Kon­junk­tur­da­ten stüt­zen

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - GA­B­RI­EL BAR­T­HOL­DI

Die Be­fürch­tun­gen ei­nes glo­ba­len Ab­schwungs ha­ben ab­ge­nom­men.

Die Be­fürch­tun­gen ei­ner star­ken glo­ba­len Wirt­schafts­kon­trak­ti­on ha­ben nach­ge­las­sen. Bes­se­re Kon­junk­tur­da­ten aus den USA und Eu­ro­pa konn­ten die Un­si­cher­hei­ten ab­bau­en. In der Eu­ro­zo­ne fiel die In­dus­trie­pro­duk­ti­on (IP) für Ja­nu­ar bes­ser aus als er­war­tet. Das Wachs­tum im Mo­nats­ver­gleich lag bei star­ken 2,1% und im Jah­res­ver­gleich so­gar bei 2,8%, was die gröss­te Stei­ge­rungs­ra­te seit 2011 ist. Be­son­ders po­si­tiv an­zu­mer­ken sind die nach oben re­vi­dier­ten Zah­len fürs vier­te Quar­tal 2015. Da­durch er­hal­ten die star­ken Ja­nu­ar-Wachs­tums­ra­ten noch ei­ne hö­he­re Be­deu­tung.

Für die Fi­nanz­märk­te sind die IP-Zah­len in­so­fern ei­ne Er­leich­te­rung, als dass ei­ni­ge Vor­lau­fin­di­ka­to­ren in der Eu­ro­zo­ne in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit sich ab­ge­schwächt ha­ben und auf ei­ne leich­te Ver­lang­sa­mung der Kon­junk­tur­dy­na­mik hin­wie­sen. Auf­grund der bes­se­ren Da­ten und der grös­se­ren Un­ter­stüt­zung der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB), wel­che noch mehr Li­qui­di­tät be­reit­stellt, er­hol­ten sich die Ak­ti­en­märk­te. Der Dax hat seit dem 11. Fe­bru­ar 2016 be­reits wie­der rund 14% gut­ge­macht.

HY-Bonds pro­fi­tie­ren

Die et­was op­ti­mis­ti­sche­re Markt­sicht ist auch an den An­lei­hen­märk­ten zu be­ob­ach­ten, wel­che auf­grund der jüngst ge­stie­ge­nen Ver­fall­ren­di­ten et­was un­ter Druck ka­men. Al­ler­dings ver­zeich­ne­ten jüngst je­doch An­lei­hen aus dem Hoch­zins­seg­ment (High Yield, HY) star­ke Kurs­a­van­cen auf­grund ge­sun­ke­ner Aus­fall­wahr­schein­lich­kei­ten. Da­zu bei­ge­tra­gen hat si­cher­lich die Er­ho­lung des Öl­prei­ses, da gera­de in den USA vie­le klei­ne­re Ener­gie­un­ter­neh­men im Schie­fer­gas- und -öl­ge­schäft auf­grund des tie­fen Ener­gie­prei­ses stark un­ter Druck ge­ra­ten sind. Die Un­si­cher­hei­ten im Ener­gie­sek­tor strahl­ten auch auf an­de­re Bran­chen aus, wo­durch die ge­sam­te An­la­ge­klas­se bis Mit­te Fe­bru­ar mit sin­ken­den Prei­sen kon­fron­tiert war. Der hö­he­re Öl­preis hat die Si­tua­ti­on et­was ent­schärft.

Der Preis der Nord­see­sor­te Brent be­wegt sich mo­men­tan bei knapp un­ter 40 $/Fass und die Sor­te WTI kos­tet rund 37 $/Fass. Das Tief im Ja­nu­ar lag bei 27,80 bzw. 26,70 $. Ob der Auf­wärts­trend beim Öl­preis wei­ter­geht und so auch die Hoch­zins­an­lei­hen wei­ter un­ter­stüt­zen wird, ist un­ge­wiss. Die Trans­pa­renz im Ener­gie­sek­tor über An­ge­bot und Nach­fra­ge ist sehr ge­ring, ei­ne Preis­pro­gno­se des­we­gen kaum mög­lich. Ei­ni­ge Da­ten spre­chen für das Fort­bes­te- hen des Öl-Über­an­ge­bots. Iran will die Pro­duk­ti­on in den kom­men­den Mo­na­ten stark aus­wei­ten. Da­ten aus den USA zei­gen, dass die An­zahl an ak­ti­ven Bohr­an­la­gen im Öl­schie­fer­be­reich in den letz­ten Mo­na­ten stark ge­sun­ken ist. Das drückt das An­ge­bot. Auf­grund der ho­hen Pro­gno­se­un­si­cher­heit ist Vor­sicht bei In­ves­ti­tio­nen im Ener­gie­sek­tor und bei Hoch­zins­an­lei­hen ge­bo­ten.

Fed im Fo­kus

Die Roh­stoff­prei­se ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen Wo­chen er­holt und re­agier­ten po­si­tiv auf ei­nen schwä­che­ren Dol­lar und po­si­ti­ve­re Kon­junk­tur­da­ten aus Chi­na. Die stärks­te Er­ho­lung ver­zeich­ne­te Ei­sen­erz. Des­sen Preis kam zu­letzt je­doch wie­der et­was zu­rück. Das zeigt, wie vo­la­til die No­tie­run­gen im­mer noch sind. Auch Gold pro­fi­tier­te in den letz­ten Wo­chen vom schwä­che­ren Dol­lar und der er­höh­ten Ri­si­ko­aver­si­on der An­le­ger. Falls sich die Ner­vo­si­tät der In­ves­to­ren legt und der Dol­lar an Stär­ke ge­win­nen soll­te, dürf­te die Er­ho­lung beim Gold ei­ne Pau­se ein­le­gen.

Nach EZB und der Bank von Ja­pan steht am Mitt­woch die Sit­zung des Of­fen­markt­aus­schus­ses der US-No­ten­bank (Fed) im Mit­tel­punkt des Markt­in­ter­es­ses. Die Re­ak­ti­on der Wäh­rungs­märk­te nach dem EZB-Ent­scheid lässt ei­ne un­ver­än­der­te Po­li­tik des Fed er­war­ten. Nach­dem der Dol­lar zum Euro ver­gan­ge­ne Wo­che stark ab­ge­wer­tet hat, hat der Dol­lar jüngst wie­der et­was zu­ge­legt. Län­ger­fris­tig spricht je­doch die Kauf­kraft­pa­ri­tät für ei­nen schwä­che­ren Dol­lar. Am Don­ners­tag wird sich dann noch die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank äus­sern und kom­plet­tiert die Se­rie der Zen­tral­bank­ent­schei­dun­gen im März.

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