Das Wich­tigs­te

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Ja­pan –0,6%. Zwar ist in der Schweiz die rea­le Ren­di­te im Ver­gleich nicht nied­rig, aber sie ist über die ver­gan­ge­nen Jah­re zu­rück­ge­gan­gen. Doch die no­mi­na­le Ren­di­te über­zeich­net die­sen Rück­gang (vgl. Gra­fik 1). No­mi­nal lag der Markt­zins En­de 2001 um 3,5%. Die no­mi­na­le Ren­di­te ist um fast 4 Pro­zent­punk­te (Pp) ge­fal­len. Re­al ist sie da­ge­gen um nur 2,3 Pp ge­sun­ken. Der Grund: Die In­fla­ti­on war gleich­zei­tig stark rück­läu­fig. Die­se Rech­nung ist in­des et­was na­iv, da man die ak­tu­el­le In­fla­ti­on für die er­war­te­te Teue­rung über die Lauf­zeit des Bonds ein­setzt. Statt­des­sen könn­ten In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen ba­sie­rend auf Mo­del­len oder Um­fra­gen Die Schweiz hat gar nicht so tie­fe Zin­sen, wie man an­hand der no­mi­na­len Sät­ze mei­nen könn­te. Die Schät­zun­gen von Re­al­zin­sen wei­chen von­ein­an­der ab, da man In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen an­neh­men muss. Seit den Acht­zi­ger­jah­ren ist die welt­wei­te Re­al­ren­di­te um 4,5 Pro­zent­punk­te zu­rück­ge­gan­gen. ver­wen­det wer­den. Di­rekt kann der Re­al­zins bei in­fla­ti­ons­ge­schütz­ten An­lei­hen be­ob­ach­tet wer­den. Da sie ei­nen Teue­rungs­aus­gleich ga­ran­tie­ren, wer­den sie mit der rea­len Ren­di­te ge­preist. Zwar kann die Aus­sa­ge­kraft die­ser Ren­di­te hin­ter­fragt wer­den, da es ei­nen Si­cher­heits­bo­nus für die An­lei­hen gibt. Doch klar ist, dass die markt­ba­sier­te Re­al­ren­di­te in den USA in die glei­che Rich­tung zeigt wie die Dif­fe­renz aus No­mi­nal­zins und In­fla­ti­ons­ra­te. Bei­de sin­ken schon län­ger, aber seit der Fi­nanz­kri­se be­schleu­nigt (vgl. Gra­fik 2).

Re­al­zin­sen ge­hen zu­rück

Die USA sind da­bei kein Ein­zel­fall. Welt­weit gibt es ei­nen Trend nach un­ten (vgl. Gra­fik 3). «Seit den Acht­zi­ger­jah­ren sind die lang­fris­ti­gen Re­al­zin­sen um 4,5 Pro­zent­punk­te zu­rück­ge­gan­gen», er­rech­ne­ten Öko­no­men der Bank of En­g­land. Da­für wer­den welt­wei­te Fak­to­ren wie das schwa­che Wirt­schafts­wachs­tum, die al­tern­de Be­völ­ke­rung und der sin­ken­de Preis für In­ves­ti­ti­ons­gü­ter ver­ant­wort­lich ge­macht (vgl. Text rechts). Durch Ka­pi­tal­flüs­se brei­ten sich nied­ri­ge Zin­sen glo­bal aus. Nach die­ser Le­se­art fol­gen Zen­tral­ban­ken mit dem Set­zen von nied­ri­gen Leit­zin­sen nur fun­da­men­ta­len Fak­to­ren, die den rea­len Zins drü­cken (vgl. Kom­men­tar un­ten).

Wie lan­ge sich der Trend noch hält, der die Ren­di­te im­mer wei­ter nach un­ten zieht, ist um­strit­ten. Schaut man in die Ver­gan­gen­heit, gab es gros­se Schwan­kun­gen des Re­al­zin­ses. Das gilt für die USA (vgl. gros­se Gra­fik oben) wie auch in der Schweiz (vgl. Gra­fik 4). «Im his­to­ri­schen Ver­gleich gab es im­mer wie­der Pha­sen mit ne­ga­ti­ven Re­al­zin­sen», er­klär­te De­wet Mo­ser, stell­ver­tre­ten­des Di­rek­to­ri­ums­mit­glied der SNB, ver­gan­ge­nes Jahr in ei­ner Re­de. «Die ak­tu­el­le Kon­stel­la­ti­on ist aus­ser­ge­wöhn­lich, aber nicht ein­zig­ar­tig.»

Das Neue ist nun, dass die rea­len Zin­sen nicht we­gen ei­ner hö­he­ren In­fla­ti­on fal­len, son­dern weil die no­mi­na­len Zin­sen un­ter Druck ge­ra­ten. Das Zins­ni­veau ist tief, aber die Kom­bi­na­ti­on aus nied­ri­ger In­fla­ti­ons­ra­te und tie­fem Re­al­zins ist so noch nie vor­ge­kom­men.

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