Öl­preis­ral­ly dürf­te ab­eb­ben

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JE­RE­MY BA­KER,

Die ge­gen­wär­ti­ge Öl­preis­ral­ly, die Mit­te Fe­bru­ar ein­ge­setzt hat, er­in­nert an die «un­ech­te» Ral­ly von März bis Ju­ni 2015. Aus­schlag­ge­bend wa­ren in bei­den Fäl­len die An­le­ger­stim­mung so­wie die Hoff­nung, die Opec und Russ­land wür­den die För­der­men­ge kür­zen. Das steht dies­mal al­ler­dings gar nicht erst zur De­bat­te. Vor­erst ist bloss von ei­nem Ein­frie­ren der Pro­duk­ti­on auf der­zei­ti­gem Ni­veau die Re­de. Doch selbst wenn die­se Ge­sprä­che ir­gend­wann in Pro­duk­ti­ons­kür­zun­gen mün­den, ist das kein hin­rei­chen­der Grund für ei­nen Preis­an­stieg von 45%. Wie bei der letzt­jäh­ri­gen Ral­ly wird auch dies­mal bald klar wer­den, dass sich fun­da­men­tal nicht viel ge­än­dert hat. Das An­ge­bots­wachs­tum dürf­te im Lauf des Jah­res nach­las­sen. Die Da­ten zur USFör­de­rung be­stä­ti­gen dies, zeu­gen sie doch nach wie vor von ei­nem Rück­gang. Für die üb­ri­ge Welt sind Da­ten knapp, aber auch da zeigt sich – ab­ge­se­hen von den OpecLän­dern – ein Rück­gang.

Das un­mit­tel­ba­re Hin­der­nis für hö­he­re Öl­prei­se sind die gros­sen La­ger­be­stän­de in den USA und der OECD. Al­lein in den USA sind sie rund 50 Mio. Fass hö­her als wäh­rend der Ral­ly von 2015, und da­mals la­gen sie be­reits mehr als 100 Mio. Fass über dem Fünf­jah­res­mit­tel. Selbst mit dem für 2016 er­war­te­ten Nach­las­sen des An­ge­bots­wachs­tums und der mar­gi­nal hö­he­ren Nach­fra­ge dürf­te es fünf bis acht Mo­na­te dau­ern, bis die La­ger­be­stän­de auf ein Ni­veau wie vor 2013 zu­rück­fal­len. Erst dann kann sich ei­ne län­ge­re, ro­bus­te Öl­preis­ral­ly ein­stel­len.

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