Leicht po­si­ti­ve Wäh­rungs­ef­fek­te für Un­ter­neh­men

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Im ers­ten Quar­tal 2016 wer­den die Schwei­zer Un­ter­neh­men im Ver­gleich zur Vor­jah­res­pe­ri­ode al­ler Vor­aus­sicht nach po­si­ti­ve Wech­sel­kurs­ef­fek­te ver­bu­chen kön­nen. Seit Jah­res­be­ginn hat sich der Eu­ro leicht und der Dol­lar et­was deut­li­cher zum Fran­ken auf­ge­wer­tet. Der Eu­ro kos­te­te im Zei­t­raum Ja­nu­ar bis Mit­te März im Schnitt 1.0965 Fr., nach 1.0768 Fr. in der Vor­jah­res­pe­ri­ode (+1,8%). Der Dol­lar ver­teu­er­te sich 4,6% (von 0.9519 auf 0.9958 Fr.). Die­se Ef­fek­te sind nicht be­rau­schend, aber im­mer­hin: Es steht ein Plus, kein Mi­nus vor der Ve­rän­de­rungs­ra­te.

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat die Stär­ke des Fran­kens zum Eu­ro in den Bi­lan­zen der Schwei­zer Un­ter­neh­men tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen. Als im Ja­nu­ar 2015 die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank die Un­ter­gren­ze für die eu­ro­päi­sche Ein­heits­wäh­rung auf­hob, war der Eu­ro zum Fran­ken schlag­ar­tig nicht mehr 1.21 Fr. wert, son­dern nur noch rund 1 Fr. Dank ei­ner Ge­gen­be­we­gung im wei­te­ren Jah­res­ver­lauf er­gab sich für 2015 ein Durch­schnitts­kurs von 1.065 Fr., was ei­ner schmerz­haf­ten Ab­schwä­chung von 12,3% ent­sprach. Im Eu­ro­raum er­ziel­te Ge­win­ne wa­ren für Schwei­zer Un­ter­neh­men so­mit deut­lich we­ni­ger wert ( Trans­la­ti­ons­ef­fekt). Zu­dem ver­schärf­te der Trans­ak­ti­ons­ef­fekt (Ein­nah­men in Eu­ro und Kos­ten in Fran­ken) den Wett­be­werb zum Nach­teil hie­si­ger Ge­sell­schaf­ten.

Un­ter ei­ner hy­po­the­ti­schen Fort­schrei­bung des Durch­schnitts­werts der ers­ten zehn Wo­chen auf das Ge­samt­jahr wür­de 2016 ins­ge­samt ein leicht po­si­ti­ver Wech­sel­kurs­ef­fekt von 1 bis 2 Pro­zent­punk­ten zu ver­bu­chen sein, was den Eu­ro be­trifft. Am Haupt­pro­blem des Fran­ken­schocks än­dert sich da­durch we­nig: Auch auf dem ge­gen­wär­ti­gen Ni­veau ist es wei­ter­hin ein gros­ser Nach­teil, Kos­ten im über­teu­er­ten Fran­ken und Um­satz im bil­li­gen Eu­ro zu ge­ne­rie­ren.

Die ent­spre­chen­den Über­le­gun­gen zum Dol­lar sind in­so­fern an­ders, als sich die US-Wäh­rung schon 2015 zum Fran­ken ver­teu­er­te, und zwar ge­mes­sen am Durch­schnitts­kurs rund 5% von 0.9155 auf 0.9627 Fr. Nach dem Fran­ken­schock war der Dol­lar zur Schwei­zer Wäh­rung sehr schnell wie­der ge­stie­gen. Un­ter ei­ner hy­po­the­ti­schen Fort­schrei­bung des Durch­schnitts­werts des Dol­lars zum Fran­ken der ers­ten zehn Wo­chen auf das Ge­samt­jahr wür­de sich 2016 ein po­si­ti­ver Ef­fekt von 3,2% er­ge­ben.

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