Öl schmiert das Hoch­zins­seg­ment

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CLAU­DIA VON WALD­KIRCH,

Nach ei­nem schwa­chen Jah­res­start stie­gen die Kur­se ri­si­ko­be­haf­te­ter An­lei­hen ab Mit­te Fe­bru­ar ra­sant an. Bei­spiels­wei­se ver­zeich­net das An­la­ge­seg­ment hoch­ver­zins­li­cher Un­ter­neh­mens­an­lei­hen (High Yield, HY) im glo­ba­len Kon­text seit dem 11. Fe­bru­ar bis 17. März ei­ne Wert­stei­ge­rung von fast 7% (in Euro, ge­hedged), was die Jah­res­per­for­mance auf rund 2,4% er­höht.

Ein Grund für die sehr gu­te Wert­ent­wick­lung liegt in der Er­ho­lung der Öl­no­tie­run­gen seit Mit­te Fe­bru­ar, die sich durch­aus als ra­sant be­zeich­nen lässt. Die Preis­er­ho­lung hilft ganz we­sent­lich dem Ener­gie­sek­tor, aus dem rund ein Ach­tel des Uni­ver­sums von HY-Un­ter­neh­mens­an­lei­hen kom­men. Je­der klei­ne An­stieg des Öl­prei­ses hilft ent­spre­chend den Pro­du­zen­ten und ver­bes­sert so de­ren Über­le­bens­wahr­schein­lich­keit.

Ne­ben der Er­ho­lung des Öl­prei­ses wur­den auch ver­ein­zelt Ka­pi­tal­er­hö­hun­gen vor­ge­nom­men, die In­ves­to­ren ge­fal­len ha­ben. Die ak­tu­el­le Ablauf­ren­di­te des glo­ba­len Mark­tes an hoch­ver­zins­li­chen Un­ter­neh­mens­an­lei­hen be­läuft sich auf über 8%. Da­bei sind über­durch- schnitt­lich ho­he Aus­fall­ra­ten – zu­meist im Ener­gie­be­reich – ein­ge­preist. Für die­ses Jahr darf bei sta­bi­len bis po­si­ti­ven Kre­dit­märk­ten ent­spre­chend mit ei­ner po­si­ti­ven Per­for­mance von 4% ge­rech­net wer­den.

Die Ri­si­ko­prä­mie liegt mit fast 7% über dem his­to­ri­schen Durch­schnitt, und für lang­fris­tig ori­en­tier­te An­le­ger bie­tet sich da­mit im­mer noch ein at­trak­ti­ver Ein­stiegs­zeit­punkt. Nicht zu­letzt auch aus drei wei­te­ren Per­spek­ti­ven: Ei­ner­seits wer­den bei dem po­si­ti­ven Sen­ti­ment Emit­ten­ten am Pri­mär­markt ak­tiv und ei­ni­ge Neu­emis­sio­nen wer­den mit ei­ner in­ter­es­san­ten Prä­mie be­ge­ben. An­de­rer­seits bie­tet das An­la­ge­seg­ment gera­de im Nied­rig­zins­um­feld ei­ne at­trak­ti­ve Al­ter­na­ti­ve.

Zu gu­ter Letzt wird das Uni­ver­sum durch Fal­len An­gels – al­so Un­ter­neh­men mit vor­mals An­la­ge­qua­li­tät, die in das nied­ri­ge­re Bo­ni­täts­seg­ment zu­rück­ge­stuft wur­den – um ei­ni­ges grös­ser. Ver­schie­de­ne Stu­di­en be­le­gen, dass Fal­len An­gels sehr gu­te Per­for­man­ce­quel­len sein kön­nen. Da­bei gilt aber bei An­la­gen ei­ne gründ­li­che Kre­dit­ana­ly­se nach wie vor als un­ab­ding­bar.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.