Noch Auf­hol­po­ten­zi­al

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - RE­TO JUNG,

Im ers­ten Quar­tal gab es mas­si­ve Stim­mungs­schwan­kun­gen. Der Ja­nu­ar und die ers­ten Ta­ge des Fe­bru­ar wa­ren ge­kenn­zeich­net von der Angst vor ei­nem Ab­wer­tungs­wett­lauf von Ja­pan, Chi­na und an­de­ren Ex­port­na­tio­nen so­wie von Zah­lungs­bi­lanz­pro­ble­men der Roh­stoff­ex­por­teu­re. Man schloss so­gar ei­ne Wel­le von Kon­kur­sen im US-Ener­gie­sek­tor nicht aus.

Als im­mer of­fen­sicht­li­cher wur­de, dass es kei­ne sol­che Ab­wärts­spi­ra­le ge­ben wür­de, kam es zu ra­schen De­ckungs­käu­fen. Die­se trie­ben die Kur­se in al­len Be­rei­chen. Die auch für den Wan­del­an­lei­hen­markt re­le­van­ten Ren­di­te­auf­schlä­ge von Un­ter­neh­mens­an­lei­hen ha­ben sich eben­falls wie­der nor­ma­li­siert. So steht der Fün­fjah­res i-Tra­xx Cross-Over jetzt bei et­wa 310 Ba­sis­punk­ten – auf dem Ni­veau des Jah­res­be­ginns – nach­dem er sich im Zu­ge fal­len­der Ak­ti­en­kur­se auf über 480 Bp per Mit­te Fe­bru­ar er­höht hat­te.

Am Wan­del­an­lei­hen­markt re­fi­nan­zie­ren sich häu­fig Un­ter­neh­men, die (noch) nicht ka­pi­tal­markt­fä­hig sind. Ent­spre­chend ha­ben auch et­wa zwei Drit­tel der Un­ter­neh­men im Wan­del­an­lei­he­uni­ver­sum kein of­fi­zi­el­les Kre­dit­ra­ting. Den­noch ist ein sol­cher Cross-Over-In­dex ex­em­pla­risch für die Preis­ent­wick­lung der An­lei­hen­kom­po­nen­ten der Wand­ler: Hö­he­re Kre­dit­ri­si­ko­prä­mi­en be­deu­ten tie­fe­re Prei­se für die An­lei­he­kom­po­nen­ten. Ei­ner wei­te­ren Nor­ma­li­sie­rung um et­wa 50 Bp steht nichts im Weg, was sich po­si­tiv auf die Prei­se aus­wir­ken wür­de.

Er­mu­tigt durch die Sta­bi­li­sie­rung der Fi­nanz­märk­te und ei­ne Er­ho­lung bei der In­fla­ti­on, wird die US-No­ten­bank ver­su­chen, die Markt­er­war­tun­gen auf wei­te­re Zins­er­hö­hun­gen ein­zu­stim­men. An­de­re wich­ti­ge Zen­tral­ban­ken wer­den ih­re gross­zü­gi­ge Geld­po­li­tik aber bei­be­hal­ten. Die EZB und die Bank von Ja­pan ge­ben ihr Bes­tes für ei­nen zu­sätz­li­chen Sti­mu­lus. Ne­ga­ti­ve Zin­sen in der Eu­ro­zo­ne, Ja­pan und der Schweiz sug­ge­rie­ren, das ei­ne Ab­kehr von der lo­cke­ren Geld­po­li­tik in die Fer­ne rückt. Die Su­che nach zu­sätz­li­chen Ren­di­te­quel­len ist al­so so aktuell wie nie und un­ter­stützt die Nach­fra­ge nach Wandelanleihen.

Ob­wohl die­se sich seit Mit­te Fe­bru­ar eben­falls er­hol­ten, ha­ben Wand­ler noch wei­te­res Auf­hol­po­ten­zi­al – auch bei seit­wärts ten­die­ren­den Ak­ti­en­märk­ten.

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