Es wer­de Licht

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Wer kei­ne Ner­ven hat, muss hier nicht wei­ter­le­sen, denn es geht um Aix­tron (Frankfurt: AIXA; Kurs: 3.85 €, Bör­sen­wert 434 Mio. €). Aix­tron stellt An­la­gen zur LED-Pro­duk­ti­on (De­po­si­ti­ons­an­la­gen für die Halb­lei­ter­in­dus­trie) her. Die Ma­schi­nen die­nen der Ab­schei­dung von Halb­lei­ter­ma­te­ria­li­en wie Ver­bin­dungs­oder Si­li­zi­um­halb­lei­ter (MOCVD und ALD). Die MOCVD-An­la­gen et­wa schaf­fen die Grund­la­ge für LED, La­ser­di­oden, So­lar- und Pho­to­vol­ta­ik-Zel­len.

Ge­grün­det wur­de Aix­tron 1983 durch Mit­ar­bei­ter des In­sti­tuts für Halb­lei­ter­tech­nik der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Aa­chen. Der Fir­men­na­me setzt sich zu­sam­men aus der fran­zö­si­schen Be­zeich­nung für Aa­chen «Aix-la-Cha­pel­le» und «Elek­tro­nik». Ge­wach­sen ist das Un­ter­neh­men im­mer auch durch Über­nah­men, so 2015 mit dem Kauf des US-Her­stel­lers von OLED-Dis­plays Plas­maSi.

Die Ak­ti­en ha­ben schon viel durch­ge­macht. Nach dem Bör­sen­gang 1997 zu 2.13 € zog die Tech­no­lo­giebla­se am Neu­en Markt den Kurs bis auf 88 € nach oben, dann kam der Ab­sturz auf gut 2 €. Ähn­lich ging es wei­ter, An­fang 2011 kos­te­ten die Tec-Dax-Ti­tel über 33 €, und im ver­gan­ge­nen De­zem­ber hal­bier­ten sie sich an ei­nem Tag auf 4.20 €.

Was war für den Schock vom De­zem­ber ver­ant­wort­lich? Aix­tron muss­te die In­ves­to­ren in­for­mie­ren, dass der chi­ne­si­sche Kun­de San’an Op­to­elec­tro­nics das Auf­trags­vo­lu­men von fünf­zig auf drei (be­reits ge­lie­fer­te) MOCVD-An­la­gen AIX R6 re­du­ziert hat. AIX R6 er­fül­le die Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen nicht, war die Be­grün­dung aus Chi­na, was Ängs­te schür­te, die Aix­tron-Tech­no­lo­gie ha­be Män­gel.

Die­se Wo­che teil­te Aix­tron je­doch mit: Bei der tai­wa­ne­si­schen Epistar, welt­weit füh­rend in der LED-Chip-Pro­duk­ti­on und auf ul­tra­hel­le (UHB) LED spe­zia­li­siert, sei­en al­le Mei­len­stei­ne des Qua­li­fi­ka­ti­ons­pro­zes­ses für den Be­taTyp der AIX R6 er­reicht wor­den. Die Ma­schi­ne ha­be die Leis­tungs­ver­spre­chen hin­sicht­lich Durch­satz­ma­xi­mie­rung, Aus­beu­te und Ho­mo­ge­ni­tät in vol­lem Um­fang be­stä­tigt. In der Haupt­sa­che kon­zi­piert für die Gross­se­ri­en­pro­duk­ti­on von LED, ha­be AIX R6 mit Ma­te­ri­al­ef­fi­zi­enz und kon­ti­nu­ier­li­chen Pro­duk­ti­ons­durch­läu­fen über­zeugt.

In den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren schrieb Aix­tron mit Ein­nah­men von 194 und 198 Mio. € je­doch Ver­lust (62,5 und 29,2 Mio. €). Die Bi­lanz im­mer­hin ist so­li­de, mit ei­ner Ei­gen­mit­tel­quo­te von 82% und li­qui­den Mit­teln von 200 Mio. €.

Auch das lau­fen­de Jahr wird schwie­rig blei­ben: Schät­zun­gen ge­hen von ei­nem leich­ten Um­satz­rück­gang und ei­nem klei­nen Ver­lust aus. 2016 muss Aix­tron zei­gen, ob sich die Auf­trags­la­ge ver­bes­sert und die Ba­sis ge­schaf­fen wer­den kann, um 2017 die Ge­winn­zo­ne zu er­rei­chen. Die jüngs­te Mel­dung ist ein In­di­ka­tor, der Mut macht. Vor deut­lich hö­he­ren Kur­sen wer­den An­le­ger aber noch ei­ne holp­ri­ge Berg-und-Tal-Fahrt aus­hal­ten müs­sen.

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