­ver Ak­ti­en­sen­si­ti­vi­tät.

Doch auch vor dem Hin­ter­grund ver­schie­de­ner glo­ba­ler Ri­si­ken, lang­sa­me­ren Wachs­tums und schwa­cher Roh­stoff­prei­se bie­ten sich nach dem jüngs­ten Aus­ver­kauf gu­te Ge­le­gen­hei­ten. Ei­ni­ge Kurs­kor­rek­tu­ren er­schei­nen über­trie­ben. Zu­dem sind die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne so­li­de, wo­bei die Mehr­zahl der Wan­del­an­lei­he­e­mit­ten­ten die Er­war­tung für das vier­te Quar­tal 2015 über­tra­fen.

Mit fast 7 Mrd. $ an Neu­emis­sio­nen er­hol­te sich die glo­ba­le Emis­si­ons­tä­tig­keit im Fe­bru­ar. Die gröss­ten Plat­zie­run­gen ka­men von Vo­da­fo­ne (4 Mrd. $), LVMH (618 Mio. $) und Grand Ci­ty Pro­per­ties (500 Mio. $).

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.