«Leon­teq bes­ser im Markt po­si­tio­nie­ren»

Finanz und Wirtschaft - - PIERIN VINC - AS

Leon­teq ist ei­ne Tech­no­lo­gie- und Ser­vice­platt­form für struk­tu­rier­te An­la­ge­pro­duk­te. Das 2007 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men, frü­her ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft der Pri­vat­bank EFG In­ter­na­tio­nal, ist in ei­ner Ni­sche des De­ri­vat­markts po­si­tio­niert. Kun­den sind in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren wie Pen­si­ons­kas­sen und Ver­si­che­run­gen, die Pro­duk­te für Ka­pi­tal­schutz und Ren­di­te­opti­mie­rung su­chen.

Ko­tiert ist Leon­teq seit Ok­to­ber 2012. Nach ei­nem mo­na­te­lang ver­hal­te­nen Start kann­ten die Ak­ti­en mehr als drei Jah­re lang nur ei­ne Rich­tung: nach oben. Der Kurs ver­zehn­fach­te sich im Ver­gleich zum Aus­ga­be­preis von 22.50 Fr. Auf dem Hö­he­punkt im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber war Leon­teq 3 Mrd. Fr. wert.

Dann be­gann ei­ne Kor­rek­tur­pha­se. Sie in­ten­si­vier­te sich, als der De­ri­va­te­spe­zia­list im Fe­bru­ar zu­sam­men mit den Jah­res­zah­len das En­de ei­ner Ko­ope­ra­ti­on mit der asia­ti­schen Gross­bank DBS mit­teil­te. Ob­schon Leon­teq die Er­war­tun­gen der Fi­nanz­ana­lys- ten an Er­trag und Ge­winn ei­ni­ger­mas­sen er­füll­te, be­kam die Wachs­tums­ge­schich­te des Fin­tech-Un­ter­neh­mens zum ers­ten Mal ei­nen Dämp­fer. Seit Jah­res­be­ginn ha­ben die Ak­ti­en 35% ein­ge­büsst.

«Nun ist ei­ne ge­wis­se Eu­pho­rie ver­schwun­den», kom­men­tiert der neue Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Pie­rin Vin­cenz. Das er­öff­net der Un­ter­neh­mens­lei­tung auch Chan­cen. Vin­cenz wird das Schwer­ge­wicht sei­ner Rol­le et­was an­ders le­gen als Vor­gän­ger Prof. Pe­ter Forst­mo­ser. «Wäh­rend beim Bör­sen­gang Cor­po­ra­te-Go­ver­nan­ce-The­men im Vor­der­grund stan­den, geht es jetzt mehr dar­um, Leon­teq bes­ser im Markt zu po­si­tio­nie­ren, das Ge­schäfts­mo­dell zu er­klä­ren und neue Part­ner­schaf­ten zu eta­blie­ren», be­tont der neue VR-Prä­si­dent.

An der struk­tu­rel­len Wachs­tums­ge­schich­te von Leon­teq hat sich nichts ge­än­dert. Das Un­ter­neh­men will wei­te­re Ban­ken und Ver­si­che­run­gen als lang­fris­ti­ge Kun­den ge­win­nen und sich in Rich­tung rei­ner Tech­no­lo­gie­an­bie­ter ent­wi­ckeln.

Die Ak­ti­en sind nach dem Kurs­sturz deut­lich güns­ti­ger ge­wor­den. Das Kurs­Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) 2016 ist von über 50 auf rea­lis­ti­sche 21 ge­sun­ken. Auf Ba­sis der Ge­winn­schät­zung für das kom­men­de Jahr lau­tet das KGV 16. Für ge­dul­di­ge In­ves­to­ren, die ho­he Kurs­schwan­kun­gen aus­hal­ten kön­nen, bie­tet sich auf ak­tu­el­lem Ni­veau ei­ne Ein­stiegs­ge­le­gen­heit.

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