Steu­er­er­hö­hung wird ver­scho­ben

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - FRI

Die Ver­dop­pe­lung der Mehr­wert­steu­er in zwei Schrit­ten auf 10% soll ei­gent­lich Ja­pans gros­se Haus­halts­lü­cke bis 2020 stop­fen. Doch der ers­te Schritt von 5 auf 8% im Früh­jahr 2014 ver­ur­sach­te ei­ne Re­zes­si­on. Um die fra­gi­le Kon­junk­tur zu scho­nen, wur­de der zwei­te Schritt auf 10% von Ok­to­ber 2015 auf April 2017 ver­scho­ben. Nur ein gros­ser Schock für die Wirt­schaft wie et­wa der Crash der In­vest­ment­bank Leh­man Brothers 2008 wür­de die­sen Plan ge­fähr­den, hat­te die Re­gie­rung im­mer wie­der er­klärt.

Doch nun setz­te Pre­mier Abe ei­ne Kom­mis­si­on für die Steu­er­er­hö­hung ein. Dort ka­men vor al­lem Kri­ti­ker wie die No­bel­preis­trä­ger Jo­seph Stieg­litz und Paul Krug­man, der Har­vard-Pro­fes­sor Da­le Jor­gen­son und der ehe­ma­li­ge Geld­po­li­ti­ker Ka­zu­ma­sa Iwa­ta zu Wort. Mit der glei­chen Tak­tik – Ar­gu­men­te durch ein wohl­ge­sinn­tes Gre­mi­um dar­zu­le­gen – hat­te Abe schon im Herbst 2014 die ers­te Ver­schie­bung vor­be­rei­tet.

Da­her rech­nen Be­ob­ach­ter in Ja­pan fest mit ei­nem er­neu­ten Auf­schub, ver­mut­lich auf 2019. Die Ent­schei­dung dürf­te vor dem G-7-Gip­fel fal­len und mit hö­he­rem Wachs­tum ge­recht­fer­tigt wer­den.

Zwar fällt die­ser Schritt mit 2 Pro­zent­punk­ten klei­ner aus und Le­bens­mit­tel sind von der Steu­er­er­hö­hung aus­ge­nom­men. Aber Abe möch­te die Ver­schie­bung of­fen­bar als An­lass für vor­zei­ti­ge Neu­wah­len im Ju­li nut­zen, weil sich die Op­po­si­ti­on in Um­fra­gen zeigt. En­de 2014 war die­ses Kal­kül schon ein­mal auf­ge­gan­gen.

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