Deut­sche Bank be­dient sich

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Die Zins­er­war­tun­gen sind kaum ver­än­dert, aber die Jah­res­teue­rung soll­te an­zie­hen.

Vor der Os­ter­pau­se blieb es am Pri­mär­markt ru­hig. In Ei­gen­re­gie und in Be­glei­tung von UBS (oh­ne Buch) kam am Mitt­woch als letz­te Trans­ak­ti­on der Wo­che Deut­sche Bank 2016/2021 über 165 Mio. Fr. Die Emit­ten­tin zahl­te ei­nen Ren­di­te­auf­schlag (Spre­ad) von 125 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap-Mit­te.

Der Cre­dit Suis­se ZEW In­di­ka­tor stieg im März um 8,4 auf 2,5 Punk­te. Wäh­rend die Mehr­heit der Ana­lys­ten von ei­ner un­ver­än­der­ten Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus­ge­he, wer­de die ak­tu­el­le Kon­junk- tur­la­ge von 92% der be­frag­ten Ex­per­ten für «nor­mal» be­fun­den. Da­durch er­ge­be sich für die Schweiz ein neu­tra­ler Kon­junk­tur­aus­blick, stellt die CS fest. Aus Sicht der Ana­lys­ten sei mit «wich­ti­gen Wachs­tums­im­pul­sen aus der Welt­wirt­schaft» nicht zu rech­nen, merkt die CS an.

Die Zins­er­war­tun­gen für die Schweiz blei­ben ge­mäss ZEW/CSUm­fra­ge im März weit­ge­hend sta­bil. Bei den kurz­fris­ti­gen Zin­sen er­war­te ei­ne gros­se Mehr­heit im­mer noch kei­ne Ve­rän­de­rung. Auch die Dif­fe­renz zu den kurz­fris­ti­gen Zin­sen in der Eu­ro­zo­ne dürf­te sich in den kom­men­den sechs Mo­na­ten nicht ver­än­dern. Bei den lang­fris­ti­gen Zin­sen in der Schweiz rech­nen die Ana­lys­ten wei­ter­hin eher mit ei­nem An­stieg.

Die Dif­fe­renz zwi­schen dem An­teil der Ana­lys­ten, die ei­ne stei­gen­de In­fla­ti­on in der Schweiz er­war­ten, und je­nen, die von sin­ken­den Prei­sen aus­ge­hen, stieg im März leicht auf 28,9. Dem­nach rech­ne­ten die meis­ten Ana­lys­ten mit ei­nem An­stieg der Jah­res­teue­rung (der­zeit –0,8%). Für die Eu­ro­zo­ne und die USA sei­en die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen mit 37,9 und 46 Punk­ten «wei­ter­hin klar po­si­tiv». Nach ih­ren lang­fris­ti­gen In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen in fünf Jah­ren ge­fragt, hal­ten die meis­ten Ana­lys­ten ei­ne Preis­stei­ge­rung von 1 bis 1,5% am wahr­schein­lichs­ten. Das ist deut­lich mehr als im Sep­tem­ber 2015. Da­mals war ei­ne Span­ne zwi­schen 0% und 0,5% am häu­figs­ten ge­nannt wor­den.

«Nach ei­nem schwie­ri­gen 2015 für die Schwei­zer Wirt­schaft hel­len sich die Aus­sich­ten im lau­fen­den Jahr auf», schreibt die Kon­junk­tur­for­schungs­stel­le Kof der ETH Zürich in der Ein­lei­tung ih­rer Früh­jahrs­pro­gno­se. Das Brut­to­in­land­pro­dukt (BIP) wer­de aber auf­grund der schwa­chen in­ter­na­tio­na­len Kon­junk­tur und den durch die Fran­ken­auf­wer­tung not­wen­di­gen Struk­tur­an­pas­sun­gen in die­sem Jahr nur um 1% zu­neh­men. Für 2017 sei dann im Zu­ge der an­zie­hen­den in­ter­na­tio­na­len Er­ho­lung ein BIP-Plus von 2% zu er­war­ten. Die Ar­beits­lo­sig­keit stei­ge 2016 leicht auf 3,5%. Die Prei­se sin­ken laut Kof je­doch wei­ter.

Mit der all­mäh­li­chen Fes­ti­gung der Kon­junk­tur bei den Han­dels­part­nern dürf­te die Schwei­zer Wirt­schaft wie­der Tritt fas­sen, heisst es wei­ter. Sie litt 2015 un­ter der Auf­wer­tung des Fran­kens. Die schwä­che­re in­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lung zum Jah­res­en­de dämpf­te die Ab­satz­mög­lich­kei­ten für Schwei­zer Ex­por­teu­re.

«In ei­ni­gen ex­port­ori­en­tier­ten Bran­chen sind die Ge­winn­mar­gen im­mer noch sehr tief oder gar ne­ga­tiv», stellt die Kof fest. Die Si­tua­ti­on sei aber nicht mehr so düs­ter wie vor ei­nem Jahr. Für 2016 wird ein Ex­port­wachs­tum von 2,1% pro­gnos­ti­ziert, für 2017 2,9%.

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