Ju­li­us Bär und Ge­be­rit

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - ROLAND VOGT

Ei­ne span­nen­de­re Si­tua­ti­on könn­te man sich nicht aus­den­ken: Aus tech­ni­scher Sicht be­fin­det sich die Ak­tie von Ju­li­us Bär an ei­ner Weg­ga­be­lung. Bald wer­den wir wis­sen, ob der seit Ju­li auf dem Ti­tel las­ten­de Ver­kaufs­druck sys­te­mi­scher Na­tur oder vor­über­ge­hend ist.

Am 20. Ja­nu­ar ha­ben wir die Si­tua­ti­on letzt­mals be­wer­tet und sind zum Schluss ge­kom­men, dass die Ak­tie mo­men­tan zwar kein schö­nes Bild ab­lie­fert, pro­zy­kli­sche Ver­kaufs­hand­lun­gen aber kei­nen Sinn er­gä­ben. Im güns­tigs­ten Fall stün­de Bär in der End­pha­se ei­ner zeit­nah vor dem Kipp­punkt ste­hen­den, gross­flä­chi­gen ABC-Kor­rek­tur und wür­de nach dem an­ste­hen­den Tief in ih­ren lang­fris­ti­gen Auf­wärts­trend zu­rück­fin­den.

Zweif­ler ver­kau­fen

Wer an der Bär-Ak­tie zwei­felt, soll­te sie jetzt ver­kau­fen. Er kann dies nun nicht nur zu bes­se­ren Prei­sen als da­mals tun, son­dern auch an ei­nem stra­te­gi­schen Eck­punkt. Selbst wenn es zur­zeit wie­der bes­ser aus­sieht als an je­nem 20. Ja­nu­ar: Falls die be­a­ri­sche Ein­schät­zung zu Ba­er stimmt, dann müss­te sie aus chart­tech­ni­schen Ge­sichts­punk­ten in den nächs­ten zwei, drei Mo­na­ten er­neut er­heb­lich ver­lie­ren. Die Ei­n­ord­nung der Kurs­ent­wick­lung zwi­schen Ju­li und Fe­bru­ar als ABC wä­re dann falsch – und das Gan­ze auch kei­ne Kor­rek­tur. Der­zeit gibt es noch kei­ne hand­fes­ten Hin­wei­se dar­auf, wel­ches Sze­na­rio wirk­lich die Ober­hand ge­winnt.

Um die Chan­cen mei­ner ABC-Be­trach­tung steht es aber nicht schlecht. Ty­pi­scher­wei­se wür­de Ju­li­us Bär da­bei über die nächs­ten Wo­chen wie­der ei­nen Teil der im Fe­bru­ar an­ge­häuf­ten Kurs­ge­win­ne ver­lie­ren und plus/mi­nus auf 39/40 Fr. zu­rück­fal­len. Da­nach gin­ge es zu­erst dem Wi­der­stand 43/44 Fr. an den Kra­gen, und we­nig spä­ter der für mich un­wich­ti­gen, aber si­cher von jedermann gut er­kenn­ba­ren, jetzt noch in­tak­ten Ab­wärts­trend­li­nie. Üb­ri­gens ist es ein übles Ge­rücht, dass es «da­nach tech­nisch bes­ser aus­se­hen» wür­de. Die Sa­che wür­de le­dig­lich of­fen­kun­di­ger.

Leis­tung voll­bracht

Von Ge­be­rit wür­de ich im Mo­ment die Fin­ger las­sen – der Grund da­für ist ganz sim­pel: Was mit ih­rer ge­ne­rel­len Ver­fas­sung zu leis­ten ist, hat die Ak­tie in den ver­gan­ge­nen acht Wo­chen er­bracht. Jetzt über­wie­gen die Kurs­ri­si­ken die Kurs­chan­cen. Kur­se um 340/330 Fr. wer­den wohl dem­nächst zu se­hen sein. Aber viel­leicht dau­ert es nur ein paar Wo­chen, bis sich der Ti­tel dort ei­ne neue Ba­sis ge­schaf­fen hat.

Es gibt durch­aus An­sät­ze, die dort zum Tra­gen kom­men könn­ten: et­wa der mit der di­cken blau­en Li­nie im Chart mar­kier­te An­satz für die Ent­ste­hung ei­ner in­ver­sen He­ad & Shoul­der. Die­ser muss sich zwar noch ali­men­tie­ren – wir wis­sen aber schon jetzt, wor­auf wir die kom­men­den Wo­chen ach­ten müs­sen. Das wä­re zu­letzt die im Chart oran­ge mar­kier­te Ri­sing Wedge ge­we­sen, die in­zwi­schen aber schon gröss­ten­teils ab­ge­wi­ckelt ist. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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