Der Aus­blick bes­sert sich

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - BREN­DAN MUR­PHY,

Die wei­ter­hin lo­cke­re Geld­po­li­tik der No­ten­ban­ken be­feu­ert die Be­wer­tun­gen von ri­si­ko­rei­che­ren An­lei­hen­seg­men­ten. So eng­ten sich et­wa die Hoch­zins-Spreads ver­gan­ge­ne Wo­che um 13 auf 738 Ba­sis­punk­te (Bp) ein. Hoch­zins­an­lei­hen wer­den der­zeit mit dem ge­rings­ten Ren­di­te­auf­schlag zu UST­re­a­su­ries seit Jah­res­be­ginn ge­han­delt.

Die US-No­ten­bank (Fed) über­rasch­te die Märk­te, als sie die Er­war­tun­gen für wei­te­re Zins­er­hö­hun­gen 2016 dämpf­te. Die Welt braucht ei­nen schwä­che­ren Dol­lar, und das Fed hat sich da­zu ver­pflich­tet. Den­noch kam der Ent­scheid über­ra­schend, da die US-In­fla­ti­ons­da­ten bes­ser als er­war­tet wa­ren. Ei­ne Wo­che zu­vor hat­te die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) be­schlos­sen, den Ein­la­gen­zins zu sen­ken und den Um­fang des An­lei­hen­kauf­pro­gramms (kräf­ti­ger als er­war­tet) aus­zu­wei­ten. Das EZB-Mass­nah­men­pa­ket ver­eng­te die An­lei­hen-Spreads und stärk­te den Euro. Zwi­schen­zeit­lich sah die Bank of Ja­pan von ei­ner wei­te­ren mo­ne­tä­ren Lo­cke­rung ab. Den­noch flach­te sich die Zins­kur­ve der ja­pa­ni­schen Staats­an­lei­hen (JGB) mas­siv ab. Die Ren­di­ten dreis­sig- jäh­ri­ger JGB fie­len letz­te Wo­che um 31 Bp – seit Jah­res­be­ginn gar fast 90 Bp – auf ein All­zeit­tief von 0,38%. Die Märk­te re­agier­ten auf die­se Ent­wick­lung mit ei­ner ver­bes­ser­ten Ri­si­ko­stim­mung, was wie­der zu ei­nem schwä­che­ren Dol­lar, en­ge­ren Kre­dit-Spreads und hö­he­ren Roh­stoff­prei­sen führ­te. Zu­dem floss Neu­geld in Hoch­zins- und Schwel­len­län­der­an­lei­hen, die zu­vor un­ter Druck stan­den. Der Pri­mär­markt für Un­ter­neh­mens­an­lei­hen in An­la­ge­qua­li­tät bleibt ro­bust. Ein re­kord­ho­hes Emis­si­ons­vo­lu­men in Kom­bi­na­ti­on mit den eher nur durch­wach­se­nen Un­ter­neh­mens­ge­win­nen und den un­si­che­ren Ma­kro­aus­sich­ten ge­mahnt aber zur Vor­sicht. Ein Seg­ment, in dem nach wie vor ho­her Mehr­wert zu er­war­ten ist, sind in­fla­ti­ons­ge­schütz­te An­lei­hen. Da sich der Roh­stoff­markt sta­bi­li­siert und der In­fla­ti­ons­aus­blick in den USA ver­bes­sert hat, be­ste­hen für die in­de­xier­ten Bonds in den USA, Eu­ro­pa und Ja­pan gu­te Chan­cen ei­ner über­durch­schnitt­li­chen Wert­ent­wick­lung. Ein schwä­che­rer Dol­lar und sta­bi­li­sie­ren­de Roh­stoff­prei­se dürf­ten auch den Aus­blick für Schwel­len­län­der­an­lei­hen ver­bes­sern.

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